Vom 3. bis zum 5. Dezember 2019 fand in Kooperation von DAGESH. KunstLAB ELES, ELES und Literaturhaus Berlin „Verquere Verortungen. Festival Jüdischer Literaturen“ statt. Rund 30 zeitgenössische jüdischer Autor_innen nahmen teil, darunter Dmitrij Kapitelman, Nele Pollatschek, Eva Menasse, Channah Trzebiner, Dani Levy, Max Czollek, Robert Schindel, Noam Brusilovsky, Tomer Gardi, Esther Dischereit, Adriana Altaras und Dana von Suffrin. Kuratiert von Eva Lezzi und Jo Frank, zeigte „Verquere Verortungen“ die Vielfalt gegenwärtiger jüdischer Literaturproduktion unterschiedlichster Genres – von Prosa, Lyrik, Hörspiel und Film.

Im Rahmen des Seminars „Jüdische Literaturen der Gegenwart“ besuchten 16 Studierende des Instituts für Jüdische Studien und Religionswissenschaft/Institut für Germanistik an der Universität Potsdam das Festival. Ihre Eindrücke und Reflexionen hielten die Studierenden in Blogbeiträgen fest. Eine Auswahl dieser Beitrage veröffentlichen wir hier. Wir danken allen Studierenden für ihre Texte!

 Erster Festivaltag

„Was macht jüdische Literatur aus?“

„Literatur ist Kommunikation, ist Kunst, und Kunst soll Räume öffnen. Sie ist ein Machtinstrument, welches für politische Hetze missbraucht wird. Deshalb braucht es Literatur, um den Raum der Hetze, Gewalt und Intoleranz wieder zurückzuerobern und zu beanspruchen. Diesen Raum gab das Festival „Verquere Verortungen. Festival Jüdischer Literaturen“. Verquer, weil gute (jüdische) Literatur vom üblichen abweicht. Jüdisch in Klammern, weil sich unweigerlich die Frage stellte, was es bedeutet, was jüdische Literatur ausmacht. Verquere Verortung sollte keine Definition jüdischer Literatur bereitstellen, sondern sich mit der Frage beschäftigen, wie diese verstanden wird.

Den Auftakt des Festivals machten Maxim Biller, der spontan für Rachel Salamander eingesprungen war, Jo Frank und Eva Lezzi. Gemeinsam diskutieren sie über die Frage „Was ist jüdische Literatur?“ Maxim Biller sagte, dass er einfache Literatur schreiben wolle, die für jeden verständlich sei, die über den ersten Hype hinaus überlebe. Für ihn bedeute das, Literatur zu schaffen, die nicht ideologisch sei, auch wenn sie ideologisch gelesen werden könne. Denn was er nicht möchte, sei, mit Literatur zu provozieren. Und doch tat Maxim Biller genau das. So kritisierte er Schriftsteller, deren Großväter vielleicht Juden waren und die nun von sich behaupten, jüdische Literatur zu schreiben. Die Frage nach der Definition jüdischer Literatur konnte in dieser Debatte bei weitem nicht beantwortet werden.“ Katharina Witzke

 „UnHeimliche Familiengeschichten“ – Dmitrij Kapitelman und Nele Pollatschek im Gespräch mit Janika Gelinek

„Im zweiten Panel des ersten Tages stellten zwei Autor_innen der jüngeren Generation ihre Werke vor. Für beide galt als Ausgangspunkt, welchen Einfluss die biographischen Eckdaten auf die eigene Identität haben und wie man aus dieser elterlichen „Box“ klettern könne. Dmitrij Kapitelman stellte zuerst „Das unsichtbare Lächeln meines Vaters“ (2016) vor. In diesem Roman versucht Kapitelmann zu verstehen, was es für seinen Vater, der im sowjetischen Kiew aufwuchs, bedeutet Jude zu sein. In der Sowjetunion konnte der Vater seine jüdische Identität sowie individuelle Vorhaben kaum ausleben. Der junge Autor erwähnte als Beispiel den nicht gewährten Berufswunsch des Vaters. Sich selbst, Kind einer nichtjüdischen Mutter, bezeichnete er als halbjüdisches „Mängelexemplar“. Der junge Autor nahm den Vater und wahrscheinlich auch sich selbst lange Zeit als unsichtbar war. Diese negativen Erfahrungen ließen in ihm ein mentales inneres Gericht entstehen, das er als „emotionales Stechen“ beschrieb. Erst durch das Schreiben konnte er diese Erfahrungen aufarbeiten und sich als Schriftsteller neuen Themen widmen. Der Protagonist seines nächsten Romans wird interessanterweise ein Muslim sein.

