Avi Feldman, ELES-Alumnus und Kurator, wurde mit der MINI/Goethe-Institut Curatorial Residency Ludlow 38 für das Kalenderjahr 2018 ausgezeichnet. Avi Feldmans Arbeit „WE INDICT!“ wird sich mit institutionellen Rassismus in Deutschland beschäftigen. Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk gratuliert Avi Feldman zu dieser schönen Anerkennung seiner Arbeit und freut sich auf einen Besuch von Ludlow 38 bei der ELES-Auslandsakademie New York 2018.

The Goethe-Institut New York is pleased to announce that Avi Feldman has been awarded the 2018 curatorial residency within its MINI/Goethe-Institut Curatorial Residencies Ludlow 38 program. Feldman has been living and working as a curator in Germany since 2009.

The curatorial residency, which includes a grant and the mandate to program Ludlow 38 for a full calendar year, was awarded by an international jury composed by Larissa Harris (Queens Museum of Art), Christian Rattemeyer (Museum of Modern Art), and Nicolaus Schafhausen (Kunsthalle Wien). Feldman’s proposal to devote his residency to exposing the pervasiveness of legal systems and his commitment to working with artists, scholars, and activists at the intersection of art and law was regarded as timely and necessary by the jury.

Feldman will organize his program under the framework of “The Agency for Legal Imagination” and will explore both existing and imagined relations between law and the visual arts in a variety of formats. The program will launch on February 8, 6–9pm with We Indict!, an exhibition about grassroots activism, social engagement, and creating alternatives to existing legal systems. Presented in collaboration with TRIBUNAL – Unraveling the NSU Complex, an initiative by hundreds of anti-racism activists in Germany, the exhibition unravels neo-Nazi terror and institutional racism in Germany by exposing the crimes and networks of the extreme rightwing organization known as National Socialist Underground (NSU). The exhibition will function as a counter-archive to the German legal system and will include images, videos, and documents collected by the Tribunal and created by Ulf Aminde, Spot the Silence, SPOTS Audiovisual Micro-Interventions, and Forensic Architecture.

Throughout 2018, the Agency for Legal Imagination will also host Fictive Witness, a series of lecture-performances initiated by Alex Strada and Tali Keren. The series opens on February 13, 7pm at the Goethe-Institut (30 Irving Place) with Kendall Thomas, co-founder and director of the Center for the Study of Law and Culture at Columbia Law School.

Further programming in 2018 will include The Art & Law Complex by Sergio Muñoz Sarmiento, a project focusing on legal and artistic education and practice. Tali Keren’s first solo exhibition in the US will deal with the entanglement between state, religion, and law. The artist’s research on Thomas Jefferson and Benjamin Franklin’s rejected 1776 design for the Great Seal of the United States will serve as a lens through which she explores Judeo-Christian ideology and its effect on immigration. In another US solo debut, Jonas Staal will install a site-specific architectural construction at Ludlow 38 examining the New World Summit, an organization prompting alternative justice through artistic and political activism founded by the artist in 2012.

Avi Feldman (born 1976, Montréal, Canada) is a curator and writer based in Tel Aviv, Berlin, and Dresden. Feldman holds a law degree and has been a member of the Israeli Bar since 2005. He is currently a PhD candidate in Practice in Curating at the Department of Art at the University of Reading in co-operation with the Postgraduate Programme in Curating at the Institute for Cultural Studies in the Arts, Department of Cultural Analysis, Zurich University of the Arts. Among his most recent curatorial projects are Omanut’s NeuLicht Festival for Video Art at Kunsthaus Zurich and KOSMOS Kulturhaus, Zurich (2017); Playing Hide and Law at tranzit, Bratislava (2017); and the exhibition, workshop, and performance series Motions for the Agenda at Artport Tel-Aviv (2017).

MINI/Goethe-Institut
Curatorial Residencies
Ludlow 38
38 Ludlow Street
New York, NY 10002
www.ludlow38.org

Thursday–Sunday, 1–6pm

Der ELES-Ehemalige Gildad Ben-Nun ist mit seinem Buch „Seeking Asylum in Israel: Refugees and the History of Migration Law“ Finalist des National Jewish Book Award 2017. ELES freut sich mit Gilad Ben-Nun über diese Auszeichnung.
Zur Begründung der Jury.

