Rückblick: MINT-Wissenschaften im Spiegel gesellschaftlicher Relevanz (13.-15.06.2021, digital)

Unter dem Titel „MINT-Wissenschaften im Spiegel gesellschaftlicher Relevanz“ nutzten die (fast) ausschließlich aus den Naturwissenschaften kommenden Stipendiat*innen die Gelegenheit, sich über ihre Disziplinen und die Herausforderungen in Studium und Forschung auszutauschen. Einer ersten inhaltlichen Einführung in das Thema folgte der Versuch, den so selbstverständlich genutzten Begriff „Wissenschaft“ zu definieren und die Frage nach der Bedeutung und Messbarkeit von gesellschaftlicher Relevanz zu klären.

Der zweite Tag stand im Zeichen von Künstlicher Intelligenz (KI), der durch einen Input der Stipendiatin Lisa Ossovski eingeleitet wurde. Nach einer theoretischen Einführung konnten die Teilnehmenden in kurzen Onlineanwendungen (Akinator, Moral Machine) erste Praxiserfahrungen sammeln und Anwendungsbereiche Künstlicher Intelligenz kennenlernen. Dabei wurden spannende Fragen aufgeworfen, wie z. B. der nach in KI enthaltenen Rassismen.

Im Anschluss berichtete Dr. Michal Or-Guil, Physikerin und Vorsitzende des ELES-Beirats, von Anwendungsmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz in der Medizin und konkret in ihrem Arbeitsbereich im Systems Immunology Lab der HU Berlin. Gemeinsam mit den Stipendiat*innen erörterte sie in diesem Zusammenhang die Frage, inwiefern Maschinen perspektivisch die Arbeit von Ärzt*innen übernehmen werden.

Um Heureka-Momente beim Duschen und die Zusammenhänge von Fahrradunfällen und dem Verkauf von Vanilleeis ging es u. a. in dem sich Vortrag von Yaron Goldstein, der praxisnahe und persönliche Einblicke in seinen Werdegang als Senior Data Scientist gewährte. Begleitet von einem Workshop zur Arbeit mit Excel Sheets als Basis für die Bedienung weiterer Programmiersprachen beeindruckte er die Teilnehmer*innen nicht nur durch seinen fachlichen Input, sondern motivierte und inspirierte viele von ihnen auch durch seine berufliche Visionen.

Der letzte Tag des Kollegs widmete sich den Themen Wissenschaftsjournalismus und Wissenschaftskommunikation. Dazu beschäftigten sich die Stipendiat*innen in Kleingruppen mit Fragen wie: Wie arbeitet Wissenschaft und was bedeutet das für die Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse und Arbeitsweisen? Wie geht man um mit den der Wissenschaft immanenten Unsicherheiten und Limitationen? Was hat P-L-U-R-V mit Wissenschaftsskepsis zu tun? Und wie beeinflussen Wettbewerbsmechanismen die Freiheit von Wissenschaft und Forschung und was bedeutet das für den Wissenschaftsjournalismus?“

Diese theoretischen Erkenntnisse wurden um die lebendigen und praxisnahen Eindrücke der Wissenschaftsjournalistin Nele Rößler (u. a. Corona Update Podcast, NDR) und des Molekularbiologen und Kabarettisten (Sciene Busters) Martin Moder eindrucksvoll ergänzt. Sie diskutierten zwei Stunden mit den Stipendiat*innen über ihre ganz unterschiedlichen Wege in die Wissenschaftskommunikation, über das Plänemachen und das Verwerfen, über Rückschläge und Niederlagen und darüber, was sie schlussendlich in ihrer Arbeit antreibt. Zudem erfuhren die Teilnehmenden, wie beide Akteur*innen ihre Themen finden und Quellen priorisieren, wie die Pandemie ihre Arbeit verändert hat und sie selbst die Wahrnehmung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Öffentlichkeit und damit auch die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz von (MINT-) Wissenschaften betrachten.

Großartige Referent*innen, unterhaltsame Gäste, engagierte Teilnehmer*innen und am Ende die Erkenntnis, dass virtuelles Zusammenkommen, gemeinsames Arbeiten, Diskutieren und soziale Nähe auch digital möglich sind.

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