Am 27. März 2021 wäre unser Namensgeber Ernst Ludwig Ehrlich 100 Jahre alt geworden. Ein willkommener Anlass für uns, das ganze Jahr über an Ehrlich zu erinnern und Euch unseren Namenspatron vorstellen.

B’NAI B’RITH (hebr. „Söhne des Bundes“)

Über drei Jahrzehnte lang ist Ernst Ludwig Ehrlich Direktor des europäischen Distriktes von B‘nai B’rith. „Diese Organisation hat zum Ziel“, erklärt Ehrlich über die 1943 in New York gegründete internationale jüdische Vereinigung, „die jüdische Identität in allen Zeiten und durch alle Zeiten hindurch plausibel zu machen, Juden zu ihrem Judentum zu motivieren und die Beziehung zu ihrer Umwelt zwangsfrei zu gestalten.“

Ehrlich steht schon früh im Austausch mit dem Arbeitskreis der Institution, der 1946 in Berlin aufgebaut wird. Gerade für Jüdinnen*Juden im Nachkriegsberlin spielt der Zusammenschluss eine wichtige Rolle. Initiiert von den wenigen überlebenden Mitgliedern des Berliner Ordens, ist er ihnen ein Stück Gemeinschaft. Für Ehrlich ist der Bund keine rein religiöse Organisation, sondern auch eine „soziale Gruppe (…), die allen Juden ein Forum bietet“.

Anfang der 1980er Jahre gibt Ehrlich u. a. die Schriftenreihe der Europäischen Anti-Defamation League-Kommission des B’nai B’rith in Wien heraus und beginnt mit der Veröffentlichungsreihe „Bibliotheca Judaica“, die die Bandbreite der Themen des B’nai B’rith wiederspiegeln soll. Durch solche Initiativen kann Ehrlich die vielfältige Arbeit der Organisation der europäischen Öffentlichkeit immer wieder nahebringen.

Die innerjüdische Vielfalt zu stärken, ist neben dem interreligiösen Dialog eines der zentralen Anliegen Ehrlichs. Diese Vielfalt ist für beim B’nai B’rith Realität: „Hier ist jeder Jude willkommen, der für die Würde des Menschen, für die Integrität in der Lebensführung und für die Erhaltung des Judentums eintritt und sich bemüht, diese Güter auch selbst zu verwirklichen“, so Ehrlich.

Seit 2009 fördert ELES Jüdinnen*Juden aller Denominationen und knüpft damit an die Vision Ernst Ludwig Ehrlichs an. Mehr über B‘nai B’rith erzählt Euch Ernst Ludwig Ehrlich in diesem Radiointerview von 1979, dem wir auch unsere Zitate entnommen habe.

ELES nimmt zehn Stipendiat*innen in das neue Global Jewish Leadership Programme auf. Die Studierenden aus fünf Ländern bilden internationales jüdisches Lebens ab und realisieren im Rahmen der Förderung vielfältige Projekte.

Zum 1. Oktober 2021 wurden die ersten Studierenden in das neue Global Jewish Leadership Programme des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) aufgenommen. Die zehn jüdischen Studierenden kommen aus Israel, Russland, Südafrika, den USA und der Ukraine. Die Bewerber*innen haben sich mit herausragenden akademischen Leistungen und besonderem zivilgesellschaftlichem Engagement gegen 30 Mitbewerber*innen durchgesetzt.

Die Stipendiat*innen sind Teil der ideellen Förderung von ELES. Während der Förderung initiieren und realisieren sie eigene Projekte. Diese wissenschaftsbasierten und praxisorientierten Vorhaben werden im Rahmen des Programms mit Microgrants gefördert. Unterstützt werden u. a. das Dokumentarfilmprojekt „The Memory of Hate“, ein Projekt zu jüdischer Identität im Kontext von Gemeinschaftsgärten in Berlin sowie ein Vorhaben über Hashomer Hatzair in Deutschland.

Die Stipendiat*innen studieren u. a. in Berlin, Bonn, Halle, Heidelberg und Potsdam. Das Programm stärkt die Bundesrepublik Deutschland als Ort des Austauschs und der Bildung für die internationale jüdische Gemeinschaft und leistet einen Beitrag zur Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Deutschland und der Welt.

