Die Jüdische Allgemeine stellt die  ELES-Stipendiatin Yulia Vodolazska vor. Über ihre Förderung durch ELES erzählt die Archäologin u. a.: „Ich nehme aktiv an den Veranstaltungen teil und bin seit einiger Zeit eine der Sprecherinnen der Promovierenden. (…) Da in meiner Familie das Judentum nie gelebt worden ist, erlebe ich durch das Studienwerk die Möglichkeit, mich mehr und mehr damit zu befassen.“

Das Porträt hier zum Nachlesen.

„Eine ganz neue Perspektive“ – Das Frühjahrsseminar der Dialogperpektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch fand in Israel statt. 40 Stipendiat_innen jüdischer, muslimischer, christlicher, alevitischer, jesidischer, und hinduistischer Religionszugehörigkeit sowie atheistische und nicht‐religiös verortete Studierende und Promovierende reisten eine Woche lang gemeinsam durch Israel. Die Stipendiat_innen werden von einem der 13 deutschen Begabtenförderungswerke gefördert, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt werden. In der Jüdischen Allgemeinen berichten sieben der Teilnehmer_innen von dieser Reise, die einige von ihnen erstmals nach Israel geführt hat.

 

Wie geht es unserer Demokratie? Wie steht es um sie in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten? Wie lässt sich ihre Zukunft gestalten – und wie sehen und diskutieren besonders junge Menschen diese Zukunft und die Gestaltungsmöglichkeiten? Das sind die zentralen Themen der Sommerakademie „Demokratie gestalten!“, welche die 13 akademischen Begabtenförderungswerke der Bundesrepublik Deutschland ab 2019 über drei Jahre hinweg in Heidelberg anbieten werden.Denn neben den Stichworten Demokratiemüdigkeit, Spaltung der Gesellschaft und Vormarsch autoritärer Regimes stehen auch andere, positive Entwicklungen – wie die weltweite politische Vernetzung, neue Partizipationsformen und ein reges Interesse an demokratischen Projekten. Darüber – die Geschichte, die Leistungen und die Entwicklung der Demokratie –  soll in der jeweils einwöchigen Akademie mit vielen Referentinnen und Referenten diskutiert werden. Begleitet werden die Seminare und Workshops von einem umfangreichen Rahmenprogramm und Festreden prominenter Gäste.Eingeladen werden 200 junge Stipendiatinnen und Stipendiaten der Förderwerke, die sich bereits politisch aktiv in die Gesellschaft einbringen. Während der Akademie sollen explizit deren verschiedene religiöse, politische und weltanschauliche Positionen herausgearbeitet und produktive Kontroversen in Gang gesetzt werden. In jedem Jahr soll zudem ein Schwerpunkt auf einer bestimmten Weltregion liegen – in diesem Jahr wird es Europa sein, mit thematischem Gewicht auf Rechtsstaatlichkeit, zivilgesellschaftlichem Engagement und den Rechten von Minderheiten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schirmherrschaft für die Sommerakademie übernommen. Er wird deshalb die diesjährige Akademie Ende August besuchen und mit den Teilnehmenden in den Dialog zu Chancen und Herausforderungen der Demokratie treten. Die Federführung für die Akademieserie hat die Hans-Böckler-Stiftung, gefördert wird sie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die Webseite mit laufend aktualisierten Informationen zu Programm und Gästen findet  Sie hier: www.sommerakademie-demokratie.de

Die Anmeldung ist ab sofort und bis zum 26. Mai 2019 hier möglich.