Nele Pollatschek stellte „Das Unglück anderer Leute“ (2016) vor. Ihr Debüt handelt vom Aufwachsen in einer jüdischen Patchwork-Familie. Pollatschek stellt sich mit ihrem Roman auf kreative Art und Weise einer verengten Sicht auf die Frage entgegen, was jüdisch sei und was nicht. Sie zeigt zudem, wie eine Familie emotionale Identitätsbrüche bei den Kindern verursachen kann. Im Gespräch erwähnte die Autorin, dass sich ihr kritischer Umgang mit dem Jüdischsein in ihrem Sprachstil zeige. Dieser wirkte schroff und direkt. Pollatschek schrieb ihren Roman in England. Dort empfand sie den britischen Nationalstolz als erfrischend. In Deutschland hingegen spüre sie bei den Deutschen immer noch ein Gefühl der Mitschuld, der ein gesundes Ausleben dessen verhindert.“ Mark-Philipp von See

Zweiter Festivaltag

„Inszenierungen des Jüdischen“ – Dani Levy und Jeff Wilbusch im Gespräch mit Eva Lezzi

„Schon als Eva Lezzi den ersten ihrer beiden Gesprächspartner vorstellte, wurde die „UnMöglichkeit“ der Inszenierung des Jüdischen deutlich: Sie verwende Dani Levys „Alles auf Zucker“ im Unterricht, um US-amerikanischen Studierenden einen Einblick in das Judentum im deutschsprachigen Raum zu geben. „Und damit sind die nach Hause gegangen?!“, rief es aus dem Publikum. Eine Antwort blieb aus, aber doch war klar, wie relevant das Thema war. Bei Eva Lezzi auf dem Podium saßen Jeff Wilbusch und Dani Levy, um an diesem zweiten Tag des Festivals über Theater und Film und die Verortung von jüdischer Identität hierin zu sprechen.

Jeff Wilbusch kommt aus einer chassidischen Familie in Israel, einer Gemeinde, die er mit 13 Jahren verließ, studierte in den Niederlanden Wirtschaftswissenschaften und wurde Schauspieler. Dani Levy kommt aus einer Familie, die, wie er sagte, „Gebrauchsjudentum“ praktizierte, er deutete an, wie der Vater an Pessach die Haggadah durch schnelles Herunterleiern hinter sich brachte, immerhin gab es Mazzeknödel. Aber wie inszeniert man nun „das Jüdische“? Dani Levy gab zu, dass das Jüdischsein für ihn eine untergeordnete Rolle spielte, als er 1980 von Basel nach Berlin zog. In seiner Beziehung zu Maria Schrader habe es ein Wiedererwachen des Jüdischen gegeben – und die Erkenntnis, dass er hier in Berlin eine Aufgabe habe, ein Dasein, das er seinen Vorfahren, Eltern und seinem Volk schuldig sei. 2004 entstand „Alles auf Zucker“. Jüdischsein in diesem Land sei, so Levy, nun außerhalb der Opferrolle etabliert worden. Die Frage, ob Selbstinszenierung und Darstellung auch mit Vorsicht zu genießen seien, warf Jeff Wilbusch etwas später auf. Er arbeitete gerade an einer Serienproduktion basierend auf „Unorthodox“ von Deborah Feldman, Regie Maria Schrader. Eine Produktion, die ihn sowohl an eine verdrängte Zeit erinnerte, aber auch zu seiner Muttersprache Jiddisch zurückführte und ihn seine Familie besser verstehen ließ. Wilbusch bezeichnete die Mitarbeit in der Produktion als ein „Geschenk“. Die Darstellung der ultraorthodoxen Satmarer Community in New York sei sehr authentisch, auch dadurch, dass die Hälfte des Textes auf Jiddisch sei. Er habe das Gefühl gehabt, dass man so auch der Gemeinde näher komme: „Plötzlich habe ich verstanden, was sie versuchen zu schützen – sie wollen die sechs Millionen zurück“. Nachdem Eva Lezzi einen kurzen Ausschnitt aus Levys Film „Joshua“ zeigte, kam die Frage nach Humor im Film, dezidiert jüdischem Humor und Humor als Waffe auf. Levy sprach über seinen Film „Mein Führer“ und die Rezeption, die sehr kritisch gewesen sei, eben weil er humoristisch gearbeitet habe. Wilbusch mahnte noch einmal an, dass wir das Böse in uns haben und genau dem in die Augen schauen müssen. Man könne die Geschichte nicht aufarbeiten, wenn man sich dem nicht nähere. Das Jüdische lasse sich inszenieren, auf unterschiedliche Weisen. Es berge genau hier die Chance, verstanden zu werden, sich anderen und sich selbst zu erklären, das könne so ambivalent wie die eigene Vielheit sein und auf Kritik stoßen, aber es sei nicht unmöglich.“ Anna Bertram

