Rückblick auf das Dialogperspektiven Herbstseminar 2019 „Religion und Technologie“

26. bis 30. September, Seminarhaus Shanti/Yoga Vidya Institut e.V., Horn-Bad Meinberg

 

Mit dem Herbstseminar 2018 zum Thema „Religion und Technologie“ sind die Dialogperspektiven erfolgreich in das vierte Programmjahr 2018/19 gestartet. Vom 26. bis 30. September 2018 fand das erste von zwei Seminaren dieses Programmjahrs im Seminarhaus Shanti des Yoga Vidya Instituts in Horn-Bad Meinberg statt. Während fünf intensiver Tage haben die insgesamt 42 Teilnehmer_innen unseres Programms, darunter zahlreiche Teilnehmer_innen aus dem dritten Programmjahr, die sich für die Fortsetzung ihrer Teilnahme entschieden haben, gemeinsam gearbeitet, diskutiert und ihre jeweilige religiöse, spirituelle und weltanschauliche Praxis gelebt.

Den Kern des inhaltlichen Programms bildeten die vier themenspezifischen Arbeitsgruppen unter der Leitung von Stephan Raab (Identität im Internet – Parallelen zur „Leitkultur“- Debatte?), Professor Dr. Frederek Musall (Gottes Würfel – Positionen und Perspek-tiven zum Verhältnis von Religion, Wissenscha­ft und Technik), Dr. Alexander Graeff („Die göttliche Reinheit des Cyberspace“ – Sci-Fi-Religionen und Konzepte theologischer Technikrezeption) und Nadine Reinhardt (Transhumanismus – Heilsversprechen, Hiobsbotschaft­ oder Illusion?).

Abgerundet wurde die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Religion und Technologie zum einen durch ein Podiumsgespräch (#religion – Religionen und Weltanschauungen im digitalen Raum) mit den Netzaktivistinnen Safiyye Arslan, Sarah Egger und Iris Battenfeld, zum anderen durch Vorträge von Christopher Coenen vom Karlsruher Institut für Technologie (Die transhumanistische Apotheose der Menschheit) und Filmemacher und Autor Philipp von Becker (Europa und die digitale Weltordnung – Auf dem Weg in den „smarten“ Kontrollstaat oder Chance für eine emanzipatorische Politik?).

Neben der inhaltlichen Arbeit spielte die gemeinsame religiöse Praxis während der Seminartage eine zentrale Rolle: Mit einer Einführung in die Praxis des islamischen Freitagsgebets, einer gemeinsamen Kabbalat Shabbat Feier, einem ökumenischen Gottesdienst sowie geistigen Impulsen zu unterschiedlichen Praxen des islamischen Aschura-Festes, zum biblischen Buch Kohelet und zur religiösen Praxis des jüdischen Sukkotfestes gab es zahlreiche Gelegenheiten, religiöse Praxis miteinander zu entdecken. Das Programm wurde durch die religiösen Begleiter_innen Dr. Ayşe Başol, Max Feldhake sowie Dr. Volker Grunert gemeinsam mit den Teilnehmer_innen vorbereitet und durchgeführt.

Ergänzt wurde das Seminarprogramm durch verschiedene Dialog- und Reflexionsformate, in denen die Teilnehmer_innen unter Anleitung von Dialogperspektiven-Alumna Kristina Schneider und Teilnehmerin Liora Jaffe über aktuelle gesellschaftliche und politische Fragestellungen sowie über unterschiedene Aspekte von Identitätskonstruktionen reflektieren und diskutieren konnten. Zahlreiche Möglichkeiten für Rückzug und Gebet ermöglichten zudem Räume für individuellen Austausch unter den Teilnehmer_innen.

Es waren fünf intensive Tage des Austauschs, des Voneinander-Lernens und der Diskussionen, voller besonderer Momente und Begegnungen – unser Dank gilt allen Referent_innen, den religiösen Begleiter_innen und unseren Teilnehmer_innen für ihre Offenheit, ihr Engagement und ihre Unterstützung!