Am Wochenende des 30.-31. Dezember 2017 vertraten die Stipendiat_innen Alissa Frenkel, Yan Wissmann und Nika London das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk bei der Jahresversammlung der World Union of Jewish Students – WUJS in Jerusalem.

Bei Workshops zu Themen wie „Union Development“, „Campaigning“ und „Jewish Education“ konnten sich die Stipendiat_innen mit jüdischen Studierenden aus insgesamt 36 Ländern austauschen und hatten so die Gelegenheit mehr über die aktuelle Lage von Jüdinnen und Juden weltweit zu erfahren.

Die WUJS wurde 1924 gegründet. Ihr erster Präsident war Albert Einstein, zu dessen Stellvertretern neben dem ersten Präsidenten Israels Chaim Weizman und dem Dichter Chaim Nachman Bialik auch Sigmund Freud gehörte. Dieses Erbe tritt nun Avigayil Benstein an, die auf dem Kongress zur neuen Präsidentin gewählt wurde. בוט-לזמ – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Von Donnerstag, dem 30. November bis Sonntag, den 3. Dezember fanden die diesjährigen ELES-Begrüßungstage am Werbellinsee statt. Sie dienten dem Kennenlernen und dem Austausch zwischen den neuen Stipendiat_innen, dem StiRa, den Vertrauensdozent_innen und den Alumni und Alumnae. Nach der Begrüßung durch die Mitarbeiter_innen der ELES-Geschäftsstelle gingen die Studierenden und die Promovierenden – die erstmalig in diesem Rahmen feierlich in das Studienwerk aufgenommen wurden – getrennt in Klausur. Bei einem Filmabend wurden drei Kurzfilme von ELES-Stipendiat_innen gezeigt. Nach einem Gespräch mit dem Regisseur und ELES-Stipendiat Robert Schulzmann klang der erste Abend gemütlich aus.Die Promovierenden beschäftigten sich am Donnerstag mit dem Themenkomplex „Migration, Karriere, Promotion“. Es wurden in den folgenden Tagen diverse Promotionsthemen vorgestellt – von Neuropsychologie, über Politik, Philosophie und Musik bis zu Computersimulationen von Verbrennungsvorgängen.

Am Freitagmorgen begann das vielfältige religiöse Angebot. Neben einem orthodoxen und liberalen Shacharit wurde auch ein Rainbow-Shiur angeboten. Anschließend präsentierten Ehemalige Stipendiat_innen in sogenannten Limmudim für die Neustipendiat_innen inhaltliche Einblicke in ihre Interessens- und Tätigkeitsgebiete. Die Limmudim umfassten Seminare über Geschlechtsidentitätsdysphorie, Architektur und Bauingenieurwesen, Leihmutterschaft aus juristischer Perspektive, jüdische Philosophie und europäische jüdische Interessensvertretungen.

Der Austausch von neuen und alten ELESianer_innen wurde am Samstag fortgesetzt: Die neu aufgenommenen Stipendiat_innen konnten das Studienwerk in all seinen Facetten und mit all seinen Initiativen und Nebenprojekten kennenlernen. Dank des Engagements der Ehemaligen konnten auch am Samstag die Stipendiat_innen von spannenden Workshops profitieren.

Am Freitag und Samstag gab es ein pluralistisches Shabbatangebot mit liberalen, orthodoxen und musikalischen Minyanim und Shiurim. In einer Havdala am Feuer hießen die Stipendiat_innen gemeinsam die neue Woche willkommen und feierten anschließend mit Livemusik.

Am Sonntag verabschiedete sich nach einem musikalischen G-ttesdienst die Geschäftsstelle von den Teilnehmenden mit einem Rückblick auf vier intensive und lehrreiche Tage. Wir bedanken uns bei den stipendiatischen Helfer_innen, den Ehemaligen und bei den Vertrauensdozent_innen, für ihren Beitrag zum Gelingen der Begrüßungstage!

Nach den jüngsten antisemitischen Ausbrüchen in Deutschland kamen am Sonntag, den 17.12. in der B.Z. Stipendiat_innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks zu Wort. Einig sind sie sich darin, dass Judenfeindschaft in jeder Form entschlossener als bisher entgegengetreten werden muss. Dabei dürfe die notwendige Thematisierung von Antisemitismus in muslimischen Communities aber nicht zum Vorwand werden, um von antisemitischen und antimuslimischen Ressentiments in der Mehrheitsgesellschaft abzulenken. „Überraschend differenziert“ findet die B.Z. die Antworten der jungen Jüdinnen und Juden – wir hingegen haben von unseren Stipendiat_innen nichts anderes erwartet und danken ihnen herzlich für die Stellungnahmen!

