Die Veranstaltungsreihe ELES trifft … startet im neuen Jahr mit einem Gespräch von Prof. Lars Castellucci und Rabbiner Prof. Walter Homolka. Lars Castellucci ist seit 2013 Bundestagsabgeordneter und seit 2018 Beauftragter für Kirchen und Religionsgemeinschaften der SPD-Bundestagsfraktion sowie Sprecher für Migration und Integration der SPD-Bundestagsfraktion. Weitere Informationen hier.

Wir freuen uns, viele ELES-Stipendiat_innen und ELES-Ehemalige am Dienstag, 28. Januar 2020, 18:30 Uhr, in der ELES-Geschäftsstelle begrüßen zu dürfen!

Anmeldungen bis zum  24. Januar, 12 Uhr, per Mail Mail an: dingerdissen(at)eles(minus)studienwerk.de. Vielen Dank!

„Eine Gemeinschaft, auf die Verlass ist“ — Andrej Sternin, Gastdoktorand für Luft- und Raumfahrtechnik an der Technischen Universität in Garching und ELES-Stipendiat, sprach mit der Süddeutschen Zeitung über seine Geschichte, Antisemitismus, den Zusammenhalt in der Gemeinde und seinen Kurs „Robotics“, mit dem er im Jugendzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern  in die Grundlagen der Roboter- und Ingenieurwissenschaften einführt. Das Doppelporträt von Andrej und Natan S. ist in der SZ-Serie „Kaum zu glauben“ erschienen.

Am 23. Januar 2020 ist Filmstart von JOJO RABBIT. Die Satire des jüdisch-maorischen Regisseurs Taika Waititi ist aufregend und unbedingt sehenswert. Wir freuen uns, aktuelle und ehemalige Stioendiat_innen von ELES gemeinsam mit Disney zur Preview von JOJO RABBIT einzuladen: Am Donnerstag, den 16. Januar 2020, um 20 Uhr im Kino in der KulturBrauerei, Prenzlauer Berg. Freier Eintritt und ein Softdrink und einmal Popcorn pro Person inklusive.

Wer den Film sehen möchte, melde sich bitte bis zum 14.01.2020, 10 Uhr, über dieses Formular an:
https://tinyurl.com/yf3ry4bg

Bei zu vielen Teilnehmer_innen entscheidet das Los.

Trailer zum Film: www.fox.de/jojo-rabbit

Info zum Film:

In der Zweiten-Weltkrieg-Satire JOJO RABBIT stellt Regisseur und Drehbuchautor Taika Waititi (THOR: TAG DER ENTSCHEIDUNG, WO DIE WILDEN MENSCHEN JAGEN) erneut einen unverkennbaren, von Humor und Pathos geprägten Stil unter Beweis. Das Weltbild eines einsamen deutschen Jungen (Roman Griffin Davis als Jojo) wird auf den Kopf gestellt, als er herausfindet, dass seine alleinerziehende Mutter (Scarlett Johansson) auf ihrem Dachboden ein jüdisches Mädchen (Thomasin McKenzie) versteckt. Jojo muss sich daraufhin seinem blinden Nationalismus stellen, der durch seinen imaginären Freund Adolf Hitler (Taika Waititi) genährt wird.

Das American Film Institute (AFI) zählt JOJO RABBIT zu den zehn bedeutendsten Filmen des Jahres 2019, was ihn zu einem heißen Anwärter für die Oscar®-Verleihung macht. Bei den Hollywood Critics Association Awards 2020 (HCA Awards) ist der Film fünfmal nominiert, u. a. in den Kategorien Bester Film, Bester Regisseur und Bestes adaptiertes Drehbuch. Auf dem Toronto International Film Festival 2019 wurde JOJO RABBIT mit dem People’s Choice Award ausgezeichnet.

WICHTIG: Da die Veranstaltung von ca. 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr geht, können nur Teilnehmer_innen an der Veranstaltung teilnehmen, die mindestens 16 Jahre alt sind. Alle angegebenen Daten werden nur zu Organisationszwecken verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Du wirst eine Bestätigungsmail und weitere Infos zum Veranstaltungsort etc. erhalten. Checke dafür bitte unbedingt auch deinen Spam-Ordner.

Vom 3. bis zum 5. Dezember 2019 fand in Kooperation von ELES und Literaturhaus Berlin „Verquere Verortungen. Festival Jüdischer Literaturen“ statt. Zum Auftakt des Festivals sprachen die Kurator_innen Eva Lezzi und Jo Frank mit dem Autor Maxim Biller über „Jüdische Literaturen nach 1945“. In DIE ZEIT (Nr.3/2020) ist nun Billers Text über den Abend erschienen: „Ein Amoklauf unter Freunden. Mein Ausflug in die fremde Welt der neuen deutschen Juden„.