 

Erster DAGESH Kunstpreis geht an Liat Grayver, Yair Kira und Amir Shpilman

 

Im Rahmen des Jüdischen Zukunftskongresses wird am Mittwoch, dem 7. November 2018 erstmals der DAGESH Kunstpreis an jüdische Künstler*innen verliehen. Der Festakt beginnt um 18 Uhr in der W. Michael Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin in Anwesenheit der Künstler*innen, von Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa . Der Kunstpreis wird gemeinsam vom Jüdischen Museum Berlin und dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk jährlich an jüdische Künstler*innen vergeben. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Jüdisches Museum Berlin gestiftet.

 

Was bedeutet Jüdisch-Sein heute?

In diesem Jahr lautete die Wettbewerbsfrage: „Was bedeutet Jüdisch-Sein heute?“ Eine achtköpfige internationale Jury, der u.a. die Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin Léontine Meijer-van Mensch sowie der israelische Kurator Itamar Gov angehören, wählte unter den sieben Bewerbungen das Projekt „Open, Closed, Open – פתוח, סגור, פתוח der bildenden Künstlerin Liat Grayver, des Produktdesigners Yair Kira und des Komponisten Amir Shpilman aus.

 

Die multimediale Installation der drei Künstler*innen ist für zwei Räume konzipiert. In einem der beiden Räume, „The Sandbox“ genannt, interagieren die Besucher*innen aktiv mit einem Roboter, indem sie miteinander die Sandfläche bearbeiten. Hierfür stehen den Besucher*innen Formen hebräischer Buchstaben zur Verfügung. Die entstehende, durch den Roboter immer wieder verwehte Sandschrift spiegelt im Kunstwerk gegenwärtige Erfahrungen des Jüdisch-Seins, die Fluidität von Identitäten und Identitätskonstruktionen sowie die Vergänglichkeit von Erinnerung. Im zweiten Raum „Video Room“ wird das aufgezeichnete Geschehen projiziert und somit der Betrachtung überantwortet. Beide Räume werden von einer Komposition menschlicher Stimmen gefüllt. Auch dieses (selbst)reflexive Moment ist wichtiger Bestandteil heutigen jüdischen Seins zumal in der Diaspora. Zugleich erlauben die beiden Räume in ihrem komplexen Zusammenspiel den aktiv partizipierenden Besucher*innen eine tiefe Erfahrung, die kabbalistische Aspekte in sich birgt.

 

„,Open, Closed, Open‘ ist eine poetische, subtile und komplexe multimediale Installation, die als vielschichtige Metapher für jüdische Identität fungiert und philosophische Fragen aufwirft“, so das Kuratoriumsmitglied Arnold Dreyblatt, seinerseits ein multimedialer Künstler. ,Open Closed Open‘ bietet vielfältige Antworten auf die Frage, was es heute bedeutet, Jude oder Jüdin zu sein. Des Weiteren hält die Jury in ihrer Begründung der Preisverleihung fest: „Ästhetisch beeindruckend, poetisch und bewegend – gleichzeitig aber spielerisch und humorvoll, stellt ,Open Closed Open‘ sprachliche und dichterische Traditionen in den Vordergrund, betrachtet die Sprache als zentrales Element der Identität.

 

Die Verleihung dieses erstmaligen DAGESH-Kunstpreises ist dem Andenken an Galit Schir gewidmet. Gali war von ELES geförderte Promovendin und Alumna, die sich stets für kulturpolitische Belange der jüdischen Gemeinschaft eingesetzt hat. Sie verstarb am 11. Mai 2018.

 

Zum Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk:

Das 2009 gegründete Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist eines der dreizehn Begabtenförderungswerke, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt werden. Mit der gezielten Förderung begabter jüdischer Studierender und Promovierender leistet das Studienwerk einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen jüdischen Intellektualität in Deutschland und Europa. ELES steht für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. ELES fördert Jüdinnen und Juden aller Denominationen – von orthodox bis liberal, von masorti bis säkular. Dieses Zusammenkommen aller religiösen und auch nicht-religiösen Strömungen des Judentums ist einmalig, nicht nur in Deutschland, sondern europaweit.