#Sommerdemokratie

Reihe Jüdische Literaturen

Zwischen Unbehagen und Aneignung: Olga Martynova und Tobias Herzberg im Gespräch mit Jo Frank

Olga Martynova (*1962), Lyrikerin, Essayistin, Romanautorin, aufgewachsen in Leningrad, und Tobias Herzberg (*1986), Theaterautor, Schauspieler, Dramaturg, aufgewachsen in Hamburg, sprechen mit Jo Frank über das Label jüdisch. Wie prägt Jüdisch-Sein das eigene Schreiben und wie begegnen die Autor_innen der Vermarktung als jüdische_r Autor_in? Tobias Herzberg, künstlerischer Leiter des Studio Я, Maxim Gorki Theater, begreift Jüdisch-Sein als Teil queerer Identität, die selbstbewusst agiert wird. Olga Martynova wird neben ihren eigenen Texten auch aus dem Werk ihres Lebens- und Arbeitspartners Oleg Jurjew lesen, der sich auf vielfältige Weise mit jüdischer Identität auseinandergesetzt hat.

Eine Kooperation von Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk und Literaturhaus Berlin

Datum/Zeit: 05. Juni 2019; 19:30 Uhr

Eintritt: 7 € / erm. 4 €

Ort: Literaturhaus Berlin

Fasanenstraße 23

10719 Berlin

Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch beteiligt sich am Programm der Langen Nacht der Ideen des Auswärtigen Amtes. Am 6. Juni 2019 wird an markanten Orten der Berliner Kulturlandschaft in über einem Dutzend Veranstaltungen die Bandbreite der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik gezeigt. Die diesjährige Lange Nacht hat das Thema „Zusammenhalt in und zwischen den europäischen Gesellschaften“.

Die Dialogperspektiven präsentieren „Sieben Stationen Vielfalt: Religionen und Weltanschauungen im Gespräch“ in der St. Marienkirche in Berlin-Mitte. Anhand von sieben Stationen in Form von multimedialen und interdisziplinären Präsentationen werden Fragen, die in der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entstehen, dargestellt und das Potential für positive Veränderung aufgezeigt, das aus der religiösen und weltanschaulichen Pluralität der europäischen Gesellschaft erwächst.

Die Stationen sind als modulare Interventionen zu verstehen. Jede Station beschreibt ein wesentliches Thema im Zusammenspiel von Religion(en) und Weltanschauungen. Die gewählten Themenbereiche bilden einen wichtigen Ausschnitt der Themen ab, die „uns alle” als Mitglieder der europäischen Gesellschaft etwas angehen und verweisen auf die hohe gesellschaftliche Relevanz von Religionen und Weltanschauungen in Europa. Fragen nach der gesellschaftlichen Bedeutung von Religionen und Weltanschauungen im europäischen Kontext sind eng verbunden mit tages- wie gesellschaftspolitisch zentralen Thematiken, sei es: Migration, Asyl, Flucht und Integration, die Frage nach kollektiver Identität und gesellschaftlichen Werten, aber auch die nach Privilegien, Rechten und Verantwortung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen.

Ort:

St. Marienkirche
Karl-Liebknecht-Str. 8
10178 Berlin

Zeit:

6. Juni 2019; 18:00 – 22:00 Uhr

Ab 18:00 Uhr: Einlass
18:00 bis 22:00 Uhr: Die Besucher_innen betreten den Raum, in dem sie die geplanten sieben Stationen vorfinden. Sie können diese entweder in der durch den Raum vorgegebenen Reihenfolge abschreiten, oder sie individuell aufsuchen.

Für die Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich.

Seit zehn Jahren steht das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) für ein lebendiges, vielfältiges Judentum. ELES hat über 750 jüdische Studierende und Promovierende gefördert und wirkt sowohl in die jüdische Gemeinschaft als auch in die Gesamtgesellschaft hinein. ELES engagiert sich für eine pluralistische Gesellschaft, für die Akzeptanz kultureller, politischer und religiöser Diversität sowe den interreligiösen Dialog.

Am 10. Oktober 2019, 19 Uhr, findet im Jüdischen Museum Berlin in Anwesenheit des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier der Festakt zum Jubiläum statt. Im Rahmen der Feier wird Charlotte Knobloch mit der Ernst Ludwig Ehrlich Medaille für die Wissenschaften und Künste ausgezeichnet, Laudator ist der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk wurde 2009 als zwölftes vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Begabtenförderungswerk eröffnet. „In zehn Jahren hat sich eine vitale und vielfältige Gemeinschaft entwickelt, die sich sowohl durch akademische Exzellenz auszeichnet, als auch durch ihre Bereitschaft, Gesellschaft mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Rabbiner Prof. Walter Homolka, Direktor des Studienwerks.

ELES fördert Jüdinnen und Juden aller Denominationen. Das Studienwerk ist zum bedeutenden Reflexionsraum für junge Jüdinnen und Juden geworden und leistet einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen, pluralistischen, jüdischen Intellektualität. „Unsere Stipendiat_innen und Ehemalige melden sich im öffentlichen Diskurs selbstbewusst zu Wort. Sie beteiligen sich aktiv am gesellschaftlichen Leben und bringen jüdische Sichtweisen in die Mehrheitsgesellschaft ein. ELES hat sich als Beschleunigerin für Diskurse erwiesen, und es ist uns mit unseren Stipendiat_innen gelungen, in den letzten zehn Jahren neue Impulse für die Gemeinschaft in Deutschland, aber auch für europäische Diskurse zu setzen“, so Jo Frank, Geschäftsführer von ELES. Frank ergänzt: „Wir sind ein noch junges Studienwerk und erleben jetzt, wie unsere Ehemaligen als Intellektuelle, Künstler_innen oder Wissenschaftler_innen unsere Gesellschaft mitgestalten.“

Die Stipendiat_innenschaft von ELES spiegelt den Pluralismus der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland wider: 90% der von ELES geförderten Stipendiat_innen haben einen Migrationshintergrund. ELES macht sich stark für Allianzen mit anderen Gruppen und Minderheiten und setzt sich für den interreligiösen Dialog ein. Mit seinem Programm Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch gibt es dem Austausch der Religionen und Weltanschauungen seit 2015 ein eigenes innovatives Format. Der jüdisch- muslimische Dialog wird im Jubiläumsjahr weiter ausgebaut. So hat der gemeinsam mit dem muslimischen Avicenna-Studienwerk entwickelte jüdisch-muslimische Thinktank Karov- Qareeb dieses Jahr seine Arbeit aufgenommen.

Seit 2016 fördert ELES mit seinem Programm DAGESH. KunstLAB ELES Stipendiat_innen künstlerischer Fächer und fragt nach jüdischen Aspekten von Kunst und Kultur. Ehemalige ELES-Stipendiat_innen, die in den Künsten wirken, sind u. a. Noam Brusilovsky, Max Czollek, Tobias Herzberg, Hannah Trzebiner oder Jeff Wilbusch.

Seit seiner Gründung hat ELES die interessierte Öffentlichkeit zu zahlreichen Veranstaltungen eingeladen. Zu den Höhepunkten im Jubiläumsjahr gehören die neue Reihe „Jüdische Literaturen“ in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin, „Sieben Stationen Vielfalt“ im Rahmen der Langen Nacht der Ideen des Auswärtigen Amtes, die Abendveranstaltung der Dialogperspektiven „Identitätspolitik vs. Sozialer Zusammenhalt“ und das „Festival Jüdische Literaturen“. Diese und weitere Termine finden Sie hier.

Lesung, Bildprojektion und Gespräch zwischen der Lyrikerin Anna Hetzer und der Grafikerin Andrea Schmidt über den Lyrikband „Kippbilder“ (Verlaghshaus Berlin) und das Zusammenspiel von Bild, Text und graphischer Gestaltung, moderiert von Eva Lezzi, Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk.

In „Kippbilder“ erschließt sich Anna Hetzer Geschichten, Orte und Sprachen. In ihren Gedichten werden sie doppelbödig, zu Kippbildern ihrer selbst: Die Muttersprache wird zum Zungenbrecher, die ausschließt und verrät. Doch Hetzers Gedichte kippen auch zwischen Konkretem und Abstraktem: Standbilder wackeln, wenn ihre Historie befragt wird, Nationalismus tritt an die Oberfläche, wenn Akzente von Herkunft erzählen. In der graphischen Gestaltung des Bandes wird die Schrift selber zum Kippbild,das weitere Bedeutungsebenen öffnet. Eine Veranstaltung im Rahmen des DAGESH-Kunstseminars in Rheinsberg zum Thema „Das Temperament der Wörter“. Das Wort Temperament enthält viele Bedeutungen: Der emotionale Zustand eines Menschen, die Konsistenz eines Materials oder die Klangfarbeeines Musikinstruments. Was könnte das Temperament der Sprache sein? Was konstruiert/ schafft / mischt Sprache in sozialen, politischen und künstlerischen Kontexten? Wie inszenieren Worte eine Stimmung und wie können wir Worte umwandeln, um ihre Herkunft zu befragen und gleichzeitig neu zu definieren?

Wann: Dienstag, 28. Mai 2019; 19:30 Uhr

Ort: Kurt Tucholsky Literaturmuseum im Schloss Rheinsberg, 16831 Rheinsberg

Eintritt frei

Copyright Fotos: Charlotte Werndt

 

Am 10. Mai 2019 laden wir zum dezentralen Jubiläums-Shabbat. Wir feiern in ganz Deutschland und selbstverständlich auch hier bei uns, im ELES-Haus. Ab 19 Uhr laden wir zum Kabbalat Shabbat und zum anschließenden Kiddush.

Wer feiert mit?

In der Parashat für die Woche endend mit dem 6. Ijar (11. Mai), Parashat Kedoshim, werden die 10 Gebote fokussiert, und mit ihnen natürlich auch der Shabbat. Seit ELES‘ Bestehen sind wir stolz darauf, denominationsübergreifend gemeinsam Shabbat zu feiern, offen für das Andere und seiner eigenen Tradition bewusst. In diesem Geiste möchten wir auch unseren Jubiläums-Shabbat feiern.

Für unsere Planungen bitte wir um eine kurze Nachricht an: info@eles-studienwerk.de. Vielen Dank!

#10jahreELES #maseltoveELES

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk feiert 2019 seinen 10. Geburtstag. Anlass für hr2 kultur, mit Jo Frank, Geschäftsführer von ELES, zu sprechen. Das Interview führte Lothar Bauerochse, ausgestrahlt wurde der Beitrag heute in der Sendung „Jüdische Welt„.

Auftakt der Reihe Jüdische Literaturen am 29. April 2019, Doron Rabinovici und Lana Lux im Gespräch mit Jo Frank.

Audio-Mitschnitt des Abends zum Nachhören:

 

Berlin ist in den letzten Jahren zur „jüdischen Hauptstadt“ Europas geworden. Für deutsche und europäische Autor_innen ist Berlin ein wichtiges Zentrum jüdischen Schreibens und als literarisches Sujet selbst allgegenwärtig – ob die Autor_innen nun aus Deutschland kommen, der ehemaligen Sowjetunion, Israel oder den USA. Auch ihre jüdische Identität hat sich verändert, ebenso wie die Themen ihrer Literatur. Gibt es überhaupt Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen? Welche Themen, Ästhetiken oder Perspektiven teilen die jüdische Debütantin, die Jugendbuchautorin oder der Lyriker? Und wie verstehen sie sich selbst?
Zum Auftakt der Reihe sprechen Doron Rabinovici und Lana Lux mit Jo Frank, dem Verleger, Autor und Geschäftsführer von ELES über Identitäten im Schreiben und Schreiben über Identitäten.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin.

Nächste Veranstaltung: 5.6.2019, 19:30 Uhr
„Zwischen Unbehagen und Aneignung“ Olga Martynova und Tobias Herzberg im Gespräch mit Jo Frank

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