Was ist jüdische Kunst? Kann ein Kunstwerk jüdisch sein oder gibt es zwar jüdische Künstler*innen aber keine jüdische Kunst? Der freie Journalist Eugen El setzt sich in einem vierseitigen Artikel in Neue Gesellschaft | Frankfurter Hefte. Die moderne Zeitschrift für Politik und Kultur mit Tradition (Heft 01/02.2021) mit diesen Fragen auseinander. In seinem Beitrag „Jenseits von Zuschreibungen? Jüdische Kunst heute“ würdigt El die wichtige Arbeit von DAGESH und zeichnet die maßgeblichen Diskurse und Veranstaltungen rund um das Thema nach. Teil der Bestandsaufnahme sind u. a. „Verquere Verortungen. Festival Jüdischer Literaturen“, der DAGESH-Kunstpreis und die DAGESH-Ausstellung „Looking Back – Thinking Ahead“.

DAGESH wurde 2016 als Initiative von ELES gegründet. 2020 wurde DAGESH ausgegliedert und ist seitdem ein eigenständiges Programm der Leo Baeck Foundation (LBF). DAGESH bewegt sich an der Schnittstelle zwischen kultureller und politischer Bildungsarbeit. Als Plattform und Netzwerk unterstützt DAGESH junge jüdische Künstler*innen und gibt Stimmen und Ausdrucksformen zur Neudefinition eines gegenwärtigen und zukunftsgewandten jüdischen Selbstverständnisses und -bewusstseins in Deutschland einen Raum. Weitere Informationen hier.

Karov-Qareeb wurde 2019 durch das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk und das muslimische Avicenna-Studienwerk initiiert. Ziel des jüdisch-muslimischen Thinktanks ist es, eine Plattform für junge Jüd*innen und Muslim*innen aufzubauen, die die Gegenwart und Zukunft der Gesellschaft gestalten möchten.

Über die Arbeit von Karov-Qareeb und das erste Buch des Thinktanks, das im Dezember 2020 im Verlag Herder erschienen ist, sprach Julia Smilga, Bayerischer Rundfunk B5 aktuell, mit der Projektkoordinatorin Rachel de Boor und der Teilnehmerin Sonya Ouertani, beide zudem Herausgeberinnen von „Und endlich konnten wir reden …“. Der Beitrag wurde in der Sendung „Das interkulturelle Magazin“ ausgestrahlt und kann hier nachgehört werden.

Karov-Qareeb arbeitet heute unter dem Dach der Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch. Mehr zum Thinktank hier.

Am 24. Februar 2021 diskutierten die Autorin Mirna Funk, der Künstler Leon Kahane und Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin Jüdisches Museum Frankfurt, über „Kunst, Kultur und Antisemitismus“. Welche Erfahrungen machen jüdische Künstler*innen im Hinblick auf Kritik und Vermarktung? Wie gelingt es, jüdischen Pluralismus in die Mehrheitsgesellschaft zu tragen, deren Rezeptionserwartung oft durch Stereotype und Vorurteile geprägt ist?

Carsten Probst, Deutschlandfunk Kultur, berichtete für die Sendung „Fazit“ über den Abend.

Der Live-Talk war eine Veranstaltung in Kooperation mit DAGESH. Jüdische Kunst im Kontext und ein Abend im Rahmen des ELES-Aktionsprogramms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“.

Der Mitschnitt des Gesprächs ist hier auf dem YouTube-Kanal von ELES veröffentlicht.

Kurz nach dem ersten Jahrestag der rassistischen Morde von Hanau fragte die Frankfurter Rundschau fünf Initiativen und Organisationen danach, was sich in Deutschland ändern muss. Jo Frank, Projektleiter Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch und Geschäftsführer des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks, machte klar, dass die Anerkennung der Pluralität unserer Gesellschaft elementar ist. Und dass sich diese Vielfalt auch in der Pluralität von Erinnerungskultur spiegeln muss.

