Charlotte Knobloch und Daniel Libeskind erhalten den 20. Preis für Verständigung und Toleranz des Jüdischen Museum Berlin. ELES gratuliert seiner Schirmherrin Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Ober­bayern, und dem Beiratsmitglied Daniel Libeskind sehr herzlich!
 
Die Preisverleihung findet am 13. November 2021 im Jüdisches Museum Berlin statt. Die Laudatio für Charlotte Knobloch hält der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Stephan Harbarth, die Laudatio für Daniel Libeskind die Kuratorin und internationale Kunst­händlerin Daniella Luxembourg. Hetty Berg, Direktorin des JMB, überreicht die Preise. Link zur Pressemitteilung des JMB hier.
 
Masel tov!

2019 gründeten ELES und das muslimische Avicenna-Studienwerk den jüdisch-muslimischen Thinktank Karov-Qareeb, der heute unter dem Dach von Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauunegn im Gespräch arbeitet. 2020 erschien im Herder Verlag die erste Buchpublikation der Inititiative: „‚Und endlich konnten wir reden …‘ Eine Handreichung über jüdisch-muslimischen Dialog in der Praxis“.

Rachel de Boor und Sonya Ouertani, zwei der Herausgeberinnen, sprachen mit rbb kultur über Thinktank und Buch. Der Beitrag „Mit Hummus gegen Hass. Rezepte für die jüdisch-muslimische Verständigung“ wurde am 24.10.2021 augestrahlt. Link zum Nachhören hier.

Jeden Freitag gehen aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren diese.

Am Freitag (22. Oktober 2021) sprach die ELES-Stipendiatin Isabella Heinmann über Weisheit.

Link zum Nachhören hier.

Pluralistische Erinnerungskulturen stehen im Fokus einer Podiumsdiskussion in der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Wie muss Vergangenheit neu erzählt werden, um die Vielfalt der gegenwärtigen Gesellschaft sichtbar zu machen? Wie könnte der Versuch einer kritischen Neufassung von Erinnerungskultur aussehen? Und was ist von Politik, Religionsgemeinschaften, Kulturinstitutionen, Bildung und Zivilgesellschaft zu fordern, damit eine Vorstellung entwickelt werden kann, die Erinnerungskultur im Sinne einer wehrhaften Demokratie neu fasst?

Am 6. November 2021, 19:30 Uhr, diskutieren in der Aula der Alten Universität Heidelberg Dr. Michael Blume (Antisemitismusbeauftragter Landesregierung Baden-Württemberg), Christina Feist (ELES-Stipendiatin und Überlebende des Anschlags auf die Synagoge in Halle), Dr. Esther Graf (Judaistin und Kulturvermittlerin), Yasemin Soylu (Teilseiend e.V./Muslimische Akademie Heidelberg i.G.) über „Plurale Erinnerungskultur. Gemeinsames Erinnern in einer vielfältigen Gesellschaft?“. Grußwort: Prof. Dr. Frederek Musall (Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg). Moderation: Jo Frank (Geschäftsführer Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk).

Anmeldung bis zum 04.11.21 für die Präsenzveranstaltung in der Aula der Alten Universität: anmeldung@eles-studienwerk.de. Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der 3G-Regel statt. Der Einlass ist ab 18 Uhr geöffnet, bitte planen Sie Zeit für die Registrierung ein. Die Podiumsdiskussion wird zusätzlich live auf dem Facebook-Kanal von ELES gestreamt. Hierfür ist keine Anmeldung notwendig.

Begrüßung und Keynote:

Prof. Dr. Frederek Musall ist Professor für Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte sowie stellvertretender Rektor an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Musall forscht u. a. zu Jüdischer Philosophie, modernem rabbinischen Denken und jüdischer Gegenwartskultur. Er engagiert sich in zahlreichen interreligiösen Gesprächsformaten, darunter Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch, und ist Mitglied der Coalition for Pluralistic Public Discourse.

Podiumsgäste:

Dr. Michael Blume ist Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg. Er ist Ansprechpartner für die Belange jüdischer Gruppen, aber auch für den Landtag, für Kommunen, Kirchen- und Moscheegemeinden sowie Bildungseinrichtungen. Blume hat eine unabhängige Expertenkommission aus jüdischen und nichtjüdischen Fachleuten und Wissenschaftler*innen eingerichtet und wirkt in einer Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens mit. Blume ist zudem Buchautor, Blogger und Lehrbeauftragter.

Christina Feist studierte Philosophie in Wien, Antwerpen und Paris. Parallel zum MA-Studium arbeitete sie als Journalistin mit dem Schwerpunkt Kultur und Außenpolitik für das österreichische Nachrichtenmagazin profil. Feist promoviert, mit der Unterstützung von ELES, in Philosophie und Geschichte an den Universitäten Potsdam und Paris-Sorbonne. Sie ist Überlebende des Anschlags auf die Synagoge in Halle.