„Festival Jüdischer Literaturen“ – ein Rückblick

„Was bleibt, nach drei Tagen „Jüdischer Literaturen“? Waren sie der Beweis dafür, dass es nach dem Bruch, nach der Shoah, wieder ein lebendiges jüdisch-literarisches und künstlerisches Leben im „deutsch-sprachigen Raum“ gibt, wie Hannah Peaceman in ihrer Zusammenfassung ausführte? Oder bleibt, wie es bei Jo Frank durchschien, auch etwas Enttäuschung darüber zurück, dass sich wieder einmal zu sehr auf das Biographische der Autor_innen und Künstler_innen konzentriert wurde? Wurden eher weitere Grenzen gezogen zwischen „Deutschen“ und „Juden“ als „neue Räume zu öffnen“, wie Frank es sich in seinem Eingangsplädoyer gewünscht hatte?

Vielleicht bleiben beide Eindrücke: dass es viele starke, auch viele neue, junge Stimmen in der – will man sie denn so nennen? – deutschsprachigen jüdischen Literatur gibt und dass es andererseits immer noch viel wechselseitige Fremdzuschreibungen, Exotisierungen und Essenzialisierungen gibt, die fortbestehen.

Das große Potenzial der vertretenen Künstler_innen, zum Lachen, Weinen und nicht zuletzt zum kritischen Nachdenken anzuregen, trat an mancher Stelle voll zu Tage. Gerade dort, wo es keine Erzählerin gab, die auf die Autorin zurückgeführt werden konnte, machte das Zuschauen und Zuhören besonders viel Spaß. Das schien besonders gut zu gelingen, wenn es um Lyrik, das Übersetzen und die (audio-)visuelle Kunst ging. So ergriffen beispielsweise die Gedichte von Max Czollek und Zehava Khalfa, die beide – in ganz unterschiedlicher Weise – von einem großen Bewusstsein der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse zeugten. Irina Rubina gab Einblicke in ihre Annäherung an Ossip Mandelstam als Animationsfilmerin und dachte dabei laut über ihre Farbwahl nach, die unter anderem die Hoffnung darstellen sollte, die Mandelstam selbst in dunkelster Zeit in seiner Poesie fand. Und die Übersetzerin Anne Birkenhauer gab Anstöße weiter nachzudenken über das Verhältnis von Sprachen, besonders zwischen der deutschen und der hebräischen, und die schaffende Kraft, die in Übersetzungen liegen könne.

Auch die große Mehrheit der Lesungen der Autor_innen, die Romane veröffentlicht haben, bewegten das meist sehr konzentrierte Publikum. Es wurde viel gelacht im Saal und manchmal war es mucksmäuschenstill, etwa, wenn Adriana Altaras aus ihrem Buch „Die jüdische Souffleuse“ las und diese der Ich-Erzählerin von ihrem Vater erzählte, der im Sonderkommando den Holocaust überlebte.