Nähere Informationen unter: www.eles-studienwerk.de

 

Zu DAGESH. KunstLAB ELES:

2016 wurde DAGESH. KunstLAB ELES als Kunstprogramm des ELES gegründet. DAGESH widmet sich den von ELES geförderten Künstler_innen unterschiedlicher Disziplinen sowie dem wachsenden Kreis von Ehemaligen, die heute an prominenten Stellen in verschieden Bereichen der Kunstproduktion und -vermittlung tätig. DAGESH sensibilisiert die Kunstwelt für jüdische Perspektiven und jüdische Überlieferungen, schafft Vernetzungen und schlägt Brücken zwischen Kunst und Wissenschaft, Kunst und Politik, Kunst und Diskurs. DAGESH macht den kreativen Umgang von Künstler_innen mit heutigen gesellschaftlichen und kulturpolitischen Herausforderungen sichtbar.

Nähere Informationen unter: www.dagesh.de

 

Datum: Mittwoch, 7. November 2018
Beginn:18.00 Uhr
Ort: W. Michael Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin, Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin

 

Anmeldungen zur Veranstaltung: horn@eles-studienwerk.de

Pressekontakt und Akkreditierung: Kirchner Kommunikation, Tatjana Kirchner: kirchner@kirchner-pr.de

Mithilfe der ELES-Auslandsförderung befindet sich Jonathan Hirsch derzeit für sein Double-Degree inInternational Management in Peking. In dieser neuen Reihe werden Stipendiat_innen, die sich mit der ELES-Auslandsförderung im Ausland befinden, vorgestellt.

Zwischen Anfang August 2017 und Ende Dezember 2017 befand ich mich zu Forschungs- und Vernetzungszwecken an der University of California, Berkeley. Die UC Berkeley erwies sich für mich als ein perfektes akademisches Umfeld, ist sie doch gerade für ihre Literaturprogramme und für ihr innovatives Jewish Studies Programm bekannt. Meine Zeit in Berkeley lieferte mir wertvolle Einblicke in die US-amerikanische Jiddistik/Jewish Studies: Einerseits konnte ich im intensiven Austausch mit Berkeley-Studierenden und -Lehrenden und unter Nutzung der dortigen Ressourcen inhaltlich wichtige Schritte vollziehen. Andererseits gelang es mir, wertvolle und anhaltende Kontakte nicht nur zu Professor_innen der UC-Berkeley, sondern auch zur Faculty anderer prominenter US-amerikanischer Universitäten zu knüpfen.

Der Aufenthalt in den USA hat sich als sehr produktiv erwiesen und mein Dissertationsprojekt entscheidend vorangebracht: Die akademischen Diskurse in und aus den USA sind für das Feld der Jiddischen Studien von enormer Bedeutung, gerade in der Überschneidung mit Gender Studies, wie sich etwa in der Forschung von Chana Kronfeld, Daniel Boyarin, Naomi Seidman oder David Shneer zeigt.

Ein besonderes Highlight war die Teilnahme an der First Annual Borscht-Rast Lecture with Daniel Boyarin, Judith Butler, and Naomi Seidman, während der Professorin Naomi Seidman, die eine meiner Betreuer_innen in Berkeley war, der Borscht-Rast Prize für ihre Monographie “The Marriage Plot” verliehen wurde. Die Preisverleihung fand im Stil halbstündiger Responsen von Daniel Boyarin und Judith Butler auf Seidmans Forschungsergebnisse statt und lieferte einen lebhaften und äußerst spannenden Einblick in die gegenwärtigen Diskussionen innerhalb der US-amerikanischen Gender und Jewish Studies.

Einen besonderen Eindruck hat die Dichte jüdisch-queerer Organisationen, Gruppen und Gemeinden in der Bay Area auf mich gemacht – etwas, das in Europa definitiv fehlt!

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk bietet interessierten Studierenden fortlaufend Praktika in der Abteilung Studierendenförderung für die Dauer von drei Monaten an. Für die Dauer des Praktikums wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 300 Euro pro Monat gezahlt.

Aufgabenbereich:

Anforderungen:

Ansprechpartner

Dr. David Kowalski
kowalski@eles-studienwerk.de

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk sucht für seine Geschäftsstelle in Berlin zum 01.11.2018 ein_e

 

Mitarbeiter_in (m/w) für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Ehemaligenarbeit

(50%, TVöD E12 befristet auf 1 Jahr mit der Option auf Verlängerung).