Sein Text „Erinnern heißt aufklären“ sowie die Gastbeiträge von NSU Watch, Bildungsstätte Anne Frank, Amadeu Antonio Stiftung und neue deutsche organisationen hier zum Nachlesen.

Ab sofort und bis zum 31. März 2021 können sich Interessierte online bewerben.

Formale Voraussetzungen (Auswahl):

👉 Wir fördern fachlich ausgewiesene jüdische Promovierende in allen Themenbereichen und allen Disziplinen (außer Medizin).
👉 Nichtjüdische Promovierende können sich mit Forschungsprojekten bewerben, die jüdische Themen zum Inhalt haben.
👉 Hervorragende akademische Leistungen.
👉 Gesellschaftliches Engagement (z. B. in jüdischen Gemeinden, im sozialen Bereich, in der Jugendarbeit, in studentischen Organisationen).
👉 Zulassung zur Promotion an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland und – bei deutscher Staatsbürgerschaft – in einem EU-Mitgliedsstaat oder in der Schweiz.
👉 Die Promotion kann in begründeten Fällen auch an einer außereuropäischen Hochschule gefördert werden.
Die Bewerbung sollte in der Anfangsphase der Erarbeitung der Dissertation erfolgen.
👉 Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2.

Weitere Informationen hier.

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk sucht für seine Geschäftsstelle in Berlin zum 01. Mai 2021 eine*n Referent*in (w/m/d) in der Begabtenförderung
(50%, TVöD E13, als Elternzeitvertretung zunächst bis zum Ende des Mutterschutzes mit voraussichtlicher Verlängerung für die Dauer der sich anschließenden Elternzeit, voraussichtlich 30. Juni 2022).

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist eines der 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Begabtenförderungswerke. Seit seiner Gründung 2009 steht ELES für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Im Studienwerk treffen sich akademische Exzellenz und Engagement für die jüdische Gemeinschaft und die Gesamtgesellschaft. Mit der gezielten Förderung begabter jüdischer Studierender und Promovierender leistet das Studienwerk zudem einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen jüdischen Intellektualität.

Die Stelllenausschreibung ist hier zu finden.

Von der Fassbinder-Kontroverse und Günter Grass bis zum Zentrum für Politische Schönheit und Lisa Eckhart – Antisemitismus-Debatten haben auch im Bereich von Kunst und Kultur eine lange Tradition. Bei all diesen Kontroversen geraten jüdische Perspektiven und antisemitische Erfahrungen Jüdischer Künstler*innen viel zu oft in den Hintergrund.

Welche Erfahrungen machen jüdische Künstler*innen im Hinblick auf Kritik und Vermarktung? Wie gelingt es, jüdischen Pluralismus in die Mehrheitsgesellschaft zu tragen, deren Rezeptionserwartung oft durch Stereotype und Vorurteile geprägt ist? Welche Folgen hat das „Label jüdisch“ und gibt es überhaupt „jüdische Kunst“ und „jüdische Künstler*innen“? Was ist das Problematische an der „Initiative GG 5.3. Weltoffenheit“ und wie positionieren sich die Gäste zur Debatte rund um Zensur und Cancel Culture, die häufig auf das Formulieren von Antisemitismus folgt?

Wir laden Mirna Funk, Leon Kahane und Prof. Dr. Mirjam Wenzel am 24. Februar (18:30 bis 19:30 Uhr) zum Austausch über all diese Fragen.

Unsere Gäste:

Prof. Dr. Mirjam Wenzel promovierte am Institut für Deutsche Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum deutschsprachigen Holocaust-Diskurs der Sechziger Jahre. Von 2007 bis 2015 verantwortete sie im Jüdischen Museum Berlin als Leiterin der Medienabteilung die Vermittlung von jüdischer Geschichte und Kultur in digitalen und gedruckten Medien. Seit 2016 ist Wenzel Direktorin des Jüdischen Museum Frankfurt. Sie ist Autorin und Mitherausgeberin zahlreicher Bücher und Publikationen zur deutsch-jüdischen Kunst- und Kulturgeschichte.

