Rückblick: ELES-Theaterkolleg in Oberammergau

Mit einem Pestgelübde beginnt die Geschichte der Oberammergauer Passionsspiele im Dreißigjährigen Krieg 1633. Seitdem werden alle zehn Jahre die Spiele vom Leiden und Sterben Christi in dem kleinen Ort in den Bayerischen Alpen aufgeführt – 2020 ist es wieder soweit! Ebenso lange folgt man der Tradition, im Vorfeld dieses Ereignisses das „Pestspiel“ aufzuführen.
Im Sommer hatten Stipendiat_innen vom ELES zum nunmehr neunten Mal die Gelegenheit, bei der Premiere im Oberammergauer Freilichttheater dabei zu sein und im Dialog mit dem Spielleiter und Regisseur Christian Stückl einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Für die entsprechende fachkundige Begleitung sorgten die Theater- und Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Anat Feinberg sowie Prof. Dr. Dr. hc. Robert Jütte, der als Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung vor allem die zahlreichen medizinhistorischen Fragen der Stipendiat_innen beantworten konnte.
Neben dem Besuch des Theaterstücks, das unzweifelhaft den Höhepunkt des Kollegs darstellte, erarbeiteten die Teilnehmenden einen gemeinsamen Kenntnisstand etwa zu den Entstehungstheorien der Pest vom Mittelalter bis heute, erörterten die verschiedenen Mittel und Instrumente zur Pestbekämpfung und setzten sich auch mit der Darstellung des Schwarzen Tod in Kunst und Literatur auseinander. Den Abschluss des Wochenendes bildete schließlich der Besuch des Oberammergau Museums und der dort gezeigten Sonderausstellung „Der Schwarze Tod. Seuchen, Angst und Glaube“. Diese ging der Frage nach, welche Strategien die Menschen im Mittelalter und der frühen Neuzeit entwickelten, um im Alltag mit den existentiellen Ängsten vor Leid, Verlust und Tod zu leben und bot kuriose wie interessante Objekte.
Mit diesem Besuch endete ein spannendes, lebendiges und intensives Wochenende in einer ganz eigenen Oberammergauer (Theater-)Welt und wir blicken erwartungsvoll auf die Passionsspiele 2020!

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