Mit dem Global Jewish Leadership Programme fördert das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk jüdische Studierende aus Nicht-EU-Staaten, die an einer deutschen Universität studieren oder studieren möchten. Die Studierenden zeichnen sich durch akademische Exzellenz und ihren hohen zivilgesellschaftlichen Einsatz aus. Das Programm vernetzt und unterstützt künftige Jewish Change Agents. Das Programm ist Teil des Jewish Future Forum, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird. Das Jewish Future Forum verbindet das Benno-Jacob-/Bertha-Pappenheim-Stipendienprogramm für Rabbinats- und Kantoratsstudierende mit dem Global Jewish Leadership Stipendienprogramm.

Das 2009 gegründete Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk ist eines der dreizehn Begabtenförderungswerke, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt werden. ELES steht für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Das Studienwerk engagiert sich für eine pluralistische Gesellschaft, für die Akzeptanz kultureller, politischer und religiöser Diversität sowie den interreligiösen Dialog.

Pressekontakt:
Stephanie Haerdle
Leitung Presse & Kommunikation
Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk |DAGESH. Jüdische Kunst im Kontext |Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch
Mail: haerdle@leo-baeck-foundation.de
www.leo-baeck-foundation.org

Jeden Freitag gehen aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren sie.

Am Freitag (08. Oktober) sprach Rabbiner, Projektleiter des Jewish Future Forum und ELES-Alumnus Max Feldhake über die verschiedenen Wege, Gott zu dienen.

Die ganze Folge hier zum Nachhören.

Zum zweiten Jahrestag des rechtsextremen Anschlags in Halle hat ELES-Referent Dr. David Kowalski mit Christina Feist, Dr. Miriam Burzlaff und Naemi Eifler gesprochen.

Themen des Interviews waren insbesondere die Prozesstage in Magdeburg, die Bedeutung der Nebenklage und die wichtigen Unterstützungsstrukturen vor Ort. Der Prozess in Magdeburg gegen den Attentäter von Halle war ein großer Erfolg. Nicht aufgrund des Urteils, das im Hinblick auf die Höchststrafe erwartbar und in anderen Aspekten enttäuschend war. Ein Erfolg war der Prozess aufgrund der selbstbewussten und sehr politisch ausgefüllten Rolle der Nebenkläger*innen. Sie waren es, die die öffentliche Wahrnehmung des Prozesses geprägt, wichtige Erkenntnisse zu Tage gefördert und immer wieder auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung hingewiesen haben. Ihnen gilt unser größter Respekt.

Weniger sichtbar, aber dennoch überaus bedeutend, waren die vielfältigen Solidaritäts- und Unterstützungsstrukturen, die sich während des Prozesses herausgebildet haben. Organisationen und Einzelpersonen begleiteten die Nebenkläger*innen in unterschiedlichen Bereichen – im Gerichtssaal selbst, auf dem Vorplatz oder auch über solidarische Blogs. Auch in diesem Bereich wurden wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen gesammelt, von denen andere Solidaritätsstrukturen profitieren können, und die es weiterzugeben gilt.

Das ausführliche Gespräch hier am Stück lesen. Teil 1 des Gesprächs hier nachlesen, Teil 2 des Gesprächs hier lesen.

Wir danken Christina Feist, Dr. Miriam Burzlaff und Naemi Eifler für das Gespräch!

Jeden Freitag gehen aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren sie.

Am Freitag (01. Oktober) sprach Rabbiner, Projektleiter des Jewish Future Forum und ELES-Alumnus Max Feldhake über die Bedeutung der Nächstenliebe im Judentum.

Die ganze Folge hier zum Nachhören.

Am 6. Oktober 2021 diskutieren Petra Pau, Dr. Anastassia Pletoukhina, Michael Roth, Prof. Dr. Samuel Salzborn, Anna Staroselski und Benjamin Fischer über „Zwei Jahre nach Halle: Wie bekämpfen Deutschland und die EU Antisemitismus?“. Katharina Schnurbein, Antisemitismusbeauftragte der Europäischen Kommission, wird den Abend mit einer Keynote eröffnen. Begrüßung: Dr. Jörg Wojahn, Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland. Moderation: Benjamin Fischer. Die Podiumsdiskussion findet im Europäischen Haus der Europäischen Kommission, Vertretung in Deutschland (Unter den Linden 78, 10117 Berlin), statt und wird live auf dem Facebook-Kanal und dem YouTube-Kanal des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks gestreamt.

Für die Veranstaltung gilt die 3G- Regel. Eine Anmeldung bis zum 5. Oktober 2021 an anmeldung@eles-studienwerk.de ist notwendig.

