Nach dem fulminanten Abschluss des fünften Programmjahres Ende Juni, können sich europäische Studierende und Promovierende ab sofort für die Teilnahme am neuen Programmjahr der Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch bewerben. Erstmals können bis zu 60 Teilnehmer*innen aufgenommen werden. Im Programmjahr 2020/21 fokussieren die Dialogperspektiven neben Deutschland in erster Linie auf die Zielländer des letzten Jahres (Frankreich, Großbritannien, Schweden, Ungarn, Polen und Luxemburg). Bewerbungen aus anderen Ländern der EU sind ebenfalls möglich.

Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme am Programm endet am 15. August 2020. Infos zum Programm und zur Bewerbung auf Deutsch oder Englisch auf der Seite der Dialogperspektiven.

Seit 2019 werden die Dialogperspektiven mit Unterstützung des Auswärtigen Amts als europäische Plattform ausgebaut. Ziel ist es, einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Verständigung und Zusammenarbeit, zur Stärkung und Verteidigung der europäischen Zivilgesellschaft und zur Gestaltung eines pluralen, demokratischen und solidarischen Europas zu leisten.

Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch ist ein Programm der Leo Baeck Foundation zur Entwicklung und Etablierung neuer und innovativer Formen des interreligiös-weltanschaulichen Dialogs. Seit 2015 kamen im Rahmen des Programms über 200 Studierende und Promovierende unterschiedlichster religiöser und weltanschaulicher Orientierungen zusammen.

Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Jütte wird mit der Otto-Hirsch-Auszeichnung geehrt. Diese wird jährlich gemeinsam von der Stadt Stuttgart, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Stuttgart verliehen. Das Kuratorium zeichnet Prof. Jütte für „seine national wie international außerordentlich geschätzten journalistischen und wissenschaftlichen Leistungen in Hinblick auf das Judentum und für sein herausragendes Eintreten für die christlich-jüdische Zusammenarbeit sowie für ein gegenseitiges Verständnis der Kulturen und Religionen im Geiste gesellschaftlicher wie religiöser Toleranz“ aus. Aufgrund der aktuellen Situation wird Prof. Jütte die Otto-Hirsch-Auszeichnung im Rahmen eines feierlichen Festakts am 30. März 2021 überreicht.

Geboren 1954 in Warstein/Westfalen, absolvierte Prof. Jütte ein Studium der Geschichte und Germanistik an den Universitäten Marburg/Lahn, London und in Münster/Westfalen, wo er auch promovierte. 1989 habilitierte sich Prof. Jütte in Bielefeld. Von 1983 bis 1989 war er Dozent und später Professor für deutsche Geschichte an der Universität Haifa. Seit 1990 ist er Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung und Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Juden in der Medizin, Jiddisch und Rotwelsch, die Geschichte der Emigration sowie jüdische Historiker.

Wir gratulieren unserem Beiratsmitglied sehr herzlich! Masel tov!

Am 16. Juni 2020 fand der zweite ELES-Salon Machloket & Mischpoke statt. Rebecca Ajnwojner, Atina Grossmann, Whitney Nosakhare und Jo Frank diskutierten über Black Jew*esses, Jew*esses of Colour, die Geschichte der Schwarz-Jüdischen-Beziehungen sowie Intersektionalität und Allianzen. Ursula Rüssmann, Frankfurter Rundschau, berichtet heute ausführlich über die Online-Diskussion: „Die Betroffenen treiben den Wandel selbst voran. Postmigrantische Selbstorganisationen, PoC und Schwarze Deutsche, Institutionen wie das jüdische Förderungswerk ELES und andere prägen die aktuellen Debatten und Proteste wesentlich mit und vernetzen sich zunehmend, auch wenn das nicht ohne schwierige Aushandlungsprozesse und Konflikte geht. Vor allem aber drängt ihre Klientel immer mehr in die Institutionen. Zwar sind es bei weitem noch nicht genug, aber sie werden dort bleiben und Wirkung entfalten, wenn die Solidaritätswellen abgeebbt sind.“

Der Artikel kann hier nachgelesen werden. Und wer’s verpasst hat: Die Diskussion haben wir auch auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht.

