Rückblick auf die Auslandsakademie in Israel

Vom 2. bis 9. September fand die fünfte Israel-Akademie für Stipendiat_innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks und der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) statt. Organisiert und durchgeführt wurde die Akademie von Yana Lemberska (ELES), Kristina Devine (KAS) und Palina Kedem (Auslandsbüro Israel der KAS). Daniel Laufer, Vorbeter und Dagesh-Kurator, unterstütze das Programm als religiöser Begleiter.

Die Akademie bot den zehn ELES- und zehn KAS-Stipendiat_innen ein mannigfaltiges Programm an unterschiedlichen Standorten. So begann das Seminar in Jerusalem, wo Dr. Alexander Brakel, der Leiter des Auslandsbüros der KAS in Israel, bei einem gemeinsamen Abendessen eine Einführung zur aktuellen sozialpolitischen Lage im Land gab. Am nächsten Tag standen Vorträge zur Religion, Gesellschaft und Politik und ein Besuch der Knesset auf dem Programm. Das Gespräch mit Amir Ohana, einem Knesset-Abgeordneten und Likud-Parteimitglied, war eines der ersten Anzeichen dafür, wie nah die Gruppe politischen Entscheider_innen in der kommenden Woche kommen konnte. Diese Möglichkeit nutzten die Stipendiat_innen mit mutigen Fragen und hinterfragenden Kommentaren in hohem Maße.

Am Tag darauf besuchte die Gruppe die Gedenkstätte Yad Vashem. Nach einer Führung durch das Museum wurden untereinander Informationen und auch emotionale Eindrücke ausgetauscht. Besonders eindrücklich war danach der Nachtrundgang in der Jerusalemer Altstadt, der die prächtigen Bauten in einem bemerkenswerten Licht zeigte. Im Zusammenspiel mit den Slichot-Gebeten und -Gesängen vor Rosh Hashana erhielt die Stadt diese besondere spirituelle Atmosphäre, die ihr so häufig zugeschrieben wird.

An diesen erlebnisreichen Tagen schloss sich ein weiterer besonders spannender Programmtag an: Aus Jerusalem fuhr die Gruppe vorbei am Toten Meer und dem See Genezareth hin zum Ramat Hagolan in den Golanhöhen. Hier, in 800 Meter Entfernung zur syrischen Grenze, erhielten die Teilnehmenden eine Einführung durch IDF-Repräsentanten in das IDF-Projekt zur humanitären Hilfe “Die gute Nachbarschaft”, das sich für syrische Geflüchtete und Verletzte einsetzt. Nach einem Besuch in einem drusischen Dorf und einem aufschlussreichen Gespräch mit der stellvertretenden Bürgermeisterin des Ortes, Raeda Safadi, fuhr die Gruppe weiter nach Tel Aviv. Hier stand ein Runder Tisch mit den Mitgliedern des „Forums Manof“ und der ELES-Regionalgruppe Israel auf dem Programm.

In Tel Aviv traf die Gruppe auch Mitarbeiter_innen der Politischen Abteilung der Deutschen Botschaft und sprach mit ihnen über die deutsch-israelischen Beziehungen in Zeiten eines neuen Populismus‘. Das Mittagessen in Sarona, einem Büro- und Ausgehviertel Tel Avivs, wurde von einem Vortrag zu den jüdisch-arabischen Beziehungen begleitet. Eine anschließende Führung durch die antike Hafenstadt Jaffa untermalte das eben Gehörte, sodass sich die Gruppe vor Ort ein Bild machen konnte. Am Abend wurde gemeinsam der Shabbat in der North Central Synagogue gefeiert, welcher am folgenden Abend dort auch wieder bei der Havdala gemeinsam seinen Ausklang fand.

Der letzte gemeinsame Tag in Israel war von kulturellen Programmpunkten geprägt: Nach einem Morgengebet in der Synagoge stand ein Museumsbesuch mit Führung durch die Ausstellung “Hollywood and other Myths” im Tel Aviv Museum of Art an. Im Anschluss führte die in Israel lebende und in Architektur promovierende ELES-Stipendiatin Anke Kühnel die Gruppe durch Tel Aviv und legte dabei den Fokus auf die Spuren der Bauhaus-Architektur. Dieser Stadtspaziergang sorgte für eine vollkommen neue Perspektive auf die Stadt. Das Evaluationsgespräch bei gemütlicher Stimmung auf dem Dach des Hotels rundete die gesamte Akademie ab und ließ Platz für die Erinnerung des gemeinsam Erlebten und ebenso für eine Reflektion. Insgesamt war es wieder eine besonders gelungene Kooperationsakademie, die sich für Stipendiat_innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks und der Konrad Adenauer Stiftung auf vielfältigen Ebenen gelohnt hat.

 

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