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist eines der 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Begabtenförderungswerke. Seit seiner Gründung 2009 steht ELES für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Im Studienwerk treffen sich akademische Exzellenz und Engagement für die jüdische Gemeinschaft und die Gesamtgesellschaft. Mit der gezielten Förderung begabter jüdischer Studierender und Promovierender leistet das Studienwerk zudem einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen jüdischen Intellektualität.

Wir bieten: ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet (vor allem organisatorische und redaktionelle Mitarbeit bei Publikationen und Newsletter des Studienwerks sowie konzeptionelle und organisatorische Unterstützung der Ehemaligenarbeit) in einem jungen, dynamischen Arbeitsumfeld.

Wir erwarten: Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere im Verfassen und Redigieren von Texten; sehr gute mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit in Deutsch und Englisch; organisatorisches Geschick; sehr gute Kommunikationsfähigkeit; Kreativität; versierten Umgang mit gängigen Computerprogrammen und die Bereitschaft, sich weitere Kenntnisse anzueignen; Teamfähigkeit; ein hohes Maß an Flexibilität; Zuverlässigkeit und Engagement; Nähe zur jüdischen Gemeinschaft. Erfahrungen mit WordPress und der Adobe Creative Suite sind von Vorteil.

Bitte bewerben Sie sich bis zum 21.09.2018 (Datum des Poststempels) schriftlich mit Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen und Referenzen beim

Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V.

Postfach 21 03 20

10503 Berlin

 

Eine Rücksendung der Bewerbungsunterlagen kann nur erfolgen, wenn ein ausreichend frankierter Rückumschlag beigefügt ist.

Bei Rückfragen können Sie sich an Dr. David Kowalski wenden: kowalski@eles-studienwerk.de

Stipendiatisches-Kolleg: Jiddisch – unser Mamelosch, Stiftung Begegnungsstätte Schloss Gollwitz, 09.-11. Juli 2018

Durch die Shoah ist die jiddische Sprache und Kultur zu großen Teilen zerstört worden. Doch ist die Mameloshen tatsächlich verloren gegangen?
In einem stipendiatischen Kolleg gingen vierzehn ELES-Stipendiat_innen vom 9. – 11. Juli 2018 dieser Frage nach. Bereits nach der Vorstellungsrunde in Gollwitz zeigte sich, dass Jiddisch alle Teilnehmer_innen verband: Bei vielen war Jiddisch eine von Familienmitgliedern gesprochene Sprache, andere lernten die Sprache im Studium.
 
Der ELES-Stipendiat Akiva Weingarten sprach in seinem Vortrag auf Jiddisch und gab einen Einblick in das Leben im ultraorthodoxen Brooklyn. Die Kantorin Jalda Rebling gestaltete den morgendlichen Shacharit und sprach über das Leben ihrer Mutter Lin Jaldati, die berühmte Jiddisch-Sängerin in der DDR, sowie über die „Tage der Jiddischen Kultur“ in Ost-Berlin. Dr. Oren Roman gab während des Kollegs eine Einführung in die Sprachentwicklung von Jiddisch. Die Künstlerin Ella Ponizovsky Bergelson, die auch über ihren Großvater, den Schriftsteller David Bergelson sprach, machte einen Workshop zur Kalligraphie und zeigte, wie Kunst mit Buchstaben entsteht. Zum Abschluss des Kollegs wurde der Film Menashe (USA, 2017) gesehen. Das Kolleg wurde von der ELES-Alumna Margarita Haikin initiiert.

 

 

Formale Voraussetzungen

Wir fördern fachlich ausgewiesene jüdische Promovierende in allen Themenbereichen und allen Disziplinen (außer Medizin). Nichtjüdische Promovierende können sich mit Forschungsprojekten bewerben, die jüdische Themen zum Inhalt haben. Voraussetzung ist die Zulassung zur Promotion an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland und – bei deutscher Staatsbürgerschaft – in einem EU-Mitgliedsstaat oder in der Schweiz. Die Promotion kann in begründeten Fällen auch an einer außereuropäischen Hochschule gefördert werden.
Die Bewerbung um eine Promovierendenförderung sollte in der Anfangsphase der Erarbeitung der Dissertation erfolgen.