ELES-Auslandsakademie New York
New York City, 12. – 20. November 2017

Die ELES-Auslandsakademien sind ein besonderes Highlight unserer ideellen Förderung, denn sie geben unseren Stipendiat_innen Einblicke in die internationalen Zentren jüdischen Lebens. Seit 2015 führt ELES in Kooperation mit dem Leo Baeck Institute eine Auslandsakademie in New York City durch, denn die Stadt ist mit seinen lebendigen, pluralen und divergenten jüdischen Gemeinschaften mit Sicherheit eines der weltweit interessantesten und wichtigsten Zentren der Diaspora.

Am Sonntag, den 12. November 2017, begrüßte das ELES-Beiratsmitglied Prof. Atina Grossmann die zwölf mitreisenden Stipendiat_innen. Den Montag und Dienstag verbrachte die Gruppe beim Leo Baeck Institute im Center for Jewish History. Mithilfe des umfangreichen Archivs recherchierten die Stipendiat_innen zu selbstgewählten Forschungsfragen. Mit Zeitzeug_innen und Expert_innen tauschten sie sich anschließend über ihre Recherchen aus.

Am Mittwoch besuchte die Gruppe das Redaktionsbüro des  Forwards. Dort gaben Journalist_innen und der Herausgerber Samuel Norrich eine Einführung in die Geschichte der Zeitung und diskutierten mit den Stipendiat_innen aktuelle politische Herausforderungen. Mit der Rabbinerin Rachel Grant-Meyer sprach die Gruppe ebenfalls am Mittwoch über HIAS, eine jüdische Organisation der Flüchtlingshilfe.

Das kulturelle Begleitprogramm bestand neben einem Besuch des Whitney Museum of American Art aus einem Treffen mit Rebecca Guber in Brooklyn. Die Gründerin und Leiterin des ELES-Kooperationspartners Asylum Arts präsentierte der Gruppe eine Künstlerin aus ihrer Förderung und führte die Teilnehmer_innen durch den Stadtteil Dumbo.

Bei einer Podiumsdiskussion, die vom German Consulate General New York veranstaltet wurde, sprachen gestern Abend drei Stipendiatinnen mit Prof. Lisa Grant über jüdisches Leben in Deutschland, das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk und über ihre ersten Eindrücke aus New York.

Ein wichtiger Bestandteil des Programms ist das Kennenlernen der US-amerikanischer religiöser Praxis: So nahm die Gruppe  an einem Shacharit im Hebrew Union College teil und verbrachte den Shabbat im The Bronfman Center for Jewish Student Life at NYU bei Rabbiner Yehuda Sarna verbringen. Dort werden sie die Möglichkeit haben, modern-orthodoxe, konservative und reform G’ttesdienste zu besuchen und US-amerikanische Studierende zu treffen. Nach einer Satdtführung und einem Kunst-Workshop endete am Sonntagabend die Akademie mit einem Farewell Dinner.

Am 23. November 2017 diskutierten im Berliner Tagungswerk Mely Kiyak, Publizistin und Autorin (u.a. “Kiyaks Deutschstunde”), Mohamed Amjahid, Journalist und Autor (“Unter Weißen – was es heißt, privilegiert zu sein”) und Christoph Wagenseil, Religionswissenschaftler (REMID) mit Jo Frank (ELES) und Teilnehmer_innen der Dialogperspektiven zum Thema “Religiöse Vielfalt – Mediale Einfalt. Zur Darstellung von Religionen und Weltanschauungen in den Medien”.
Cai Werntgen, Dozent für Ästhetik und Medientheorie und Geschäftsführer der Udo Keller Stiftung Forum Humanum, hielt ein einführendes Grußwort.

Grußwort Cai WerntgenHinführung Mohamed AmjahidHinführung Christoph WagenseilDiskussion Mohamed Amjahid, Mely Kiyak, Jo Frank, Christoph Wagenseil

Cai Werntgen appelierte in seinem Grußwort zunächst, den Medienbegriff zu hinterfragen. Neben den unter “Medien” meist gemeinten technologischen Infrastrukturen habe der Begriff auch nicht apparatistische Dimensionen: der Mensch besäße die Kunst, selbst Medium zu sein. Er rief dazu auf, medientheoretisch die Wechselwirkung und die Diskrepanzen zwischen den dinglichen und den menschlichen Dimensionen dieses Medienbegriffs zu betrachten.