Unterstützt mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie weiterer staatlicher und nicht-staatlicher Träger fördern in Deutschland 13 Begabtenförderungswerke besonders talentierte und engagierte Studierende und Promovierende finanziell und ideell. Die Werke spiegeln dabei den Pluralismus und die gesellschaftliche Diversität der Bundesrepublik Deutschland wider. Sie alle bekennen sich zu den Prinzipien der liberalen Demokratie und des freiheitlichen Rechtsstaates. (…)

Dass gesellschaftliche Verantwortungsträger*innen zur Zeit des Nationalsozialismus zu willigen Akteur*innen des nationalsozialistischen Regimes wurden, prägt den Auftrag und das Selbstverständnis der Begabtenförderungswerke bis heute: Vor diesem Hintergrund hat die Bundesrepublik Deutschland ein international einzigartiges, öffentlich finanziertes und gleichzeitig von staatlich unabhängigen Trägerorga-nisationen gestaltetes System der pluralen und wertegebundenen Begabtenförderung etabliert.

In Anbetracht der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung in Deutschland und Europa sehen die Be-gabtenförderungswerke eine ihrer zentralen Aufgaben darin, mit ihren Stipendiat*innen und Ehemaligen sowie ihren internationalen Netzwerken dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Mit ihrer Arbeit treten sie gemeinsam ein für respektvolles Miteinander, gegen nationalistische Denkmuster, populistische Vereinfachungen, Wissenschaftsfeindlichkeit, Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Rassismus sowie jegliche weitere Art von Diskriminierung aus Gründen der Religion oder Weltanschauung, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. (…)

Das Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft der Begabtenförderwerke finden Sie hier.

Avicenna-Studienwerk, Cusanuswerk – Bischöfliche Studienförderung, Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk, Evangelisches Studienwerk Villigst, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Hanns-Seidel-Stiftung, Hans-Böckler-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Stiftung der Deutschen Wirtschaft, Studienstiftung des deutschen Volkes.

In diesem Frühjahr startete ELES das Aktionsprogramm „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“. Zum Auftakt diskutierten am 15. Mai 2020 Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Saba-Nur Cheema, pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank und der Soziologe und ELES-Beirat Prof. Dr. Natan Sznaider über Corona als Katalysator antisemitischer Verschwörungsmythen. Moderation: Jo Frank, Geschäftsführer von ELES.

Am 18. Juni 2020 folgte der zweite Live-Talk. Julia Bernstein, Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Dr. Doron Kiesel, wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden und Jo Frank sprachen über Möglichkeiten und Grenzen der Aufklärung gegen Antisemitismus.

Beide Livestreams können auf dem YouTube-Kanal von ELES angesehen werden.

„Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ richtet sich an Stipendiat*innen aller 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten Begabtenförderungswerke und die interessierte Öffentlichkeit. Zwischen 2020 und 2022 organisiert ELES  zehn Veranstaltungen im ganzen Bundesgebiet. Im Rahmen von Seminaren und öffentlichen Abendveranstaltungen möchte das Begabtenförderungswerk sensibilisieren, Antisemitismus zu erkennen, einzuordnen und ihn zu bekämpfen. Dabei setzt ELES auch auf die wissenschaftliche Auseinandersetzung, auf den öffentlichen Austausch und die Vernetzung. Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, ist Schirmherr des Programms.

Beck Berlin ist ein neues Stipendienprogramm des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) und der Beck’schen Stiftung. Beck Berlin fördert israelische Studierende und Promovierende, die an einer Berliner Hochschule studieren und promovieren wollen und unterstützt diese ideell und materiell. Die ersten Stipendiat*innen werden zum 1. Oktober 2020 in die Förderung aufgenommen.