Wir erwarten
  • ein wissenschaftlich außergewöhnlich anspruchsvolles und innovatives Dissertationsprojekt, das innerhalb von drei Jahren abschließbar ist
  • eine zielführende und dem Projekt sowie der Doktorandin oder dem Doktoranden angemessene Betreuung

ELES fördert nicht nur finanziell, sondern auch ideell und begleitet seine Stipendiat_innen in vielfacher Hinsicht auf ihrem komplexen Weg zu akademischer Exzellenz und persönlicher Reife.
Neben hervorragenden akademischen Leistungen wird von den Stipendiat_innen daher auch gesellschaftliches Engagement beispielsweise in jüdischen Gemeinden, im sozialen Bereich, in der Jugendarbeit, in studentischen Organisationen oder im gesellschaftlichen Umfeld erwartet.

Die nächste Bewerbungsfrist für ein ELES-Stipendium in der Promovierendenförderung endet am31. Oktober 2018. Die Aufnahme in die Förderung erfolgt zum 1. April 2019.

     Kontakt    
PD Dr. Eva Lezzi: lezzi@eles-studienwerk.de,
Tel. 030-319 981 7031
Dr. Maria Ulatowski: ulatowski@eles-studienwerk.de,
Tel. 030-319 981 7032

Gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Avicenna Studienwerk blicken wir auf ein gelungenes Kooperationswochenende (29. Juni- 01. Juli 2018) in Berlin zurück. 21 engagierte Stipendiat_innen der drei Werke haben im Seminar „Wer ist das Volk?“ aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklungen sowie den Begriff „Volk“ analysiert und kritisch diskutiert.

Zentrale Fragen lauteten u.a.: Wer ist das „Volk“, auf das sich Bewegungen wie Pegida oder die AfD zunehmend exklusiv und aggressiv beziehen? Kann es einen inklusiven, pluralistischen Volksbegriff überhaupt geben? Und wie verorten sich die jüdischen und muslimischen Gemeinschaften innerhalb der neuen und alten Diskurse um das deutsche Volk?

Die Grundlage für einen intensiven, kritischen und offenen Austausch bildeten wertvolle Beiträge von Gästen aus Politik, Wissenschaft, Medien und der Zivilgesellschaft wie Prof. Dr. Benno Hafeneger (Universität Marburg), Prof. Dr. Atina Gossmann (Cooper Union New York), Leila El-Amaire (i,slam e.V.) , Karim El-Helaifi, (Neue Deutsche Organisationen), Paul Starzmann (Tagesspiegel), Dr. Max Czollek, Arne Lietz (Mitglied des Europäischen Parlaments), Natalia Loinaz (Inssan e.V.), Sandra Gugić (nazisundgoldmund.net).

Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden für das inspirierende Seminar.

Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch

Abschlusskonferenz 2018

(21. bis 24. Juni 2018, Essen)

Vom 21. bis 24. Juni 2018 fand in Essen die dritte Dialogperspektiven-Konferenz statt, die zugleich den Abschluss des ersten dreijährigen Programm-Turnus‘ der Dialogperspektiven darstellte. Im Rahmen der Konferenz kamen erstmals auch ehemalige Teilnehmer_innen aus den ersten zwei Programmjahren zu einem ersten offiziellen Alumni_ae-Treffen zusammen.

