Die neue Folge von Machloket & Mischpoke ist online. Thema: „Terror gegen Juden“. Jo Frank, Geschäftsführer von ELES, spricht mit Ronen Steinke, Jurist, Journalist und Autor des gleichnamigen Buches, über die Alltäglichkeit von Antisemitismus, das Versagen staatlicher Instanzen beim Kampf gegen antisemitische Gewalt und die Absurdität, das Leben einer Minderheit in Deutschland mit Waffengewalt schützen zu müssen. Steinkes Buch „Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt. Eine Anklage“ ist im Berlin Verlag erschienen.
Den Podcast finden Sie auf den bekannten Podcastplattformen, unter anderem bei Buzzsprout und Spotify.

 

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk wünscht Ihnen und Euch ein gutes, gesundes und süßes neues Jahr!

David Zolotov studierte fünf Monate lang an der Korea University (KU). Der BWL-Student und ELES-Stipendiat hat uns einige Fragen zu seinem Aufenthalt in Seoul beantwortet.

Herr Zolotov, warum war Ihnen das Auslandssemester in Südkorea wichtig und weshalb haben Sie sich für die KU entschieden?

Ich wollte das in Südkorea herrschende Gefühl von Aufbruch und Neuschöpfung miterleben. Südkorea war jahrhundertelang besetzt, dann gab es einen verheerenden Krieg mit dem Norden, bei dem annähernd das ganze Land zweimal hintereinander zerstört wurde. Ähnlich wie Deutschland hat sich Südkorea schnell wieder aufgebaut, aber anders als Deutschland hat es sich sehr stark von seinen Wurzeln gelöst. Zudem investiert Korea überdurchschnittlich viel in Bildung und die Universitäten haben entsprechende Mittel, was sich natürlich sehr positiv auf die Lehre auswirkt. Die Korea University ist eine der angesehensten Universitäten Asiens. Als ich gesehen habe, dass die Humboldt-Universität Fakultätsverträge mit der KU hat, bewarb ich mich umgehend. Seit meinem Aufenthalt in Südkorea kann ich mir sehr gut vorstellen in oder mit Asien zu arbeiten: „naneun gidaedwae (I am looking forward)“!

Welche Relevanz hatte und hat der Aufenthalt für Ihr Studium?

Der Aufenthalt war für mein Studium tatsächlich wichtiger, als ich zuerst dachte. Viele der Kurse waren auf einem sehr hohen Niveau, auch mit hohen Ansprüchen an uns Studierende. Uns standen z. B. riesige Datenbanken zur Verfügung, mit denen Marktanalysen durchgeführt werden konnten oder auch Simulationsprogramme der Harvard Business School – für BWLer*innen ein absoluter Traum. Tatsächlich haben mir aber am meisten die VWL-Kurse gefallen. Wir haben Herleitungen für Modelle gemacht, von denen in Berlin nur verlangt wurde, das bloße Prinzip zu verstehen. Es hat mir so sehr gefallen, dass die Professor*innen den Unterricht technisch gestaltet und trotzdem viel Bezug auf aktuelle und vergangene Wirtschaftslagen genommen haben, dass ich mich entschloss, meinen Bachelor in „International Finance“ zu schreiben, einem VWL-Fach. Ich plane, später auch meinen Master in VWL zu machen. Abgesehen davon habe ich in Korea viel intensiver gelernt.

Was waren die größten kulturellen Herausforderungen, auf die Sie im Rahmen Ihres Studiums und Aufenthalts gestoßen sind?

Die meisten, die in Korea waren, werden antworten, dass der Konfuzianismus die größte kulturelle Herausforderung ist. Man darf Autoritäten nicht anzweifeln. Jeder, der deutlich älter ist als man selbst, hat automatisch Autorität. Das war für einen wissenschaftlichen Diskurs innerhalb der Seminare nicht förderlich. Außerdem wird in Korea sehr indirekt kommuniziert. Wenn es ein Problem gibt, dann lässt man es den anderen zwischen den Zeilen und mit Gestik wissen. Bei einem Menschen, der sich mit diesen Codes nicht auskennt oder bei einem sehr direkten Menschen wie ich es bin, kann das zu Missverständnissen führen.