Mohammed Amjahid kritisierte zu Beginn den Token-Effekt in den Medien, der dazu führe, dass Minderheiten stellvertretend bestimmt Positionen zugeschrieben werden. Religiöse Menschen fühlen sich in ihrem Glauben oft verletzt, ergänzte Christoph Wagenseil in seinem Eingangsstatement, wenn in Medien ihrer Religion etwas zuschreiben. Er machte ferner darauf aufmerksam, wie selbstverständlich mit Begriffen wie “Weltreligion” oder “Sekte” gearbeitet werde, ohne dass diese Begriffe zuvor eine nachvollziehbare Definition erfuhren.

Mely Kiyak stellte fest, dass es kein Interesse gibt, dass Medien Religionen wissenschaftlich-fundiert darzustellen. Unter Expert_innen werden in der Regel Soziolog_innen, Psycholog_innen oder Politikwissenschaftler_innen herangezogen, aber selten Theolog_innen. Eine Ausnahme ist zum Teil der öffentlich-rechtlichen Hörfunks, wo es Formate gebe, die sich fundiert mit Religionen auseinandersetzen, allerdings sehr ausgewählt. Als weiteres Phänomen stellte sie fest, dass häufig Vom-Glauben-Abgefallene als Expert_innen für ihre frühere Religion herangezogen werden.
Christoph Wagenseil bemängelte die fehlende Vielfalt in den Medien bei der Berichterstattung über Religionen. So gäbe es über 700 verschiedene eingetragende Religionsgemeinschaften, doch nur wenige finden Erwähnung. Auch das die Heiligen Bücher auf vielfältige Weise unterschiedliche Lesarten erfahren wird ausgeblendet. Selbst über evangelikale Christ_innen werde selten berichtet, obwohl es unter ihren Anhänger_innen promininente Personen aus der Politik gäbe, stimmte Mely Kiyak ergänzent zu. Ihrer Meinung nach sei das Grundproblem beim Thema “Religion und Medien”, dass es kaum Personen mit fundiertem Wissen über Religionen gäbe, die in Medien ausreichend Stellung nehm,en können. Das führe dazu, dass leicht Behauptungen über Religionen und ihre Anhänger aufgestellt werden können, was politisch ausgenutzt wird.

Hier das Video der Veranstaltung vom 23.11.2017

Vom 1. bis 3. November 2017 fand die Konferenz der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland „Gedenken in der deutschen Gesellschaft – Erinnern in der jüdischen Gemeinschaft“ in Kooperation mit dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk statt.

Feierlich eröffnet wurde die Tagung im Frankfurter Römer mit Reden u.a. von Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, und von Dr. Mirjam Wenzel, der Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt.

Die eigentliche Konferenz fand im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Frankfurt statt. Ein vom Studienwerk gestaltetes „Gespräch zwischen den Generationen“, in dessen Rahmen auch eine Vorstellung des ELES-Sammelbandes „Neues Judentum – altes Erinnern? Zeiträume des Gedenkens“ (Hentrich & Hentrich, 2017) stattfand, bildete den Konferenzauftakt. In Grußworten unterstrichen Daniel Botmann, Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, und Jo Frank, ELES-Geschäftsführer, die Bedeutung unterschiedlicher, auch durchaus kontrovers diskutierter Formen der intergenerationellen Erinnerung an die Shoah. Die unterschiedlichen Formen des Erinnerns wurden anschließend in einem von Manfred Levy, Mitarbeiter des Fritz Bauer Instituts, moderierten Gespräch vertieft. Daran nahmen auch die ELES-Referent_innen und Mitherausgeber_innen, PD Dr. Eva Lezzi und Dr. Dmitrij Belkin, sowie die ELES-Alumni, Hannah Peaceman und Oleg Pronitschew, teil.

Die Konferenz thematisierte Formen und Praktiken des Gedenkens sowohl aus innerjüdischer Perspektive als auch aus Sicht der Mehrheitsgesellschaft und leistete damit einen wichtigen Beitrag zum allgemeinen Diskurs über Erinnerung.