Wir verabschieden die geschätzte Kollegin Dr. Eva Lezzi, die ELES zu Ende Dezember 2019 verlassen wird. Eva war seit 2013 für ELES tätig. Sie hat das Künstler_innenprogramm DAGESH wesentlich aufgebaut, Kunstkollegs in Rheinsberg ins Leben gerufen und mit ihrer Begleitung über 100 Promotionen mit ermöglicht. Eva möchte sich ab 2020 neuen beruflichen Herausforderungen stellen.

Wir danken Eva für ihre leidenschaftliche Mitarbeit am Aufbau des Studienwerks und wünschen ihr das Allerbeste! Erreichen kann sie über ihre Webseite. Masel tov, liebe Eva!

Eine Gruppe von hoch motivierten ELES-Promovierenden traf sich im November in Brandenburg  zum „Forum für Promovierende“. Unter der Leitung von ELES-Referentin Dr. Eva Lezzi wurden Schwierigkeiten und Hürden ebenso wie Erfolgserlebnisse des Promovierens diskutiert. Trotz der individuellen Promotionsprojekte überraschte dieses Mal eine inhaltlich verbindende Klammer, nämlich das Thema „Sprache“. Sprache als explizites Forschungsthema (u. a. Sarah Kofmans Sprachphilosphie; Language Brokering in postsowjetischen Einwandererfamilien; Sprachenpolitik gegenüber dem Hebräischen im Amerika der frühen 1920er Jahre), aber auch als akademische Herausforderung: In welcher Sprache soll eine Promotion für welches Zielpublikum verfasst werden? Welche Schwierigkeiten stellen sich durch das Schreiben in der Nicht-Muttersprache? Wie gehen wir heute mit kolonialen Termini um? Wie verbinden wir autobiographische Dokumente mit politischen? Welche Sprach- und Formreglementierungen verlangt das Abfassen einer Promotion?

Der Inputvortrag von Prof. Christoph Schulte zum Thema „8 + 1 Lichter, oder: Wie schreibe ich eine Dissertation ohne Wunder?“ regte zu weiteren Fragen an, die bei Wein und Kerzen bis in die Nacht hinein diskutiert wurden.

Wir danken der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz für die Gastfreundschaft, das leckere Essen und die gute Haus-Atmosphäre, die zum Gelingen des Forums viel beigetragen haben!

„Seid fruchtbar und mehret Euch“ ist die erste Mitzwah in der Torah. Fortpflanzung hat im Judentum also eine große Bedeutung, doch auch das sexuelle Vergnügen jenseits des Kinderkriegens ist durchaus erwünscht. Die Torah verpflichtet den Mann explizit dazu, seine Frau zu befriedigen und ihr umfänglich zur Verfügung zu stehen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, ist dies ein Scheidungsgrund. Die verschiedensten Sexualpraxen werden in der rabbinischen Tradition akzeptiert, so lange kein „Samen verschwendet“ wird. Doch diese Prämisse birgt große Herausforderungen, steht sie doch beispielsweiser einer schwulen Sexualität entgegen.

Im Rahmen eines Kollegs beim Forum Humanum in Neversdorf nahmen wir uns dem Thema „Sexualität und Judentum“ vermittelt über das Medium Film an. Rabbiner Shaul Friberg führte zunächst in die religiösen Grundlagen des Themas ein und stellte einige Passagen aus Thora und Talmud zur Sexualität vor. Die Filmwissenschaftlerin Hilla Lavie gab einen Überblick zu Methoden der Filmanalyse, mit denen anschließend die Filme des Kollegs diskutiert und ausgewertet wurden. Die ersten drei Filme „Du sollst nicht lieben“ (2009), „Sacred Sperm“ (2014) und „Keep not silent“ (2004) beleuchteten das Thema anhand ultra-orthodoxer Gemeinden in Israel, allerdings aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Während „Du sollst nicht lieben“ von außen mit einem sehr kritischen Blick auf die ultra-orthodoxen Gemeinschaften blickt und deren Umgang mit Homosexualität problematisiert, nimmt die Doku „Keep not silent“ eher eine Innenperspektive ein. Die Protagonistinnen sind selbst streng religiös, befolgen die Gesetze und sehen ihre eigene homosexuelle Sexualität zum Teil als einen Widerspruch dazu an. In der Selbsthilfeorganisation OrthoDykes kommen sie mit anderen Lesben zusammen, um die Vereinbarkeit von jüdisch-orthodoxer Lebensführung und Homosexualität zu diskutieren und sich gegenseitig zu unterstützen. Ein Highlight des Kollegs war, dass die Macherin der Dokumentation, Ilil Alexander, für Fragen zur Verfügung stand. Wir sprachen mit ihr über die Entstehung, Hintergründe und das Anliegen der Dokumentation. Alexander gewährte der Gruppe tiefe Einblicke sowohl in die Arbeit einer Regisseurin als auch in die Hintergründe der Protagonistinnen des Films.