Was hat Sie besonders beeindruckt?

In der Metropolregion Seoul leben um die 25 Millionen Menschen. Die Dimensionen sind riesig. Die Leute arbeiten Tag und Nacht, aber das Stadtbild spiegelt diese Leistungsgesellschaft überhaupt nicht wider. Der Verkehr ist wild, riesige Pakete werden auf Mofas geschnürt, die sich zwischen den Autos durchschlängeln, jedes Hochhaus scheint in einem anderen Winkel zum anderen zu stehen, aus breiten Straßen werden kleine verwinkelte Gassen und manche Rolltreppen hören ab der Mitte einfach auf. Es herrscht eine beeindruckende Dynamik und der Geist von Fortschritt und Modernisierung und trotzdem hat man das Gefühl von Spontaneität und Authentizität. Die Leute sind sehr entspannt, sie bleiben positiv und hilfsbereit. Korea vereint, nach dem Eindruck, den ich während meiner Anwesenheit bekommen habe, beides: Herzlichkeit und Produktivität.

In Südkorea leben nur sehr wenige Jüdinnen und Juden. Haben Sie trotzdem jüdisches Leben in Seoul kennenlernen können?

Ja, das habe ich tatsächlich. Josef, ein messianischer Jude, hat mich in der Universität angesprochen. Das war erst ein lustiger Zufall, aber später ist mir aufgefallen, dass es nur eine Frage der Zeit war, denn Josef kann 14 Sprachen und es war deshalb sein Ding, alle Leute anzusprechen und ihre Sprache zu erraten. Josef hat mich dann zum Chabadhaus mitgenommen. Das Haus, über dessen Eingang „Jewish Embassy“ steht, wurde von einem Rabbi und seiner Familie bewohnt. Eine feste Gemeinde gibt es in Seoul nicht. Wenn religiöse Juden nach Seoul kommen (geschäftlich oder touristisch), ist das Chabad-Haus dafür da, sie mit koscheren Lebensmitteln zu versorgen und einen Ort zum Beten anzubieten. Ich bewundere diese Familie, denn es kostet viel Kraft, ohne Gemeinde zu leben und zu wissen, dass alle religiösen Kontakte, die man schließt, nicht auf Dauer sind. Nur Josef war immer da. Doch als messianischer Jude fühlte er sich nicht willkommen, weder in der Kirche noch im Chabad-Haus.

Welches Fazit ziehen Sie aus dieser Zeit?

Die Erfahrungen, die ich in Korea gemacht habe, waren sehr wertvoll. Ich habe mir neue persönliche Ziele gesetzt. An die Monate in Korea werde ich mich noch lange erinnern. Man kann vermutlich keinen richtigen Eindruck von Südkorea bekommen, ohne dort gewesen zu sein. Es ist viel zu chaotisch und komplex, um es zusammenzufassen. Für mich fühlt es sich an als müsste ich eine Farbe beschreiben, die mein Gegenüber nicht kennt.

 

MASEL TOV COCKTAIL, der Kurzfilm von ELES-Stipendiat Arkadij Khaet und und Mickey Paatzsch, mit dem Schauspieler und ELES-Alumnus Alexander Wertmann in der Hauptrolle, ist am Wochenende beim 32. Filmfest Dresden gleich zweimal ausgezeichnet worden. Er erhielt den mit 20.000 Euro dotierten „Filmförderpreis der Staatsministerin – Nationaler Wettbewerb“, gestiftet vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, sowie den Publikumspreis im Nationalen Wettbwerb im Wert von 4.000 Euro. Aus der Begründung: „Detailliert, mutig und filmisch erfrischend. Ein explosives Gemisch gegen einfaches Schubladendenken ohne Samthandschuhe kompromisslos wie ein Schlag ins Gesicht. Gerne mehr davon!“

