Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk sucht für seine Geschäftsstelle in Berlin zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine studentische Hilfskraft (m/w/d) für das Projekt „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“. Die Stelle ist bis Ende Februar 2022 befristet. Eine Verlängerung wird angestrebt. Die Ausschreibung finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

2019 gründeten ELES und das muslimische Avicenna-Studienwerk Karov-Qareeb. Heute arbeitet der jüdisch-muslimische Thinktank unter dem Dach der Dialogperspektiven. Carsten Dippel stellte Karov-Qareeb und die erste Buchpublikation der Initiative, „‚Und endlich konnten wir reden … Eine Handreichung zu jüdisch-muslimischem Dialog in der Praxis“ (Herder Verlag), im Deutschlandfunk in der Sendung „Tag für Tag“ vor. „Bitte kein Begegnungskitsch“ – hier der Link zum Nachhören des Beitrages.

Jeden Freitag gehen aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren sie.

In zwei neuen Podcast sprechen ELES-Alumna und Rabbinerin Sonja Keren Pilz (16. April 2021) und die ELES-Stipendiatin und Dialogperspektiven-Teilnehmerin Marie-Rachel Garal (09. April 2021). Hier der Link zum Nachhören.

Wir befinden uns seit über einem Jahr in einer schwierigen Zeit. Trotzdem dürfen wir, findet Rabbiner und ELES-Mitarbeiter Max Feldhake, auf keinen Fall die Hoffnung verlieren. Denn ohne Hoffnung gibt es keine Perspektive. In diesen Monaten gibt es unterschiedlichste Formen des Hoffens: Die Hoffnung auf Zukunft, auf Erneuerung, auf Normalität. Aber auch, mitten in der Pandemie, die Hoffnung auf Familie, auf Genesung oder auf Impfung.

Rabbiner Max Feldhake beendet seine Überlegungen mit einem kurzen Text von Erich Fromm, über die Verbindung von Hoffnung und Glauben: „Wenn die Hoffnung aufhört, ist das Leben zu Ende“. Bleibt gesund und hoffnungsfroh!

Im Rahmen der Reihe „Luach, Latkes, L’chaim!“ laden ELES-Expert*innen auf YouTube zu Shiurim ein. Es geht um Feiertage, um Gebete, Rituale, um große und kleine Fragen des jüdischen Lebens. Welche Antworten gibt das Judentum auf konkrete Lebenskrisen? Welche religiösen Texte und Traditionen spenden Trost bei Angst, Krankheit oder Einsamkeit? Wie feiern wir und mit wem? Und was bedeutet für uns Gemeinschaft?

Link zum Video hier.

Karov-Qareeb wurde 2019 von ELES und Avicenna-Studienwerk gegründet. Heute arbeitet er unter dem Dach der Dialogperspektiven. Im Dezember 2020 erschien mit „‚Und endlich konnten wir reden … Eine Handreichung zu jüdisch-muslimischem Dialog in der Praxis“ (Herder Verlag) die erste Buchpublikation des jüdisch-muslimischen Thinktanks.

Carsten Dippel stellte die Intitiative und das Buch auf hr2 kultur in „Jüdische Welt“ vor, nachzuhören hier.

Ab sofort können sich Berliner Stipendiat*innen der 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Begabtenförderungswerke für das Online-Seminar des ELES-Aktionsprogramms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ bewerben.

Termin:
19./20. Mai 2021: Online-Seminar Berlin
(Bewerbungsschluss: 04. Mai)

Zum Programm:
Jedes Online-Seminar ermöglicht 40 Stipendiat*innen aus einer Region die fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Antisemitismus. Das Seminar bietet einen sicheren Raum für Sensibilisierungstraining und Empowerment. Interessierte Stipendiat*innen werden dabei unterstützt, Antisemitismus zu erkennen, zu benennen und für eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung einzutreten. Fach-Impulse, Workshops und Reflexionseinheiten, durchgeführt von anerkannten Expert*innen, lokalen Akteur*innen und unseren Kooperationspartner*innen, befähigen die Teilnehmer*innen, in ihrem sozialen Umfeld als antisemitismuskritische Multiplikator*innen zu agieren. Digitale World-Cafés und Diskussionsrunden in Kleingruppen ermöglichen eine Vertiefung der persönlichen, wissenschaftlichen, zivilgesellschaftlichen sowie institutionellen Vernetzung, abendliche Online-Live-Talks beziehen auch die interessierte Öffentlichkeit in die Debatten mit ein.

Weitere Infos zur Bewerbung hier.

Ab sofort und bis zum 1. Juni 2021 könnt Ihr Euch für die Studienförderung bei ELES bewerben.

Formale Voraussetzungen (Auswahl):

👉 Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft.

👉 Überdurchschnittliche Schul- und Studienleistungen.