Am 26. Oktober ging die von ELES entwickelte Ausstellung #Babel21 im Berliner Centrum Judaicum zu Ende, in der zehn unserer Stipendiat_innen mit ihren vielfältigen Migrationsbiographien porträtiert wurden. Durch sie hat ein breites, internationales Publikum einen Eindruck der in stetem Wandel begriffenen neuen jüdischen Gemeinschaft Deutschlands bekommen. Die Ausstellung war eine öffentliche Weiterentwicklung der ELES-Migrationsreihe, die einen Schwerpunkt der ideellen Förderung der Jahre 2016 bis 2017 darstellte.

Die vom ELES-Referenten Dr. Dmitrij Belkin kuratierte Austellung gruppierte Texte, Bilder und Objekte um die fünf Gedankenräume Familie, Migration, Heimat, Religion und Vielfalt. Sowohl bei der Ausstellungseröffnung als auch bei den Begleitveranstaltungen – darunter die Buchpremiere eines ELES-Sammelbandes Neues Judentum – altes Erinnern? Migration und jüdische Gemeinschaft – kamen zahlreiche ELES-Stipendiat_innen zu Wort. Als Autor_innen des Buches und des Ausstellungskatalogs sowie als Protagonist_innen zahlreicher Medienberichte diskutierten sie versiert die komplexen Zusammenhänge rund um die Schlüsselthemen der jüdischen Gemeinschaft und der Mehrheitsgesellschaft. Die breite Rezeption der Ausstellung zeigt einmal mehr, dass ELES in den zurückliegenden Jahren zu einem wichtigen Ort der innerjüdischen Reflexion wie der gesamtgesellschaftlichen Diskussion geworden ist. Aufgrund des großen, auch über Berlin hinausgehenden Interesses soll die Ausstellung nun auf Wanderschaft gehen!

Mit dem Herbstseminar zum Thema „Religion und Medien“ sind die Dialogperspektiven erfolgreich in das dritte Programmjahr gestartet. Das erste von zwei Seminaren im neuen Programmjahr fand vom 18. bis 22. Oktober in Kooperation mit Paideia. The European Institute for Jewish Studies in Sweden statt – eine wunderbare Gelegenheit, gemeinsam mit unseren Teilnehmer_innen vier intensive Tage im herbstlichen Stockholm zu verbringen und an die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ELES und Paideia nun auch mit unserem Dialogperspektiven-Programm anzuschließen!

In drei Arbeitsgruppen setzten sich die Teilnehmer_innen mit unterschiedlichen Aspekten des Schwerpunktthemas auseinander: mit Ästhetik und Religion, mit religiöser Repräsentation in popkulturellen Zusammenhängen und mit der Analyse von Print- und Onlinemedien zum Thema „Neue Religionen“. Unter dem Titel „Religion Reloaded“ fand am Abend des 19. Oktober eine Podiumsdiskussion statt, bei der die Direktorin von Paideia, Fania Oz-Salzberger, und Dialogperspektiven-Dozent, Frederek Musall, gemeinsam mit Jo Frank über aktuelle Herausforderungen im interreligiösen Dialog und die Möglichkeit neuer Allianzen zwischen Individuen, Gruppen und Gesellschaften in Europa diskutierten. Ein interreligiöser Stadtrundgang eröffnete Einblicke in die religiöse und weltliche Geschichte und Architektur Stockholms.

Am Freitag stand ein Besuch der Kista Folkhögskola im Stockholmer Vorort Kista, einem Community College mit muslimischem Hintergrund, auf dem Programm. Dort hatten wir die Gelegenheit, am islamischen Freitagsgebet teilzunehmen, das regelmäßig in den Räumlichkeiten des Gemeindezentrums Kista Träff stattfindet. Anschließend kamen die Teilnehmer_innen mit den Leiter_innen der Kista Folkhögskola über deren Arbeit, die Situation der muslimischen Community in Schweden und über ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit jüdischen und christlichen Institutionen ins Gespräch.
Am Freitagabend besuchten wir die Synagoge Stockholm, wo wir am Shabbat-Gottesdienst teilnahmen. Bei einem anschließenden Abendessen nutzten wir die Gelegenheit, mit Paideia-Studierenden ins Gespräch zu kommen. Am Sonntagvormittag fand eine ökumenische Andacht statt, die durch unsere Teilnehmer_innen vorbereitet wurde.

Es waren vier intensive Tage voller einzigartiger Begegnungen und neu entstandener Freundschaften. Wir freuen uns sehr auf die Fortsetzung unserer Arbeit in den kommenden Monaten und auf ein Wiedersehen zum Frühjahrsseminar in Gollwitz!

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