Der Film gewann bereits den Publikumspreis für den besten mittellangen Film beim Filmfestival „Max Ophüls Preis 2020“. Zudem wird er am 2. Oktober 2020 mit dem Civis Medienpreis in der Kategorie „Young C“ ausgezeichnet werden. Am 4. Oktober 2020 strahlt Das Erste den Film aus. Im Anschluss wird MASEL TOV COCKTAIL sechs Monate lang in der ARD-Mediathek zur Verfügung stehen.

ELES gratuliert herzlich!

Copyright: Filmfestival Dresden/MASEL TOV COCKTAIL

 

Der Zentralrat der Juden in Deutschland feiert morgen seinen 70. Geburtstag; rbbKultur gratulierte im Rahmen seiner Sendung SCHALOM. Im Beitrag kommt auch Anna Basina, eine der beiden Gesamtsprecherinnen von ELES, zu Wort.

„Tag für Tag“ ist das Religionsmagazin des Deutschlandfunks. Es richtet sich an alle, die an aktueller Berichterstattung und an Hintergrundinformationen über religiöse, ethische und andere weltanschaulich orientierte Zusammenhänge des Weltgeschehens interessiert sind. In der heutigen Sendung berichtet Carsten Dippel über unseren Live-Talk „Antisemitismus im Netz“, der diese Woche im Rahmen des Aktionsprogramms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ stattfand. Hier der Link zum Nachhören.

Über „Antisemitismus im Netz“ diskutierten am 9. September 2020 Karin Prien, Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein und Prof. Dr. Samuel Salzborn, Ansprechpartner des Landes Berlin für Antisemitismus. Jo Frank, Geschäftsführer von ELES, moderierte das Gespräch.

Die Aufzeichnung der Online-Diskussion steht auf YouTube zum Ansehen bereit.

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk sucht für seine Geschäftsstelle in Berlin zum 01. November 2020 eine*n Referent*in (w/m/d) in der Begabtenförderung (50%, TVöD E13, befristet bis zum 30. November 2022).

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist eines der 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Begabtenförderungswerke. Seit seiner Gründung 2009 steht ELES für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Im Studienwerk treffen sich akademische Exzellenz und Engagement für die jüdische Gemeinschaft und die Gesamtgesellschaft. Mit der gezielten Förderung begabter jüdischer Studierender und Promovierender leistet das Studienwerk zudem einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen jüdischen Intellektualität.

Wir bieten: ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet (u.a. Betreuung, Beratung und Begleitung der Stipendiat*innen, Organisation und Begleitung der Bewerbungs- und Auswahlprozesse; Gestaltung, Organisation und Betreuung von Veranstaltungen des ideellen Förderprogramms) in einem jungen, dynamischen Arbeitsumfeld.

Wir erwarten: abgeschlossene Hochschulausbildung (Master, Magister, Diplom, Promotion erwünscht) vorzugsweise in Geistes- und Sozialwissenschaften, berufliche Erfahrung in ähnlicher Position, organisatorisches Geschick, gute Kommunikationsfähigkeit, versierten Umgang mit den gängigen Computerprogrammen (Word, Excel, Datenbanken) sowie die Bereitschaft, sich weitere Kenntnisse anzueignen; Nähe zur jüdischen Gemeinschaft und die Bereitschaft zu Dienstreisen im Rahmen des ideellen Förderprogramms; Teamfähigkeit, Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Engagement. Fremdsprachenkenntnisse Englisch (Hebräisch wünschenswert).