Sicherlich, nicht alles konnte in zweieinhalb Tagen beantwortet werden. Was bleibt, sind offene Fragen und angefangene Diskussionen zu Themen, die immer wieder gestreift wurden: Desintegration, Selbstermächtigung und Vielfalt. Die Aufforderung Jo Franks, nicht das Schreiben, sondern auch das Lesen als politische Praxis zu betrachten, nahm ich jedenfalls mit nach Hause.“ Josefine Langer

„Zehn Jahre ELES – Investition in die Zukunft. Förderung einer neuen jüdischen Intellektualität“ – die Zeitschrift Jüdisches Europa stellt ELES in der neuen Ausgabe (Januar/Februar/März 2020) auf einer Doppeseite vor.

Jo Frank, Geschäftsführer von ELES, hat für „Herder Korrespondenz. Monatsheft für Gesellschaft und Religion“ (Februar 2020) einen Gastkommentar geschrieben. Thema: „Mehr als ‚Zusammenhalt‘. Wir müssen den religiös-weltanschaulichen Dialog neu denken“:

„Wir müssen den interreligiös-weltanschaulichen Dialog neu denken – weg von einer theologischen hin zu einer gesellschaftlichen Debatte. (…) Welche Rolle Religionen und Weltanschauungen in Gesellschaft einnehmen, ist ein Aushandlungsprozess, der gesellschaftliche Pluralität widerspiegeln muss. Das bedeutet auch, sich von einigen Illusionen zu verabschieden.“

Am 18. und 19. Januar 2020 kamen 15 aktive und ehemalige Stipendiat_innen von ELES und Heinrich-Böll-Stiftung zusammen, um über die Bedeutung von Antifeminismus in aktuellen rechten Diskursen über Gesellschaft und die zugehörigen Familien- und Geschlechterbilder zu diskutieren. Anhand von Texten der Sekundärliteratur, aber auch rechten Quellentexten, haben wir uns mit Definitionen und Analysen beschäftigt: Was ist Antifeminismus, was ist Anti’genderismus‘? Welche Funktion haben diese in rechten Verschwörungsideologien? Funktionieren diese tatsächlich, wie von neueren Forschungen nahegelegt, als eine Art ideologisches Scharnier zwischen extrem rechten Positionen und eher rechts-konservativen, „mittigen“ und gesellschaftlich breit anschlussfähigen? Und wie werden Geschlecht, Familie und die Debatten um „Gender“ in den unterschiedlichen politischen Kontexten eigentlich verhandelt? Ergänzt wurde unsere Textarbeit durch einen spannenden und eindrücklichen Input von Julia Molin und Pia Schramm, die uns Einblick in ihre aktuelle Feldforschung auf Twitter zur Verschränkung von Anti-Islam- und Anti-Gender-Diskursen gaben. Gerade für die Frage nach dem Zusammenhang von Antifeminismus, Antisemitismus und Rassismus war dieser Exkurs in die Diskursräume sozialer Medien hilfreich und wichtig.

Realisiert wurde der Workshop durch eine Kooperation zwischen der Ehemaligenarbeit von ELES und dem Verein der ehemaligen Stipendiat_innen der Heinrich-Böll-Stiftung. Wir danken allen Beteiligten und Teilnehmenden für ihre engagierten Beiträge und die wunderbare Zusammenarbeit!

Judith Offenberg ist ELES-Stipendiatin und studiert in London. Wie sie die Auseinandersetzungen um den Brexit erlebt hat, erzählt sie hier:

„Heute verlässt Großbritannien die Europäische Union. Alle, ob Briten, Europäer_innen oder internationale Studierende, ahnen, dass es nach dem heutigen Tag Änderungen geben dürfte. Welche dies sein werden und welchen Einfluss sie auf unser tägliches Leben haben werden, weiß so genau noch niemand. Doch vor lauter Ratlosigkeit hat sich merkwürdigerweise eine nicht nachvollziehbare Ruhe über Großbritannien gelegt.

Die Auseinandersetzung um den Brexit wurde in der Endphase durch die Parlamentswahlen überlagert. Insbesondere für die jüdische Gemeinschaft war dies ein großes Dilemma. Für diejenigen, die sich das Verbleiben des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union wünschten, wurde die Frage des Abstimmens gegen den Brexit von Bedenken hinsichtlich des Antisemitismus in der Labour-Party überschattet, den viele jüdische Briten sehr ernst nahmen. In jüdischen Kreisen war ein Gefühl von Aussichtslosigkeit weit verbreitet. Viele, die entweder den Brexit verhindern oder aus ideologischen Gründen Labour wählen wollten, fühlten sich von den Kandidat_innen nicht repräsentiert. Für mich persönlich war diese Debatte sehr entmutigend. Ich werde die Auswirkungen dieser Entscheidung langfristig erleben, hatte jedoch keine Möglichkeit, meine Meinung auszudrücken oder zu vertreten.