Höhepunkt der diesjährigen Konferenz war die feierliche Abendveranstaltung in der Alten Synagoge Essen am Abend des 23. Juni, bei der unsere Teilnehmer_innen die Ergebnisse aus dem ersten Programm-Turnus öffentlich präsentieren und einen Einblick in die gemeinsame Arbeit der zurückliegenden Jahre geben konnten. In kurzen Impulsen reflektierten ehemalige Teilnehmer_innen aus den ersten zwei Programmjahren über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus ihrer Zeit bei den Dialogperspektiven und stellten eigene Projekte und Initiativen vor, die daraus entstanden sind. In einem anschließenden Podiumsgespräch diskutierten aktuelle Teilnehmer_innen gemeinsam mit dem Theologen, Historiker und Philosophen Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, Professor für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik sowie ehemaliger Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats, moderiert von der Dialogperspektiven-Mitarbeiterin Iman Al Nassre, über das Verhältnis von Staat, Religion und Weltanschauung. Hierbei wurden Fragen und Thesen aus den Seminaren des aktuellen Programmjahres erörtert: Inwieweit dienen Konzepte aus der politischen Theorie als Anknüpfungspunkte an aktuelle Debatten? Wie ist es um die mediale (Selbst-) Repräsentation unterschiedlicher religiöser Minderheiten bestellt und wie können nichtreligiöse Menschen institutionell repräsentiert werden, um ihre Positionen im Diskurs sichtbar zu machen? Kann der Konflikt zwischen individueller Freiheit und der Idealvorstellung einer Kollektivität gelöst werden, ohne die Idee einer kollektiven Identität zu bemühen?

Unter den Gästen in der Alten Synagoge befanden sich zahlreiche Interessierte aus Essen und Umgebung sowie Stipendiat_innen der Begabtenförderungswerke, Vertreter_innen aus Politik, Wissenschaft und den Religionsgemeinschaften.

Eine zentrale Frage während der Konferenz war die nach Möglichkeiten einer nachhaltigen Ergebnissicherung und der kontinuierlichen Weiterarbeit der Gruppe über das aktuelle Programmjahr hinaus. Welche Formen der Vernetzung können etabliert werden? Wie können die während des Seminarprogramms erarbeiteten Ergebnisse nach außen getragen und für andere Akteur_innen, Initiativen und Organisationen verfügbar und nachvollziehbar gemacht werden? Welche digitalen Formate sind sinnvoll für die Vermittlung von Inhalten? Nach einer ersten grundsätzlichen Ideensammlung erarbeiteten die Teilnehmer_innen in Kleingruppen Konzepte zu drei zentralen Vorhaben. So wurde ein Konzept für einen regelmäßigen Dialogperspektiven-Newsletter erarbeitet, verschiedene Medienformate entwickelt sowie Konzepte für „Train the trainer“-Workshops zum Aufbau eines eigenen Referent_innen-Pools.

In einem Impulsvortrag stellte Henrike Lerch vom Humanistischen Verband Deutschland Grundannahmen, historische Entwicklungen und aktuelle Positionen der humanistischen Perspektive vor und diskutierte anschließend mit unseren Teilnehmer_innen über konkrete Fragen zu den Schwerpunktthemen des aktuellen Programmjahres.

Auch die Alumni_ae erarbeiteten konkrete Ziele und Vorhaben zum Ausbau ihres Netzwerks sowie eine Konzeptualisierung der zukünftigen Arbeit.  Außerdem führten sie ein Workshop-Programm durch, zu dem sie die aktuellen Teilnehmer_innen einluden. Gemeinsam arbeiteten sie zu Fragen von Pluralität der Ordnungen im interreligiösen Lernen, zu Säkularismus in der europäischen Politik, Wissenschaft und Kultur, zur Ästhetik der interreligiösen Begegnungen, zur interreligiösen Initiative „Café Abraham – Juden, Muslime und Christen im Gespräch“, zu sozialer Arbeit in Nepal sowie zu Implikationen des Grundgesetzes für das Konzept der Menschenwürde.

Auch in diesem Jahr war die gemeinsame religiöse Praxis ein wichtiger Bestandteil während der Konferenz: Ein Impuls zum islamischen Fastenmonat Ramadan mit anschließendem islamischen Jumu’ah-Gebet sowie eine Einführung in den Sufismus und in sufistische Musik wurden von unserer religiösen Begleiterin Ayse Basol vorbereitet. Zur jüdischen Praxis zählten eine gemeinsame Kabbalat Shabbat Feier sowie ein Shiur zum Tora-Wochenabschnitt „Chukkat“ unter Leitung von Rabbiner Alexander Grodensky. Am Sonntagvormittag besuchten wir gemeinsam den Abendmahlsgottesdienstes in der Evangelischen Erlöserkirche, zu dem wir durch die Pfarrerin Erika Holthaus eingeladen waren.