Die Dokumentation „Sacred Sperm“ nimmt eine andere Position zum Thema Sexualität und Judentum ein und beleuchtet das religiöse Gebot, keinen Samen verschwenden zu sollen. Der Regisseur und Protagonist ist ein israelischer Charedi, der im Film die Herausforderungen diskutiert, seinen Kindern das Onanieverbot und sexuelle Enthaltsamkeit bis zur Ehe zu vermitteln. Zwar thematisiert der Film die großen Schwierigkeiten einer solchen Lebensführung, letztendlich wird die Enthaltsamkeit aber als etwas durchweg Positives dargestellt. Der Film bot einen guten Perspektivwechsel zu den ansonsten häufig sehr kritischen Filmen über ultra-orthodoxe Gemeinschaften.

Eine ganz andere Form der jüdischen Gemeinschaft und deren Umfang mit Sexualität wird in der Serie „Transparent“ dargestellt, die wir zum Abschluss des Kollegs ansahen. Die Serie handelt von einer liberalen, jüdischen Familie und ihrem Umgang mit dem Outing des Vaters als Trans-Frau. In der Serie wird ein Bild vom Judentum gezeichnet, das sehr offen ist für jegliche sexuelle Praxen und Identitäten. „Transparent“ setzte einen starken Kontrapunkt zu den anderen Filmen des Kollegs und veranschaulichte, dass es sehr unterschiedliche Auslegungen des Judentums gibt.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für die spannenden Diskussionen und bei der Udo Keller Stiftung für die großzügige Gastfreundschaft.

„Einer der Gründe, der mich dazu bewegt hat, hier mitzuwirken, ist die aktuelle politische Lage in Deutschland“, „es ist wichtig, dass wir uns als Person kennenlernen können, und dass wir uns persönlich öffnen können und Freundschaften entwickeln können“ — zwei Wortmeldungen jüdischer und muslimischer Teilnehmender bei der Jahresabschlussveranstaltung von Karov-Qareeb, dem jüdisch-muslimischen Thinktank, die der Deutschlandfunk am vergangenen Sonntag eingefangen hat. Der Deutschlandfunk berichtete in seiner Sendung „Campus & Karriere“ ausführlich über den Thinktank, den ELES und das muslimische Avicenna-Studienwerk 2019 initiiert haben und der sich an jüdische und muslimische Stipendiat_innen aller 13 Begabtenförderungswerke richtet. Karov-Qareeb möchte Allianzen fördern und verstetigen und über die jeweiligen Communities hinaus in die Gesellschaft hineinwirken. 2020 wird der Thinktank fortgeführt.

Hier der Link zum Beitrag des Deutschlandfunks. Weitere Informationen zu Karov-Qareeb hier.

Bei unserer Veranstaltungsreihe „ELES trifft …“ laden wir Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und den Wissenschaften zum Gespräch mit aktuellen und ehemaligen ELES-Stipendiat_innen. Zum Abschluss des Jahres 2019 freuen wir uns auf ein Gespräch mit Botschafterin Michaela Küchler am 16. Dezember 2019 um 13:00 Uhr im Auswärtigen Amt. Frau Küchler ist seit Mai 2018 eben dort Sonderbeauftragte für Beziehungen zu jüdischen Organisationen, Antisemitismus und Antiziganismus. Vor dem Gespräch mit Frau Küchler führt uns ELES-Alumnus Dimitri Choufatinski durch das Auswärtige Amt.

Anmeldung bis zum 12. Dezember 2019, 12 Uhr, per E-Mail an Frau Dingerdissen (dingerdissen@eles-studienwerk.de).

Willi Jasper berichtet heute in Tagesspiegel und Potsdamer Neueste Nachrichten über „Verquere Verortungen. Festival Jüdischer Literaturen„: „Schon im Sommer setzte sich das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) in einer Reihe von Veranstaltungen mit ‚Jüdischen Literaturen‘ auseinander. Es ging um ‚Identitäten im Schreiben und Schreiben über Identitäten‘. Berlin, so das Fazit, sei dabei ein ‚wichtiges Zentrum jüdischen Schreibens und als literarisches Sujet selbst allgegenwärtig‘. Mit einem dreitägigen Festival unter dem Titel ‚Verquere Verortungen‘ fanden die Diskussionen nun im Literaturhaus Berlin eine Fortsetzung.“

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