Dr. Esther Graf engagiert sich als praktizierende Jüdin im interreligiösen Dialog. Graf leitete das Jüdische Museum Hohenems und arbeitete für die Abteilung Jüdisches Museum im Braunschweigischen Landesmuseum. 2008 gründete die promovierte Judaistin und Kunsthistorikerin zusammen mit Manja Altenburg die Agentur für Jüdische Kultur, die zahlreiche Projekte zur Erinnerungskultur umsetzt.

Yasemin Soylu studierte Ethnologie und Psychologie (B.A.) in Heidelberg und Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen (M.A.) in Osnabrück. Seit 2014 ist sie in der politischen Erwachsenen- und Jugendbildung tätig, u. a. zu den Themen Antidiskriminierung, Prävention von Extremismus und Hassgewalt, Empowerment, Islam und Muslimisches Leben in Deutschland. Seit der Gründung im Jahr 2014 begleitet sie Teilseiend e. V. Soylu ist stellv. Geschäftsführerin der Muslimischen Akademie Heidelberg i. G. – die erste konfessionell getragene Einrichtung politischer Bildung in Deutschland.

Jo Frank studierte Anglistik und Amerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Holocaust Communication am Touro College Berlin. Frank ist Director of Development der Leo Baeck Foundation, Geschäftsführer von ELES und Programmleiter von DAGESH. Jüdische Kunst im Kontext sowie Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch. Frank ist Mitbegründer des Verlagshaus Berlin und arbeitet als Autor und Übersetzer.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS) und im Rahmen des ELES-Programms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“.

Jeden Freitag gehen aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren sie.

Am Freitag (15. Oktober 2021) sprach Rabbiner, Projektleiter des Jewish Future Forum und ELES-Alumnus Max Feldhake über die Funktionen, die den Religionen in unserer Gegenwart zukommen und die Rolle, die das Judentum dabei spielt.

Die ganze Folge hier zum Nachhören.

Am 27. März 2021 wäre unser Namensgeber Ernst Ludwig Ehrlich 100 Jahre alt geworden. Ein willkommener Anlass für uns, das ganze Jahr über an Ehrlich zu erinnern und Euch unseren Namenspatron vorstellen.

B’NAI B’RITH (hebr. „Söhne des Bundes“)

Über drei Jahrzehnte lang ist Ernst Ludwig Ehrlich Direktor des europäischen Distriktes von B‘nai B’rith. „Diese Organisation hat zum Ziel“, erklärt Ehrlich über die 1943 in New York gegründete internationale jüdische Vereinigung, „die jüdische Identität in allen Zeiten und durch alle Zeiten hindurch plausibel zu machen, Juden zu ihrem Judentum zu motivieren und die Beziehung zu ihrer Umwelt zwangsfrei zu gestalten.“

Ehrlich steht schon früh im Austausch mit dem Arbeitskreis der Institution, der 1946 in Berlin aufgebaut wird. Gerade für Jüdinnen*Juden im Nachkriegsberlin spielt der Zusammenschluss eine wichtige Rolle. Initiiert von den wenigen überlebenden Mitgliedern des Berliner Ordens, ist er ihnen ein Stück Gemeinschaft. Für Ehrlich ist der Bund keine rein religiöse Organisation, sondern auch eine „soziale Gruppe (…), die allen Juden ein Forum bietet“.

Anfang der 1980er Jahre gibt Ehrlich u. a. die Schriftenreihe der Europäischen Anti-Defamation League-Kommission des B’nai B’rith in Wien heraus und beginnt mit der Veröffentlichungsreihe „Bibliotheca Judaica“, die die Bandbreite der Themen des B’nai B’rith wiederspiegeln soll. Durch solche Initiativen kann Ehrlich die vielfältige Arbeit der Organisation der europäischen Öffentlichkeit immer wieder nahebringen.

Die innerjüdische Vielfalt zu stärken, ist neben dem interreligiösen Dialog eines der zentralen Anliegen Ehrlichs. Diese Vielfalt ist für beim B’nai B’rith Realität: „Hier ist jeder Jude willkommen, der für die Würde des Menschen, für die Integrität in der Lebensführung und für die Erhaltung des Judentums eintritt und sich bemüht, diese Güter auch selbst zu verwirklichen“, so Ehrlich.

Seit 2009 fördert ELES Jüdinnen*Juden aller Denominationen und knüpft damit an die Vision Ernst Ludwig Ehrlichs an. Mehr über B‘nai B’rith erzählt Euch Ernst Ludwig Ehrlich in diesem Radiointerview von 1979, dem wir auch unsere Zitate entnommen habe.

ELES nimmt zehn Stipendiat*innen in das neue Global Jewish Leadership Programme auf. Die Studierenden aus fünf Ländern bilden internationales jüdisches Lebens ab und realisieren im Rahmen der Förderung vielfältige Projekte.