Ihre Bewerbungsmappe mit den üblichen Unterlagen (eine Datei im pdf-Format, Einzeldateien werden nicht akzeptiert, ebenso wenig wie andere Dateiformate) senden Sie bitte per Mail bis zum 29. September 2020 an: jobs at eles-studienwerk.de

Kontakt für Nachfragen:
Dr. Maria Ulatowski
Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V.
Postfach 210320 | 10503 Berlin
Ulatowski at eles-studienwerk.de

Ab sofort und bis zum 30. September 2020 können sich Interessierte online zur Aufnahme am 1. April 2021 bewerben. Das Online-Bewerbungstool ist ab dem 1. September 2020 freigeschaltet. Bitte registrieren Sie sich dort.

Formale Voraussetzungen (Auswahl):

👉 Wir fördern fachlich ausgewiesene jüdische Promovierende in allen Themenbereichen und allen Disziplinen (außer Medizin).
👉 Nichtjüdische Promovierende können sich mit Forschungsprojekten bewerben, die jüdische Themen zum Inhalt haben.
👉 Hervorragende akademische Leistungen.
👉 Gesellschaftliches Engagement (z. B. in jüdischen Gemeinden, im sozialen Bereich, in der Jugendarbeit, in studentischen Organisationen).
👉 Zulassung zur Promotion an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland und – bei deutscher Staatsbürgerschaft – in einem EU-Mitgliedsstaat oder in der Schweiz.
👉 Die Promotion kann in begründeten Fällen auch an einer außereuropäischen Hochschule gefördert werden.
👉 Die Bewerbung sollte in der Anfangsphase der Erarbeitung der Dissertation erfolgen.
👉 Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2.

Weitere Informationen:
https://eles-studienwerk.de/bewerbung/promovierendenfoerderung/

Das Netz ist ein wesentlicher Dynamisierungsfaktor für die Verbreitung antisemitischer Hetze. Antisemitische Weltbilder werden durch die Kommunikationsbedingungen im Internet verstärkt, ihre Reichweite entgrenzt. Nicht zuletzt die Anschläge auf Synagogen in Pittsburgh und Halle zeugen von der realen Gefahr, die für Jüd*innen von antisemitischer Propaganda im Netz ausgeht. Wie und wo wird Antisemitismus im Internet verbreitet? Welche Netzwerke gibt es? Welchen Beitrag können Bildungspolitik und zivilgesellschaftliche Akteur*innen im Kampf gegen digitalen Antisemitismus leisten?

Über diese Fragen diskutierten am 9. September 2020 von 17 bis 18 Uhr Karin Prien, Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Samuel Salzborn, Ansprechpartner des Landes Berlin für Antisemitismus und Jo Frank, Geschäftsführer von ELES.

Das Gespräch kann auf YouTube angesehen werden. Hier der Link.

Das Gespräch wurde live auf der Facebookseite von ELES übertragen. Die Diskussion fand im Rahmen von „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ statt. Das Aktionsprogramm richtet sich an Stipendiat*innen aller 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützten Begabtenförderungswerke und die interessierte Öffentlichkeit.

Die ersten beiden Gespräche der Reihe auf dem YouTube-Kanal von ELES:

15. Mai 2020: Corona als Katalysator antisemitischer Verschwörungsmythen.
Mit: Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Saba-Nur Cheema, pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank und dem Soziologen Prof. Dr. Natan Sznaider. Moderation: Jo Frank.

18. Juni 2020: Möglichkeiten und Grenzen der Aufklärung gegen Antisemitismus.
Mit: Julia Bernstein, Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurt University of Applied Sciences und Prof. Dr. Doron Kiesel, wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden. Moderation: Jo Frank.

„Beleidigungen und Übergriffe gegen Juden in Deutschland halten an. Wie erleben das die Jüngeren? Was würden sie gern ändern?“ Hannah Bethke, Feuilletonkorrespondentin der FAZ, sprach mit Jo Frank, Geschäftsführer von ELES, der ELES-Alumna Anastassia Pletoukhina und dem ELES-Stipendiat Nasim Gambarov. Hier der Link zum Nachlesen.

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