Rückblick Ehemaligen-Workshop: „Der ganz normale Genderwahn. Antifeminismus und Anti’genderismus‘ als Scharnier zwischen Mitte und Rechts.“

Am 18. und 19. Januar 2020 kamen 15 aktive und ehemalige Stipendiat_innen von ELES und Heinrich-Böll-Stiftung zusammen, um über die Bedeutung von Antifeminismus in aktuellen rechten Diskursen über Gesellschaft und die zugehörigen Familien- und Geschlechterbilder zu diskutieren. Anhand von Texten der Sekundärliteratur, aber auch rechten Quellentexten, haben wir uns mit Definitionen und Analysen beschäftigt: Was ist Antifeminismus, was ist Anti’genderismus’? Welche Funktion haben diese in rechten Verschwörungsideologien? Funktionieren diese tatsächlich, wie von neueren Forschungen nahegelegt, als eine Art ideologisches Scharnier zwischen extrem rechten Positionen und eher rechts-konservativen, „mittigen“ und gesellschaftlich breit anschlussfähigen? Und wie werden Geschlecht, Familie und die Debatten um „Gender“ in den unterschiedlichen politischen Kontexten eigentlich verhandelt? Ergänzt wurde unsere Textarbeit durch einen spannenden und eindrücklichen Input von Julia Molin und Pia Schramm, die uns Einblick in ihre aktuelle Feldforschung auf Twitter zur Verschränkung von Anti-Islam- und Anti-Gender-Diskursen gaben. Gerade für die Frage nach dem Zusammenhang von Antifeminismus, Antisemitismus und Rassismus war dieser Exkurs in die Diskursräume sozialer Medien hilfreich und wichtig.

Realisiert wurde der Workshop durch eine Kooperation zwischen der Ehemaligenarbeit von ELES und dem Verein der ehemaligen Stipendiat_innen der Heinrich-Böll-Stiftung. Wir danken allen Beteiligten und Teilnehmenden für ihre engagierten Beiträge und die wunderbare Zusammenarbeit!

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