Zur Podiumsdiskussion:
Der Anschlag auf die Synagoge und die Ermordung zweier Menschen in Halle waren für Jüdinnen*Juden eine Zäsur. Obwohl auf den Anschlag eine Welle von Solidaritäts-bekundungen aus Zivilgesellschaft und Politik folgte, nahm der Antisemitismus in den letzten zwei Jahren weiter zu. Mit Beginn der Corona-Pandemie haben antisemitische Verschwörungserzählungen in allen gesellschaftlichen Schichten und Milieus rasante Verbreitung gefunden. Insbesondere in den sozialen Netzwerken sind antisemitische Inhalte verbreitet wie nie. Jüdinnen*Juden und jüdisches Leben in Deutschland sind so gefährdet wie lange nicht, Antisemitismus ist offline und online allgegenwärtig.

Der Hass gegen Jüdinnen*Juden ist nicht nur in Deutschland eine existentielle Bedrohung. Nachdem die EU im Dezember 2020 eine Erklärung zum Kampf gegen Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens in der EU verabschiedet hatte, legt die EU Kommission Anfang Oktober 2021 mit der „Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens“ nach. Wie sieht diese Strategie aus und welche konkreten Maßnahmen plant die EU? Wie stellt sich die Situation in Deutschland für jüdische Menschen dar und was fordern sie? Wie kann der digitale Hass bekämpft werden, welche Konzepte zu Sicherheit, Bildung und Prävention gibt es und wo sind gefährliche Leerstellen?

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Europäischen Kommission in Deutschland und im Rahmen des ELES-Programms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“.

Einen Mitschnitt der Veranstaltung finden Sie auf Facebook und auf YouTube.

Ab sofort und bis zum 31. Oktober 2021 können sich Studierende und Abiturient*innen für die Studienförderung bei ELES bewerben.

Formale Voraussetzungen (Auswahl):

👉 Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft.

👉 Überdurchschnittliche Schul- und Studienleistungen.

👉 Abiturient*innen können sich bewerben.

👉 Gesellschaftliches Engagement (z. B. in jüdischen Gemeinden, im sozialen Bereich, in der Jugendarbeit, in studentischen Organisationen).

👉 Deutsche Staatsangehörigkeit, Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslandes oder der Status einer*eines Bildungsinländer*in im Sinne des BAföG §8.

👉 Immatrikulation an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Universität, Technischen Universität, Pädagogischen Hochschule, Fachhochschule, Kunstakademie, Kunsthochschule oder Musikschule in Deutschland, in einem EU-Mitgliedsland oder in der Schweiz.

👉 Zum Zeitpunkt der Bewerbung noch mindestens 5 Semester Regelstudienzeit bis zum Erreichen der Förderungshöchstdauer.

👉 Möglich sind Bewerbungen vor Beginn eines Master-Studiums.

👉 Bewerbungen für ein Masterstudium im Nicht EU-Ausland sind gesondert zu begründen.

Wir freuen uns auf Ihre und Eure Bewerbung!

Weitere Informationen hier auf der ELES-Webseite.

Jeden Freitag gehen aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren sie.

Was sagt der jüdische Glaube zum Umgang mit den Tieren? Sind Tierversuche religiös zu rechtfertigen? Am Freitag (24. September 2021) ging ELES-Stipendiat Dow Glikman diesen Fragen auf den Grund.

Die ganze Folge hier zum Nachhören.

In August 2021 Rabbi Delphine Horvilleur was our guest at the online talks series “Resilience in Times of Crises“. The french rabbi and author talked with Jo Frank, ELES, about „The Jewish Art of Reparation“.

The wedding glass is shattered … What if all these rites helped us to think about reparation? A study on the meaning of the broken in the tradition.

We have now also published the wonderful talk and the enlightening and comforting conversation about the fragility of the world as an ELES podcast. You can find the 17th episode of „Machloket & Mischpoke“ on the usual podcast platforms, for example here on Buzzsprout. If you’d rather watch Rabbi Delphine Horvilleur, check out the conversation here on the ELES YouTube channel.

Jeden Freitag gehen aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren sie.

Am Freitag (17. September 2021) erklärte ELES-Stipendiat Maxim Olijnik, warum Religion nicht als Vorwand dienen sollte, sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen.

Die ganze Folge hier zum Nachhören.

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