„Endlich können wir auch Studierende und Promovierende aus Israel fördern, die ihre akademische Ausbildung in Berlin beginnen. Wir sind sicher, dass der akademische, kulturelle und religiöse Austausch innerhalb der ELES-Stipendiat*innenschaft für sie intensiv und fruchtbar sein wird“, erklärt Jo Frank, Geschäftsführer von ELES.
„Die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland werden durch den Austausch gestärkt. Wir freuen uns, den bilateralen Beziehungen der Länder diese Facette hinzufügen zu können,“ so Dr. Clemens Beck, Vorstand der Beck’schen Stiftung. „Berlin ist ein Zentrum jüdischen Lebens mit großer internationaler Strahlkraft. Wir können jetzt junge Menschen aus Israel unterstützen, die hier leben möchten.“

Die Stipendiat*innen von Beck Berlin nehmen an der ideellen Förderung des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks teil. Im Rahmen von Kollegs, Workshops und Abendveranstaltungen werden Themen, die für die jüdischen Gemeinschaften in der deutschen und europäischen Diaspora sowie in Israel von besonderer Relevanz sind, bearbeitet und reflektiert. Das Stipendium ermöglicht den Geförderten zudem den Zugang zu einem Netzwerk renommierter jüdischer Wissenschaftler*innen und Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens

Die Stipendien werden zunächst für 12 Monate vergeben. Neben der ideellen Förderung und der Einbindung in die stipendiatischen und akademischen Netzwerke von ELES umfasst das Stipendium eine elternunabhängige Förderung. Die Stipendiat*innen leben in Berlin und können Deutschland und seine Hauptstadt kennenlernen. Alle Geförderten erhalten eine individuelle Beratung und Betreuung durch eine*n erfahrene*n ELES-Referent*in.

Weitere Informationen hier.

Unsere ELES-Salons veröffentlichen wir ab sofort auch als Audio-Podcast:

Machloket & Mischpoke. Der ELES-Salon, I. Thema: Jüdische Perspektiven auf Care. Mit Paula Villa Braslavsky, Levi Israel Ufferfilge und Jo Frank. Link zum Podcast hier (Buzzsprout, Spotify).

Machloket & Mischpoke. Der ELES-Salon, II. Thema: Black Jew*esses und Jew*esses of Colour, Geschichte der Schwarz-Jüdischen-Beziehungen,  Fragen nach Intersektionalität und Allianzen. Mit Rebecca Ajnwojner, Atina Grossmann, Whitney Nosakhare, Jo Frank. Link zum Podcast hier (Buzzsprout, Spotify).

Machloket & Mischpoke ist der neue, digitale Salon von ELES. Mit Paula Villa Braslavsky und Levi Israel Ufferfilge sprachen wir am 3. Juni 2020 über Jüdische Perspektiven auf Care, mit Rebecca Ajnwojner, Atina Grossmann und Whitney Nosakhare am 20. Juni 2020 über Black Jew*esses, Jew*esses of Color, Schwarz-Jüdische-Beziehungen sowie Fragen nach Intersektionalität und Allianzen. Moderation: Jo Frank, Geschäftsführer von ELES.

Filme beider Facebook-Livestreams finden Sie ab sofort auf dem YouTube-Kanal von ELES.

Am 19. Juni 2020 fand die Lange Nacht der Ideen des Auswärtigen Amtes statt, die erstmals als virtuelle Lange Nacht gefeiert wurde. Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch waren zum zweiten Mal mit dabei. Unter dem Titel „Europäische Interventionen – Navigieren durch pluralistische Gewässer“ lud das ELES-Programm zu einem vierstündigen, partizipativen Austausch über Europa. Im Rahmen zweier Panels diskutieren u. a. Kübra Gümüşay, Max Czollek, Claudia Roth und Esra Küçük.

Über das Panel zum Thema „Sprache – Religion – Gesellschaft“ berichtete die Katholische Nachrichten-Agentur. Nachzulesen in einem Beitrag des Neuen Ruhr-Wortes: „Experte: „Sprache wird als Waffe geführt“.