👉 Abiturient*innen können sich bewerben.
👉 Gesellschaftliches Engagement (z. B. in jüdischen Gemeinden, im sozialen Bereich, in der Jugendarbeit, in studentischen Organisationen).
👉 Deutsche Staatsangehörigkeit, Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslandes oder der Status einer*eines Bildungsinländer*in im Sinne des BAföG §8.
👉 Immatrikulation an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Universität, Technischen Universität, Pädagogischen Hochschule, Fachhochschule, Kunstakademie, Kunsthochschule oder Musikschule in Deutschland, in einem EU-Mitgliedsland oder in der Schweiz.
👉 Zum Zeitpunkt der Bewerbung noch mindestens 5 Semester Regelstudienzeit bis zum Erreichen der Förderungshöchstdauer.
👉 Möglich sind Bewerbungen vor Beginn eines Master-Studiums.

👉 Bewerbungen für ein Masterstudium im Nicht EU-Ausland sind gesondert zu begründen.

Wir freuen uns auf Eure Bewerbung!

Weitere Informationen hier auf der ELES-Webseite.

Marie-Rachel Garal studiert Eventmanagment und Technik in Gießen. Das Sommersemester verbringt die ELES-Stipendiatin in Österreich. An der New Design University St. Pölten (NDU) wird sie sich u. a. mit Illustrations- und Designtechniken beschäftigen. Frau Garal hat uns einige Fragen zu ihrem Aufenthalt beantwortet.

Frau Garal, warum haben Sie sich entschieden, für ein Semester an die NDU zu gehen?

Ursprünglich wollte ich für mein Praktikum nach Erez Israel gehen. Aber das war, mitten in der Pandemie, schwer umzusetzen. Die NDU ist eine Partneruniversität meiner Uni und hat einen großen Design-Schwerpunkt. Es ist eine private Universität, sodass die Gruppen klein sind und es eine intensive Betreuung gibt. Sie haben ausgezeichnetes Equipment, das man sich auch ausleihen kann, sowie Designlabore und Werkstätten.

Ein Auslandssemester während einer Pandemie – wie gestaltet sich das Studium unter Coronabedingungen in Österreich?

Ich habe derzeit nur ein Modul und das findet online statt. Die anderen Module wurden auf die Monate nach den Osterferien gelegt in der Hoffnung, dass diese dann in Präsenz stattfinden können.  Doch Kunsthochschulen haben eine besondere Regelung: Wenn man etwas im Labor oder in der Werkstatt ausprobieren möchte, kann man jederzeit in die Uni. In der Einführungswoche haben wir unter anderem Siebdrucke angefertigt. Letzte Woche war ich viel in der Holzwerkstatt: Schneiden, Schleifen, Brennen.

Sie sind seit rund einem Monat in St. Polten. Was hat Sie besonders überrascht?

Ich bin so dankbar und froh, wieder zur Uni gehen zu dürfen. Es klingt etwas absurd, aber nach dem Home Office ist es so eine Erleichterung und Freude, tatsächlich physisch hinzugehen. Es ist faszinierend, Materialien anzufassen und wieder mehr Haptik zu erleben.

Haben Sie jüdisches Leben kennengelernt und/oder Kontakt zur Gemeinde aufgenommen?

Die alte Synagoge ist schon länger nicht aktiv in Benutzung. Dort ist heute das Institut für jüdische Geschichte Niederösterreichs untergebracht. An den kommenden Wochenenden möchte ich einige ELES Familienmitglieder in Wien treffen. Darauf freue ich mich schon sehr.

Wie haben Sie Purim verbracht?
Am Freitag hatten wir vor Ort eine Werkstatteinführung und ich bin als Katze verkleidet zur Uni. Im Bus hat eine Freundin meine Maske noch fertig geschminkt.

Worauf freuen Sie sich in den kommenden Monaten ganz besonders?

Auf neue Materialien, Techniken und Gestaltungsexperimente! Auf Buchbinden mit Perlengarn, Porzellan brennen, bearbeiten und verzieren, plastische Schriftzüge formen und vor allem: auf Präsenzunterricht!

Jeden Freitag gehen Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren sie.

Am 26. März 2021 zeigte ELES-Stipendiatin Isabella Heinemann anhand zweier Texte aus „Sprüche der Väter“, dass der Begriff Ehre verschiedene Dimensionen umfasst. Link zum Nachhören auf Radio Paradiso hier.