Mit Freude blicken wir zurück auf vier intensive Tage des Arbeitens, des Miteinanders, der Begegnungen und des Feierns. Herzlichen Dank an unsere Teilnehmer_innen und Ehemaligen für die wunderbare Arbeit während der zurückliegenden drei Jahre und der vier Tage und an unsere Referent_innen, Arbeitsgruppen-Leiter_innen und geistlichen Begleiter_innen für ihr Engagement und die wunderbare Zusammenarbeit.

Wir freuen uns sehr über den gelungenen Abschluss unseres aktuellen Programmjahres und des ersten Turnus unseres Programms!

 

Zeit und Ort: Fr, 6. Juli 2018 bis So, 8. Juli 2018, Oberammergau

Das diesjährige ELES-Theaterkolleg fand vom 6. bis 8. Juli 2018 bereits zum siebten Mal in Oberammergau statt. Es wurde von der ELES-Referentin Yana Lemberska geleitet, ELES-Rabbiner Shaul Friberg übernahm die rabbinische Leitung. Zu den Referent_innen zählten auch in diesem Jahr der Regisseur und Spielleiter der Passionsspiele Christian Stückl, die ELES-Vertrauensdozentin, -Beiratsmitglied und Vorsitzende des Vertrauensdozenten-Ausschusses Prof. Dr. Anat Feinberg (Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg) sowie der ELES-Vertrauensdozent und Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Prof. Dr. Robert Jütte.

Am Freitag, den 6. Juli, begann das Kolleg mit einer Begrüßung und Einführung in das Programm durch die Kollegleiterin Yana Lemberska. Beim diesjährigen Theaterkolleg bereitete jede_r Teilnehmende ein Referat zu verschiedenen Themen vor, beispielsweise zur Oberammergauer Tradition, zu Schillers Leben, seinem Werk und zur Rezeption von Schillers Wilhelm Tell. Die ersten Referate fanden schon am Freitagnachmittag statt. Nach dem Abendessen im Gasthof zur Rose besuchten die Teilnehmer_innen die Premiere von Willhelm Tell im Passionstheater Oberammergau. Anschließend fand die Premierenfeier statt, die eine einmalige Gelegenheit zum Austausch zwischen den Mitwirkenden der Inszenierung und den Kolleg-Teilnehmer_innen bot.

Am nächsten Morgen begann der Tag mit einem Shabbat-Shiur von Rabbiner Shaul Friberg. Im Anschluss fanden eine Theaterführung und ein Gespräch mit dem Regisseur und Spielleiter Christian Stückl statt. Bei einer Führung durch die Theaterräume bekamen die Stipendiat_innen die Möglichkeit, hinter die Kulissen eines komplexen Theaterbetriebs zu blicken und dem Theaterintendanten ihre Fragen zu dem aktuellen Stück wie auch zu der überaus spannenden Geschichte des Passionstheaters zu stellen. Am Nachmittag fand ein Nachgespräch zur Inszenierung mit Prof. Dr. Anat Feinbberg und Prof. Dr. Robert Jütte statt. Zudem gab es weitere Referate zu Schiller und Tells Mythos, zum historischen Kontext des Dramas, zur Schillers Quellen für Wilhelm Tell, zu Schiller auf der hebräischen Bühne etc. Am Abend wurden die Teilnehmer_innen von Christian Stückl eingeladen, an einem Get-together mit den Schauspieler_innen teilzunehmen. Dort konnte der Austausch zwischen Darsteller_innen und Stipendiat_innen fortgesetzt werden.

Am Morgen des letzten Tags führte Shay Bar Or, ein ELES-Stipendiat und Psychologie-Promovend der Humboldt Universität zu Berlin, eine Achtsamkeitsübung mit den Teilnehmer_innen durch. Im Anschluss fand eine Ask the Rabbi Session mit Rabbiner Friberg statt. Abschließend wurde über das Kolleg reflektiert und die einzelnen Programmpunkte evaluiert.

Wir freuen uns sehr, dass es uns ein weiteres Mal gelungen ist, dank der Kooperation zwischen ELES und dem Oberammergauer Passionstheater, Stipendiat_innen für Theater begeistern zu können!

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