Die Veranstaltung „Europäische Interventionen – Navigieren durch pluralistische Gewässer“ kann hier nochmals angesehen werden.

Das ELES-Programm Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch ist zum zweiten Mal Gast der Langen Nacht der Ideen des Auswärtigen Amtes.

Unter dem Titel „Europäische Interventionen – Navigieren durch pluralistische Gewässer“ laden wir zu einem vierstündigen, partizipativen Austausch über Europa. Im Rahmen zweier Panels diskutieren u. a. Kübra Gümüşay, Max Czollek, Claudia Roth und Esra Küçük. Vor Shabbat zündet Max Feldhake, Rabbinats-Absolvent des Abraham Geiger Kolleg, Kerzen, im Anschluss laden wir zum digitalen Empfang. Sie können die Veranstaltung ohne Anmeldung im Live-Stream auf der Facebookseite der Dialogperspektiven ansehen oder via Zoom teilnehmen.

Programmübersicht:

18:00 Uhr, Begrüßung

18:15 Uhr, Panel 1: Sprache – Religion – Gesellschaft. Mit Kübra Gümüşay, Max Czollek, Claudia Roth MdB, Moderation Jo Frank

19:00 Uhr, Performance: Mit Dieter Puntigam und Beatrix von Schrader

19:15 Uhr, Inside Dialogperspektiven I: Perspektiven unserer Teilnehmer*innen zu Fragen europäischer Identität(en)

19:30 Uhr, Panel 2: Pluralismus und politische Teilhabe in Europa. Mit Terry Reintke, Esra Küçük, Staatsminister Michael Roth. Moderation Iman Al Nassre

20:30 Uhr, Inside Dialogperspektiven II: Breakout Sessions mit den Teilnehmer*innen des Programms

21:00 Uhr, Impuls zum Schabbat: Mit Max Feldhake

21:15 Uhr, Kerzen zünden zum Schabbat: Mit Max Feldhake21:30 Uhr, digitaler Empfang // Social Dancing: Mit Alex Stolze und Daniel Laufer

Europa ist ein einzigartiger Ort der Vielfalt, ein Raum der Möglichkeiten und der gesellschaftlichen Zusammenarbeit. Europa ist aber auch geprägt von politischer Fragmentierung und Polarisierung, erstarkendem Nationalismus und der Abwehr alternativer Lebensentwürfe. Unter dem Thema „Europäische Interventionen. Navigieren durch pluralistische Gewässer“ widmen wir uns drängenden Fragen von Pluralität, politischer Teilhabe, Allianzenbildung und gemeinsamer, inklusiver Gestaltung unserer Lebenswelten trotz – oder gerade wegen – der Ambivalenzen und Interdependenzen sprachlicher, religiös-weltanschaulicher und politischer Vielfalt.Weitere Infos und den Link zur Anmeldung bei Zoom finden Sie hier.

Zum Programm:

Das ELES-Programm Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch ist ein durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ermöglichtes internationales Programm zur Etablierung neuer Formen des weltanschaulichen und interreligiösen Dialogs. Es richten sich an Stipendiat*innen aller 13 vom BMBF geförderten Begabtenförderungswerke. Die Teilnehmenden werden zu Expert*innen des interreligiösen Dialogs ausbildet. 2019 wurde das Programm mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes europäisiert. Mit European Scholarship Programme@DialoguePerspectives öffnet sich das Programm für europäische Studierende und Promovierende aus Großbritannien, Frankreich, Polen, Ungarn, Schweden und Luxemburg. Das Programm ist eine Plattform zur Ausbildung von europäischen Expert*innen des interreligiösen Dialogs. Ziel ist es, das Zusammenleben unterschiedlicher Religionsgemeinschaften in Europa und damit unsere gemeinsame europäische Gesellschaft mitzugestalten.

Neuigkeiten von ELES:

Previous Next

Informiert bleiben:

Erhalten Sie über den ELES-Newsletter regelmäßig die wichtigsten Neuigkeiten aus dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk.