Am 5. November 2019 wurde der ELES-Stipendiat Samuel in Freiburg antisemitisch angegriffen. Mit dem SWR Fernsehen sprach der Student über die Tat, Reaktionen auf den Angriff und seine politischen Forderungen im Kampf gegen Antisemitismus. Hier der Link zum Beitrag in der Mediathek.

Die Schreibzeit in Buchen ist ein Stipendium der Bücherei des Judentums, Buchen (BdJ) und des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks. Es bietet die Möglichkeit die Räumlichkeiten und die Bücherei für zwei Wochen zu nutzen. Stipendiat_innen können sich in ruhiger Atmosphäre ihren Forschungen oder ihren kreativen Projekten widmen. ELES-Alumnus Yan Wissmann ist soeben aus dem Odenwald zurückgekehrt:

„Im Rahmen meiner Recherche für eine Hausarbeit über „Die Anerkennungskämpfe der deutschnationalen Juden in der Weimarer Republik“ bewarb ich mich für die Schreibzeit in Buchen. Die zwei Wochen in der Bücherei des Judentums (BdJ) waren eine sehr produktive und inspirierende Zeit, die meine Hausarbeit stark beeinflusst hat.

Die gesamte Organisation meines Aufenthaltes war unkompliziert. Eine frühe Bewerbung kann ich empfehlen, um jegliche Hektik bei allen Beteiligten zu vermeiden. Frau Brech, die auch Teil des BdJ-Kuratoriums ist, betreute mich und stand für jede Frage und Not zur Verfügung. Die Bücherei des Judentums ist sehr vielseitig und verfügt über knapp 10.000 Bände. Sie bietet somit jedem Arbeitsvorhaben mit jüdischer Thematik eine sehr gute Grundlage. Für mein Projekt spielte die vielfältige Literatur zur Weimarer Republik eine große Rolle, und ich konnte auf unterschiedliche Quellen zurückgreifen. Noch hinzuzufügen ist, dass im Angebot echte Raritäten zu finden sind. Die Bücherei ist nur an einem Tag für zwei Stunden für das Publikum geöffnet, sodass man die ganze Woche ungestört arbeiten kann. Buchen ist eine sehr kleine und hübsche Stadt, die zu Spaziergängen einlädt. Im Rahmen meines Aufenthaltes stellte mir Herr Lochmann die jüdische Geschichte im Odenwald vor und wir besuchten u. a. die ehemalige Synagoge in Sennfeld.

Die Schreibzeit in Buchen ist jedem zu empfehlen, der sich mit jüdischen Thematiken beschäftigen möchte. In Buchen findet man nicht nur Ruhe zum Arbeiten, sondern auch Inspiration und Kontakt zu Menschen, die sehr an aktueller Forschung interessiert sind. Die Schreibzeit in Buchen ist einer der versteckten Schätze des ELES-Förderungsprogramms.“

Wir gratulieren Dr. Nicholas R. Palenker! Die von ELES geförderte Dissertation „Loan-to-own: Schuldenbasierte Übernahmen in Zeiten moderner Restrukturierungen und mangelnder Gläubigertransparenz“ wurde mit dem Uhlenbruck-Preis des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands, VID, ausgezeichnet. Die prämierte Dissertation behandelt das Thema schuldenbasierter Übernahmen von Unternehmen.

Palenkers Arbeit wurde am Lehrstuhl von Prof. Dr. Christoph Paulus an der Humboldt-Universität zu Berlin verfasst. Palenker behandelt in seiner Dissertation Investmentstrategien, bei denen vor allem Private Equity- und Hedgefonds gezielt Forderungen gegen Schuldnerunternehmen aufkaufen, um diese letztlich in Anteilsrechte umzutauschen. So streben Loan-to-own-Investoren, anders als gewöhnliche Gläubiger, die Insolvenz des schuldnerischen Unternehmens an oder nutzen sie zielgerichtet als Druckmittel zur Kontrollerlangung. Zum verifizierten Reformbedarf beantwortet Palenker die Frage, wie die konstatierte Transparenzlücke geschlossen werden sollte.

Die Jury berücksichtigte bei ihrem Auswahlprozess die hohe wissenschaftliche Qualität und die herausragende Bewertung der Arbeit. Auch Aktualität des Themas und Praxisrelevanz spielten eine wichtige Rolle. „Die Dissertation von Dr. Palenker, der mit seiner Arbeit wissenschaftliches Neuland betritt, trägt diesen Kriterien in einem außergewöhnlichen Maß Rechnung“, erklärt VID-Vorstandsmitglied Michael Bremen, der der Jury des Uhlenbruck-Preises vorsitzt.

Der Uhlenbruck-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Copyright Foto: Alexander Zehrer/VID

Am 5. November 2019 wurde ein Stipendiat des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) in einem Freiburger Fitnesscenter antisemitisch angegriffen und beleidigt. Als Reaktion darauf lud ELES aktuelle und ehemalige Stipendiat_innen aller 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Begabtenförderungswerke zu einer spontanen Solidaritätsveranstaltung nach Freiburg ein. Rund 180 Gäste kamen am 09. November 2019 im Neuen Gewerkschaftshaus zusammen. Sie setzten ein Zeichen gegen Antisemitismus und für die plurale Gesellschaft und zeigten ihre Solidarität mit dem betroffenen Stipendiaten Samuel. Zu den Gästen der Veranstaltung gehörten Martin Horn, Oberbürgermeister von Freiburg, sowie Vertreter_innen der Begabtenförderungswerke. Michael Blume, Beauftragter der Landesregierung Baden-Württemberg gegen Antisemitismus, hatte die Schirmherrschaft übernommen. Zum Abschluss feierten die Anweisenden das Ende des Shabbat, Hawdala, angeleitet von Samuel.

Samuel betonte in seiner Begrüßung: „Es bedeutet mir sehr viel, hier so viele Mitstipendiatinnen und Mitstipendiaten zu sehen und ich danke Euch für die Unterstützung! Das, was mir passiert ist, ist kein Einzelfall. Wehrt euch, unterstützt andere, zeigt Zivilcourage, wo immer ihr Hass und Gewalt begegnet.“

Dr. Michael Blume versicherte dem betroffenen Stipendiaten seine Solidarität. Blume erklärte: „Ich bin dankbar, dass dieser Vorfall auch als Aufruf zur Solidarität verstanden wurde. Antisemitische Angriffe sind auch, aber nicht nur ein Thema der Polizei, sondern eine Frage des Zusammenhalts der Gesellschaft.“ Blume kündigte an, 2020 mit ELES im Rahmen gemeinsamer, werkübergreifender Veranstaltungen gegen Antisemitismus, Religion- und Menschenfeindlichkeit kämpfen zu werden.

Jo Frank, Geschäftsführer von ELES, dankte für die breite Unterstützung: „Dass wir in so kurzer Zeit eine Veranstaltung mit allen 13 Werken organisieren konnten, zeigt, wie gut und eng die Begabtenförderungswerke zusammenarbeiten. Die Werke unterstützen besonders begabte und besonderes engagierte Studierende und Promovierende. Dass so viele dieser jungen Menschen sich mit Samuel solidarisch zeigen beweist, dass sie füreinander und für eine offene Gesellschaft eintreten und Verantwortung übernehmen.“

Das 2009 gegründete Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk ist eines der dreizehn Begabtenförderungswerke, die vom BMBF unterstützt werden. ELES steht für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Das Studienwerk fördert Jüdinnen und Juden aller Denominationen – von orthodox bis liberal, von masorti bis säkular. Bis heute wurden und werden rund 800 jüdische Studierende und Promovierende von ELES  gefördert. Das Studienwerk engagiert sich für eine pluralistische Gesellschaft, für die Akzeptanz kultureller, politischer und religiöser Diversität sowie den interreligiösen Dialog.

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk sucht für seine Geschäftsstelle in Berlin zum 01.01.2020 eine_n

Referent_in (w/m/d) in der Begabtenförderung

(100%, TVöD E13, als Elternzeitvertretung bis zum 31.07.2020 mit anschließender Möglichkeit der Weiterbeschäftigung in Teilzeit (min. 50%, TVöD E13).

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist eines der 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Begabtenförderungswerke. Seit seiner Gründung 2009 steht ELES für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Im Studienwerk treffen sich akademische Exzellenz und Engagement für die jüdische Gemeinschaft und die Gesamtgesellschaft. Mit der gezielten Förderung begabter jüdischer Studierender und Promovierender leistet das Studienwerk zudem einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen jüdischen Intellektualität.

Wir bieten: ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet (u.a. Betreuung, Beratung und Begleitung der Stipendiat_innen, Organisation und Begleitung der Bewerbungs- und Auswahlprozesse; Gestaltung, Organisation und Betreuung von Veranstaltungen des ideellen Förderprogramms) in einem jungen, dynamischen Arbeitsumfeld.

Wir erwarten: abgeschlossene Hochschulausbildung (Master, Magister, Diplom) vorzugsweise in Geistes- und Sozialwissenschaften, berufliche Erfahrung in ähnlicher Position, organisatorisches Geschick, gute Kommunikationsfähigkeit, versierten Umgang mit den gängigen Computerprogrammen (Word, Excel, Datenbanken) sowie die Bereitschaft, sich weitere Kenntnisse anzueignen; Nähe zur jüdischen Gemeinschaft und die Bereitschaft zu Dienstreisen im Rahmen des ideellen Förderprogramms; Teamfähigkeit, Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Engagement. Fremdsprachenkenntnisse (Englisch, Russisch, Hebräisch) wünschenswert.

Bitte bewerben Sie sich bis zum 29.11.2019 (Datum des Poststempels) schriftlich mit Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen und Referenzen beim

Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V.

Postfach 21 03 20

10503 Berlin

Eine Rücksendung der Bewerbungsunterlagen kann nur erfolgen, wenn ein ausreichend frankierter Rückumschlag beigefügt ist.

Bei Rückfragen können Sie sich an Frau Dr. Lina-Mareike Dedert wenden: dedert@eles-studienwerk.de

Ein Jude in Not ist in Deutschland alleine“ — der ELES-Stipendiat Samuel wurde diese Woche in einem Freiburger Fitnesscenter angegriffen. Thorsten Schmitz, Süddeutsche Zeitung, sprach mit dem Studierenden über den Angriff. Und darüber, wie es ist, wenn keiner der Anwesenden helfend eingreift.

Gemeinsam gegen Antisemitismus. Für eine offene und plurale Gesellschaft

Wir laden die Stipendiat_innen aller 13 vom Bundesminsterium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Veranstaltung zu einer Veranstaltung nach Freiburg ein. Wir möchten mit Euch ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen und einen ELES-Stipendiaten unterstützen, der am 5. November 2019 in einem Freiburger Fitness-Studio antisemitisch attackiert wurde. Samuel wurde in einer Umkleidekabine körperlich angegriffen, der Angreifer riss ihm die Kippa vom Kopf und beschimpfte ihn antisemitisch. Samuel bat die Umstehenden um Hilfe, erhielt aber nur von einem Mann Unterstützung. „In einem Raum voller Menschen war ich ganz allein“, erzählte der Stipendiat. Damit beschreibt er eine Erfahrung, die derzeit viele Jüdinnen und Juden machen.

Wir laden die Stipendiat_innen ein, am 9. November 2019 zusammenzukommen. Am Jahrestag der Reichspogromnacht möchten wir reden, uns austauschen und einander unserer Solidarität und Gemeinschaft versichern. Auch Samuel wird kommen. Wir treten füreinander ein und nehmen nicht hin, dass Menschen aufgrund ihrer Religion, Herkunft, sexuellen Orientierung oder ihres Geschlechts angegriffen werden.

Auf dem Filmfestival DOK Leipzig wurde ein Kurzfilm von Mila Zhluktenko ausgezeichnet. Die „Goldene Taube“ im Bereich „Deutscher Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm“ erhält Zhluktenko für ihren Film „Opera Glasses/Binokl“ (Deutschland, Ukraine 2019).

Jurybegründung:

Rote Teppiche für große Stars gibt es viele, vielleicht genug. Hier rückt ein ganz anderer Ort in den Vordergrund, an dem ausnahmsweise das Personal und die Gäste die Hauptrollen übernehmen. Mit feinem Humor, einer sinnlichen Bild- und präzisen Tongestaltung und der Fähigkeit, die Leisen diskret zu begleiten und den Extrovertierten den Raum für Selbstinszenierung zu lassen, ist der Regisseurin eine im besten Sinne unterhaltsame Beobachtung von Abendgesellschaft und von Gesellschaft an sich gelungen. Hier wird der Garderobenraum einer Oper zur eigentlichen Bühne, und wir warten gespannt auf den nächsten Akt.

Wir gratulieren der ELES-Stipendiatin herzlich!

Zum Thema „Das Böse in den Religionen“ arbeiteten und diskutierten in dieser Woche Stipendiat_innen von ELES mit Promovierenden der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Gemeinsam forschten die Teilnehmenden in verschiedenen Formaten dem Wesen des Bösen im Christentum und Judentum nach, erhielten Einblicke in den Umgang mit dem Bösen im ezidischen Glauben und erörterten die Rolle des Teufels mittels einer kritischen Analyse des Films „Im Auftrag des Teufels“. Darüber hinaus erarbeiteten sich die Stipendiat_innen  verschiedene philosophische Ansätze zum Verständnis des Bösen im Angesicht des Zweiten Weltkriegs.

Die Räumlichkeiten der Udo Keller Stiftung Forum Humanum in Neversdorf boten uns einmal mehr die Möglichkeit, in konzentrierter Atmosphäre intensiv zu arbeiten und lebhaft zu diskutieren.

Wir danken der Stiftung herzlich für die großzügige Unterstützung und den Mitarbeiter_innen vor Ort für die wunderbare Betreuung.

Wir gratulieren Ohad Stolarz, Chorleiter, Komponist und ELES-Stipendiat, zum neuen Buch! „Sephardische Volkslieder | Acht Sätze für gemischten Chor“ ist soeben im Verlag Breitkopf & Härtel erschienen.

Zur Neuerscheinung:
Die sephardische Kultur geht auf die jüdische Bevölkerung Spaniens zurück, die Ende des 15. Jahrhunderts vertrieben wurde und sich daraufhin im gesamten Mittelmeerraum, dem Balkan und Nordafrika ansiedelte. Dabei erhielt sich ihr einzigartiger spanischer Dialekt Ladino, der sich musikalisch vor allem in Balladen sowie lyrischen und paraliturgischen Stücken ausdrückte.
Ohad Stolarz hat sich acht dieser Sephardischen Volkslieder angenommen und sie als A-cappella-Sätze für vierstimmigen gemischten Chor vorgelegt. Die Arrangements können dabei sowohl im Zyklus als auch einzeln aufgeführt werden und eignen sich durch ihre geringe Schwierigkeit auch für Laienchöre. Die musikalisch und harmonisch farbenreichen, zum Teil auch exotischen Stücke stellen so eine Bereicherung für das Programm jedes interkulturell interessierten Chores dar.
Das informative Vorwort und die Übersetzungen der Liedtexte in Deutsch und Englisch ermöglichen dabei zudem eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der sephardischen Kultur.

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