Zum 1. Oktober 2021 wurden die ersten Studierenden in das neue Global Jewish Leadership Programme des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) aufgenommen. Die zehn jüdischen Studierenden kommen aus Israel, Russland, Südafrika, den USA und der Ukraine. Die Bewerber*innen haben sich mit herausragenden akademischen Leistungen und besonderem zivilgesellschaftlichem Engagement gegen 30 Mitbewerber*innen durchgesetzt.

Die Stipendiat*innen sind Teil der ideellen Förderung von ELES. Während der Förderung initiieren und realisieren sie eigene Projekte. Diese wissenschaftsbasierten und praxisorientierten Vorhaben werden im Rahmen des Programms mit Microgrants gefördert. Unterstützt werden u. a. das Dokumentarfilmprojekt „The Memory of Hate“, ein Projekt zu jüdischer Identität im Kontext von Gemeinschaftsgärten in Berlin sowie ein Vorhaben über Hashomer Hatzair in Deutschland.

Die Stipendiat*innen studieren u. a. in Berlin, Bonn, Halle, Heidelberg und Potsdam. Das Programm stärkt die Bundesrepublik Deutschland als Ort des Austauschs und der Bildung für die internationale jüdische Gemeinschaft und leistet einen Beitrag zur Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Deutschland und der Welt.

Mit dem Global Jewish Leadership Programme fördert das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk jüdische Studierende aus Nicht-EU-Staaten, die an einer deutschen Universität studieren oder studieren möchten. Die Studierenden zeichnen sich durch akademische Exzellenz und ihren hohen zivilgesellschaftlichen Einsatz aus. Das Programm vernetzt und unterstützt künftige Jewish Change Agents. Das Programm ist Teil des Jewish Future Forum, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird. Das Jewish Future Forum verbindet das Benno-Jacob-/Bertha-Pappenheim-Stipendienprogramm für Rabbinats- und Kantoratsstudierende mit dem Global Jewish Leadership Stipendienprogramm.

Das 2009 gegründete Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk ist eines der dreizehn Begabtenförderungswerke, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt werden. ELES steht für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Das Studienwerk engagiert sich für eine pluralistische Gesellschaft, für die Akzeptanz kultureller, politischer und religiöser Diversität sowie den interreligiösen Dialog.

Pressekontakt:
Stephanie Haerdle
Leitung Presse & Kommunikation
Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk |DAGESH. Jüdische Kunst im Kontext |Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch
Mail: haerdle@leo-baeck-foundation.de
www.leo-baeck-foundation.org

Jeden Freitag gehen aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren sie.

Am Freitag (08. Oktober) sprach Rabbiner, Projektleiter des Jewish Future Forum und ELES-Alumnus Max Feldhake über die verschiedenen Wege, Gott zu dienen.

Die ganze Folge hier zum Nachhören.

Zum zweiten Jahrestag des rechtsextremen Anschlags in Halle hat ELES-Referent Dr. David Kowalski mit Christina Feist, Dr. Miriam Burzlaff und Naemi Eifler gesprochen.

Themen des Interviews waren insbesondere die Prozesstage in Magdeburg, die Bedeutung der Nebenklage und die wichtigen Unterstützungsstrukturen vor Ort. Der Prozess in Magdeburg gegen den Attentäter von Halle war ein großer Erfolg. Nicht aufgrund des Urteils, das im Hinblick auf die Höchststrafe erwartbar und in anderen Aspekten enttäuschend war. Ein Erfolg war der Prozess aufgrund der selbstbewussten und sehr politisch ausgefüllten Rolle der Nebenkläger*innen. Sie waren es, die die öffentliche Wahrnehmung des Prozesses geprägt, wichtige Erkenntnisse zu Tage gefördert und immer wieder auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung hingewiesen haben. Ihnen gilt unser größter Respekt.

Weniger sichtbar, aber dennoch überaus bedeutend, waren die vielfältigen Solidaritäts- und Unterstützungsstrukturen, die sich während des Prozesses herausgebildet haben. Organisationen und Einzelpersonen begleiteten die Nebenkläger*innen in unterschiedlichen Bereichen – im Gerichtssaal selbst, auf dem Vorplatz oder auch über solidarische Blogs. Auch in diesem Bereich wurden wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen gesammelt, von denen andere Solidaritätsstrukturen profitieren können, und die es weiterzugeben gilt.

Das ausführliche Gespräch hier am Stück lesen. Teil 1 des Gesprächs hier nachlesen, Teil 2 des Gesprächs hier lesen.

Wir danken Christina Feist, Dr. Miriam Burzlaff und Naemi Eifler für das Gespräch!

Jeden Freitag gehen aktuelle und ehemalige Stipendiat*innen des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks bei Radio Paradiso auf Sendung. In der Reihe „Schabbat Shalom“ stellen sie kurze Texte aus der jüdischen Tradition vor und interpretieren sie.

Am Freitag (01. Oktober) sprach Rabbiner, Projektleiter des Jewish Future Forum und ELES-Alumnus Max Feldhake über die Bedeutung der Nächstenliebe im Judentum.

Die ganze Folge hier zum Nachhören.

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