Als Vorsitzende der Jewish Society im King’s College London (King’s JSoc) konnte ich an etlichen derartigen Auseinandersetzungen teilnehmen. Für uns bleibt  es immer wichtig, die Interessen der jüdischen Studierenden zu vertreten und unseren Zusammenhalt nach innen und außen zu bewahren. Ob mit oder ohne Brexit, für die Jewish Society sind laufende jüdische Aktivitäten, auf kulturellem, religiösem, geselligem Gebiet, prioritär und wir gehen nicht davon aus, dass dies ab dem 1. Februar 2020 anders sein wird. Die Unterstützung, die ich zu diesen Themen in jüdischen Einrichtungen wie ELES erhalten habe, hat mir geholfen meine Rolle bestmöglich auszuüben.

Man spricht immer von den Auswirkungen, die der Brexit auf Europa haben wird, oder vom Leben der Europäer_innen in Großbritannien, aber letztendlich wurde mir insbesondere als Studentin in London klar, dass die am schlimmsten Betroffenen hauptsächlich die Briten sein werden. Ich habe großes Glück, wie die Mehrheit europäischer Studierender, den sogenannten „Pre-Settled Status“ zu tragen. Dieser bedeutet, dass ich in einigen Jahren in Großbritannien ein unbefristetes Aufenthaltsrecht haben werde. Mein Vorteil liegt natürlich darin, dass ich jederzeit nach Berlin zurückzukehren und dem Chaos entkommen könnte. Schwierig wird es erst, wenn Studierende Praktika machen wollen. Gleichermaßen könnten sich die Studiengebühren erhöhen und deutschen Schüler_innen so der Zugang zu britischen Universitäten erschwert werden.

Doch noch hat sich keine dieser Annahmen bestätigt. Als Ausländer_innen ist es für uns wichtig, den Brexit nur als temporäre Krise anzusehen und letztlich mit ihm abzuschließen. Dem Anschein nach herrscht in London nach wie vor die Ruhe vor dem Sturm, die Engländer scheinen sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen. Da die Zukunft für alle Beteiligten ziemlich ungewiss ist, sollten wir versuchen, es den Briten vorerst nachzumachen.“

(C) Foto: Judith Offenberg

Milan Marcus studiert, mit Unterstützung von ELES in Australien. Für die Jüdische Allgemeine schreibt er über die Buschbrände und die Hilfsaktionen, die jüdische Orgaisationen initiiert haben.

Wir gratulieren dem ELES-Stipendiaten Arkadij Khaet! Auf dem 41. Filmfestival Max Ophüls Preis wurde „Masel Tov Cocktail“ von Arkadij Khaet, Mickey Paatzsch und Merle Teresa Kirchhoff mit dem „Publikumspreis mittellanger Film“ ausgezeichnet. Der Preis  wird von der Sparkasse Saarbrücken ausgestattet und ist mit 5.000 Euro dotiert. „Masel Tov Cocktail“ erzählt wie es ist, als jüdischer Jugendlicher in Deutschland aufzuwachsen. Die Regisseure arbeiten mit Bildeinschüben, Grafiken und dokumentarischen Elementen, um die Absurdität der Situationen zu zeigen.

Der Schauspieler und ELES-Alumnus Alexander Wertmann war vorab für herausragende Leistungen im Bereich Schauspiel in „Masel Tov Cocktail“ als „Bester Schauspielnachwuchs“ nominiert worden. Die Jury begründete dies: „Die irre Gratwanderung zwischen schräger Komik, ins Mark treffenden Pointen und der gleichzeitigen Vermittlung einer hochsensiblen Thematik gelingt Alexander Wertmann in brillanter und den Film nachhaltig prägender Manier.“ Wir gratulieren auch Alexander Wertmann sehr herzlich!