Leon Kahane absolvierte eine Fotografie-Ausbildung u. a. an der Ostkreuzschule für Fotografie Berlin und studierte Freie Kunst an der Universität der Künste Berlin. Themen seiner Videoarbeiten, Fotografien und Installationen sind u. a. Migration und Identität und die Auseinandersetzung mit Mehr- und Minderheiten in einer globalisierten Gesellschaft. Zuletzt waren seine Arbeiten in der Kunsthalle Wien, bei der 6. Moskau Biennale und in der Ausstellung „Looking Back – Thinking Ahead“ von DAGESH. Jüdische Kunst im Kontext in Berlin zu sehen.

Mirna Funk ist Schriftstellerin und Journalistin. Sie studierte Philosophie und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und macht derzeit ihren Master. Ihr Debütroman „Winternähe“ (S. Fischer Verlage) wurde mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Ihr neuer Roman „Zwischen Du und Ich“ (dtv) erscheint diesen Monat. Funk ist Stipendiatin des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit DAGESH. Jüdische Kunst im Kontext und ein Abend im Rahmen des ELES-Aktionsprogramms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“.

Das Gespräch wird live auf den Facebook-Seiten von ELES und DAGESH gestreamt. Fragen können auf der Facebook-Seite von ELES über das Kommentarfeld gestellt werden. Das Video wird danach auf dem YouTube-Kanal von ELES und DAGESH veröffentlicht.

Links zum Livestream:
https://www.facebook.com/ELES.Studienwerk/
https://www.facebook.com/DAGESH.JuedischeKunstImKontext

Die Erfolgsgeschichte von MASEL TOV COCKTAIL geht weiter. 2021 wurde der Kurzfilm bereits auf Festivals in Frankreich, Australien und Indien ausgezeichnet.  Jetzt widmet die Jüdische Allgemeine  DEM „jüdischen Film des Jahres 2020“ einen großen Beitrag.

Wir freuen uns über den Riesenerfolg von Regisseur und ELES-Stipendiat Arkadij Khaet! Und darüber, dass Khaet im Gespräch mt der Jüdischen Allgemeinen auch von ELES und dem wichtigen Austausch im Rahmen des Studienwerks erzählt: „Als eine Rettung muss Khaet daher das Stipendium des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) empfunden haben. ‚Auf einmal gibt es einen Denkraum, wo Leute sind oder gewesen sind, die auf einmal Sachen artikuliert haben, die man sich die ganze Zeit schon gedacht hat‘, erinnert er sich. Dort traf er Gleichgesinnte. Das neue jüdische Selbstbewusstsein, so Khaets Beobachtung, werde vor allem durch Social Media und durch Vereinigungen forciert, ‚die abseits vom Planeten ›Jüdische Gemeinde‹ stattfinden'“.

Hier der Link zum Beitrag.

Die Jewish Telegraphic Agency hat mit dem Regisseur Arkadij Khaet über seinen vielfach ausgezeichneten Kurzfilm MASEL TOV COCKTAIL gesprochen. Über ELES erzählt der ELES-Stipendiat:

„Khaet sees the variety in which Jewish characters can be represented in the German media happening alongside the diversification of Jewish groups in the country. He points to the Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk, Keshet Deutschland and the Jewish Student Union as examples of organizations younger than 10 years old that help support pluralistic Jewish life in the country.“

Der Beitrag hier zum Nachlesen. MASEL TOV COCKTAIL kann hier in der Mediathek der ARD angesehen werden.

Kurz vor dem Start der  Online-Buchpremiere zu „Und endlich konnten wir reden … Eine Handreichung zu jüdisch-muslimischem Dialog in der Praxis“ (Herder Verlag), einer Publikation von Karov-Qareeb, sprach Jo Frank mit Deutschlandfunk Kultur. „Miteinander reden, aber wie? Vom Dialog zwischen jungen Juden und Muslimen“ so der Titel des Interviews. Nachzuhören hier.

Mehr Informationen zu Karov-Qareeb auf der Webseite des Thinktanks.

 

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