100. Geburtstag von Ernst Ludwig Ehrlich – Anna Basina und Benjamin Sobol, Gesamtsprecher*innen von ELES, gratulieren

Ernst Ludwig Ehrlich ist einer der wichtigsten jüdischen Gelehrten des vergangenen Jahrhunderts. Er verkörpert wie kein anderer die Werte des Studienwerks, dessen Stipendiat*innen wir sind. Obwohl Ehrlich vor hundert Jahren geboren wurde, sehen wir zahlreiche Verbindungslinien, die sich von seinem Leben und seinen Anliegen zu uns heute ziehen. Ehrlich prägte den Begriff des interkulturellen Dialoges, welcher für uns Jüdinnen und Juden heute mehr denn je relevant ist. Als Überlebender der Shoah, Schüler von Leo Baeck und angesehener Autor, traf das Engagement Herrn Ehrlichs auf breite Resonanz in der europäischen Gesellschaft.

„Das Leben wählen und gestalten, das ist die Forderung, die das Judentum an den Menschen richtet“ – dieser Satz von Leo Baeck bestimmte auch den Weg von Ernst Ludwig Ehrlich. Er ermutigte Jüdinnen und Juden, mit der Gesellschaft in den Dialog zu treten. Denn nur so können Mauern eingerissen und Brücken gebaut werden. Innerhalb der jüdischen Gemeinschaft unterstützte er die Entwicklung zu einem pluralistischen und zukunftsorientierten Judentum, das auch heute noch eine tragende Säule von ELES ist. Mit der Einwanderung jüdischer Familien aus der ehemaligen UdSSR in den 1990er- und 2000er-Jahren, sah sich die jüdische Gemeinschaft Deutschlands vor eine Mammutaufgabe der Integration gestellt, an deren Lösung auch Ernst Ludwig Ehrlich mitwirkte. Dass dies gelungen ist, zeigt sich unter anderem daran, dass ein wesentlicher Anteil der Stipendiat*innen bei ELES diesen Migrationshintergrund teilt.

Das bringt uns in die Gegenwart, in der wir Stipendiat*innen bei ELES ein Zuhause gefunden haben, das uns bei unserem akademischen Werdegang unterstützt. Unser Studienwerk und wir Studierende sehen uns in der Tradition der Werte, die einst schon Ernst Ludwig Ehrlich vertrat: Pluralismus, Integration und Dialog. Diese essentiellen Stützpfeiler sind es, die nicht nur das Studienwerk ausmachen, sondern auch uns als Individuen in unserer jüdischen Identitätsbildung entscheidend beeinflussen. Es ist einerseits der interne Austausch und die Netzwerkbildung, die uns auf fachspezifischer, professioneller, kultureller und natürlich freundschaftlicher Ebene ermöglicht wird, andererseits auch die Möglichkeit in die Öffentlichkeit zu treten und den Austausch mit der Gesellschaft, beispielsweise den anderen konfessionellen und politisch-orientierten Studienwerken, zu suchen.

Scheinbar unlösbare Aufgaben, die Ehrlich zu seinem Lebenswerk machte, sind für uns heute mehr denn je relevant. Der politische Wandel in Deutschland ist beunruhigend. Antisemitismus ist überall in der Gesellschaft, jüdische Menschen werden auf offener Straße bedroht und selbst Schulkinder verwenden Begriffe wie „Jude“ als Beleidigung. Da gewinnt das von Herrn Ehrlich zitierte abgründige Bonmot „Antisemitismus ist da am ärgsten, wo es keine Juden gibt“ erneut an Bedeutung. Wenn wir uns heute mit Ernst Ludwig Ehrlich an einen Tisch setzen könnten, würden wir wahrscheinlich genau darüber mit ihm diskutieren. Wie können wir als Individuen unseren Beitrag dazu leisten, dass Vorurteile abgebaut werden? Wie können wir die jüdische Zukunft in Deutschland mitgestalten? Was können wir aus der Geschichte lernen? Was fordern wir von der Gesamtgesellschaft und wie möchten wir uns für ein pluralistisches Zusammenleben engagieren?

Begeistert blicken wir auf die Arbeit Ernst Ludwig Ehrlichs zurück, hat sie doch unser aller Werdegang beeinflusst. Gleichzeitig liegt es nun an uns als junge Jüd*innen und Akademiker*innen in Deutschland, die Zügel selbst in die Hand nehmen und diese Arbeit fortzuführen: den Dialog nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern auszubauen, den Pluralismus nicht nur zu tolerieren, sondern zu fördern, die Geschichte nicht nur zu wahren, sondern sie weiterzuschreiben. Dafür stand Ernst Ludwig Ehrlich seinerzeit und das ist es, was wir als Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks heute weiterleben.

In diesem Sinne – Masel tov Ernst Ludwig Ehrlich!

Neuigkeiten von ELES:

Previous Next

Informiert bleiben:

Der ELES-Newsletter informiert Sie alle vier bis sechs Wochen über die wichtigsten Neuigkeiten und Veranstaltungen. Die vergangenen Ausgaben können Sie hier nachlesen.

 


    Ich bin damit einverstanden, dass mir ELES in regelmäßigen Abständen Informationen zu Neuigkeiten, Veranstaltungen und Aktionen des Studienwerks zusendet. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.