Die Veranstaltungsreihe ELES trifft … startet im neuen Jahr mit einem Gespräch von Prof. Lars Castellucci und Rabbiner Prof. Walter Homolka. Lars Castellucci ist seit 2013 Bundestagsabgeordneter und seit 2018 Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der SPD-Bundestagsfraktion sowie Sprecher für Migration und Integration der SPD-Bundestagsfraktion. Weitere Informationen hier.

Wir freuen uns, viele ELES-Stipendiat_innen und ELES-Ehemalige am Dienstag, 28. Januar 2020, 18:30 Uhr, in der ELES-Geschäftsstelle begrüßen zu dürfen!

Anmeldungen bis zum  24. Januar, 12 Uhr, per Mail Mail an: dingerdissen(at)eles(minus)studienwerk.de. Vielen Dank!

„Eine Gemeinschaft, auf die Verlass ist“ — Andrej Sternin, Gastdoktorand für Luft- und Raumfahrtechnik an der Technischen Universität in Garching und ELES-Stipendiat, sprach mit der Süddeutschen Zeitung über seine Geschichte, Antisemitismus, den Zusammenhalt in der Gemeinde und seinen Kurs „Robotics“, mit dem er im Jugendzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern  in die Grundlagen der Roboter- und Ingenieurwissenschaften einführt. Das Doppelporträt von Andrej und Natan S. ist in der SZ-Serie „Kaum zu glauben“ erschienen.

Am 23. Januar 2020 ist Filmstart von JOJO RABBIT. Die Satire des jüdisch-maorischen Regisseurs Taika Waititi ist aufregend und unbedingt sehenswert. Wir freuen uns, aktuelle und ehemalige Stioendiat_innen von ELES gemeinsam mit Disney zur Preview von JOJO RABBIT einzuladen: Am Donnerstag, den 16. Januar 2020, um 20 Uhr im Kino in der KulturBrauerei, Prenzlauer Berg. Freier Eintritt und ein Softdrink und einmal Popcorn pro Person inklusive.

Wer den Film sehen möchte, melde sich bitte bis zum 14.01.2020, 10 Uhr, über dieses Formular an:
https://tinyurl.com/yf3ry4bg

Bei zu vielen Teilnehmer_innen entscheidet das Los.

Trailer zum Film: www.fox.de/jojo-rabbit

Info zum Film:

In der Zweiten-Weltkrieg-Satire JOJO RABBIT stellt Regisseur und Drehbuchautor Taika Waititi (THOR: TAG DER ENTSCHEIDUNG, WO DIE WILDEN MENSCHEN JAGEN) erneut einen unverkennbaren, von Humor und Pathos geprägten Stil unter Beweis. Das Weltbild eines einsamen deutschen Jungen (Roman Griffin Davis als Jojo) wird auf den Kopf gestellt, als er herausfindet, dass seine alleinerziehende Mutter (Scarlett Johansson) auf ihrem Dachboden ein jüdisches Mädchen (Thomasin McKenzie) versteckt. Jojo muss sich daraufhin seinem blinden Nationalismus stellen, der durch seinen imaginären Freund Adolf Hitler (Taika Waititi) genährt wird.

Das American Film Institute (AFI) zählt JOJO RABBIT zu den zehn bedeutendsten Filmen des Jahres 2019, was ihn zu einem heißen Anwärter für die Oscar®-Verleihung macht. Bei den Hollywood Critics Association Awards 2020 (HCA Awards) ist der Film fünfmal nominiert, u. a. in den Kategorien Bester Film, Bester Regisseur und Bestes adaptiertes Drehbuch. Auf dem Toronto International Film Festival 2019 wurde JOJO RABBIT mit dem People’s Choice Award ausgezeichnet.

WICHTIG: Da die Veranstaltung von ca. 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr geht, können nur Teilnehmer_innen an der Veranstaltung teilnehmen, die mindestens 16 Jahre alt sind. Alle angegebenen Daten werden nur zu Organisationszwecken verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Du wirst eine Bestätigungsmail und weitere Infos zum Veranstaltungsort etc. erhalten. Checke dafür bitte unbedingt auch deinen Spam-Ordner.

Neuigkeiten von ELES:

Previous Next

Informiert bleiben:

Erhalten Sie über den ELES-Newsletter regelmäßig die wichtigsten Neuigkeiten aus dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk.