Wie geht es unserer Demokratie? Wie steht es um sie in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten? Wie lässt sich ihre Zukunft gestalten – und wie sehen und diskutieren besonders junge Menschen diese Zukunft und die Gestaltungsmöglichkeiten? Das sind die zentralen Themen der Sommerakademie „Demokratie gestalten!“, welche die 13 akademischen Begabtenförderungswerke der Bundesrepublik Deutschland ab 2019 über drei Jahre hinweg in Heidelberg anbieten werden.

Denn neben den Stichworten Demokratiemüdigkeit, Spaltung der Gesellschaft und Vormarsch autoritärer Regimes stehen auch andere, positive Entwicklungen – wie die weltweite politische Vernetzung, neue Partizipationsformen und ein reges Interesse an demokratischen Projekten. Darüber – die Geschichte, die Leistungen und die Entwicklung der Demokratie –  soll in der jeweils einwöchigen Akademie mit vielen Referentinnen und Referenten diskutiert werden. Begleitet werden die Seminare und Workshops von einem umfangreichen Rahmenprogramm und Festreden prominenter Gäste.

Eingeladen werden jedes Jahr 200 junge Stipendiatinnen und Stipendiaten der Förderwerke, die sich bereits politisch aktiv in die Gesellschaft einbringen. Während der Akademie sollen explizit deren verschiedene religiöse, politische und weltanschauliche Positionen herausgearbeitet und produktive Kontroversen in Gang gesetzt werden. In jedem Jahr soll zudem ein Schwerpunkt auf einer bestimmten Weltregion liegen – in diesem Jahr wird es Europa sein, mit thematischem Gewicht auf Rechtsstaatlichkeit, zivilgesellschaftlichem Engagement und den Rechten von Minderheiten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schirmherrschaft für die Sommerakademie übernommen. Er wird deshalb die diesjährige Akademie Ende August besuchen und mit den Teilnehmenden in den Dialog zu Chancen und Herausforderungen der Demokratie treten. Die Federführung für die Akademieserie hat die Hans-Böckler-Stiftung, gefördert wird sie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die Webseite mit laufend aktualisierten Informationen zu Programm und Gästen findet  Sie hier: www.sommerakademie-demokratie.de

Die Anmeldung ist ab sofort und bis zum 19. Mai 2019 hier möglich.

#Sommerdemokratie

Ralf Balke stellt in der Jüdischen Allgemeinen die Ausstellung Looking Back – Thinking Ahead vor: „Wenn junge jüdische Künstler mit einem biografischen Hintergrund aus der ehemaligen Sowjetunion, Deutschland sowie Israel, Ungarn und Südafrika ihre aktuellen Arbeiten unter einem Dach zeigen, dann ergibt sich daraus so etwas wie das künstlerische ‚Best of‘ einer wohl einzigartigen Diasporagemeinschaft. Auch kann es dabei um mehr gehen als nur um die Vielfalt jüdischer Identitäten, wie von nun an in der vergangene Woche (…) in der ‚Box Freiraum‘ eröffneten Ausstellung in Berlin-Friedrichshain zu sehen ist.“

Die Ausstellung Looking Back – Thinking Ahead wird von drei Kooperationspartnern ausgerichtet: DAGESH. KunstLAB ELES, dem Ausstellungs- und Veranstaltungsort FREIRAUM in der Box sowie der internationalen Kunstorganisation Asylum Arts. A global network for Jewish culture. Die Ausstellung wird noch bis zum 29. Juni 2019 im FREIRAUM in der BOX (Boxhagener Str. 96, 10245 Berlin) gezeigt.

„Akademische Exzellenz, gelebtes Judentum, ein spannendes Studentenleben“ – Lionel Reich über sein von ELES gefördertes Auslandssemester in den USA.

Sie sind gerade zurückgekehrt. Wo waren Sie und was haben Sie dort gemacht? 

An meiner Hochschule ist ein Auslandssemester nach Beendigung des Grundstudiums verpflichtend. Ich war an der juristischen Fakultät der University of Michigan, in der Kleinstadt Ann Arbor nahe der kanadischen Grenze. In Ann Arbor leben 120.000 Menschen, ungefähr die Hälfte Mitglieder der Universität. Die ganze Stadt ist auf die Universität ausgelegt, alles ist fußläufig zu erreichen, der Charakter ist beinahe dörflich. Ich konnte fünf Monate lang voll und ganz in das Leben eines amerikanischen Studenten eintauchen – Greek Life wie man es aus Filmen kennt. Besonders fasziniert haben mich die jüdischen Student_innenverbindungen.

 Jura studieren im Ausland. Geht das überhaupt?

Diese Frage wurde mir nach meiner Rückkehr immer wieder gestellt. Es ist richtig, dass ich mich während meines Jurastudiums in Deutschland überwiegend mit dem deutschen Recht befasse und auch das Staatsexamen beschränkt sich auf deutsche Rechtsgebiete. Dennoch hilft mir der Blick in andere Rechtsordnungen sehr. Man kann zum Beispiel rechtsvergleichend an unterschiedliche Fragen des Rechts herangehen und auch das Grundprinzip der Juristerei ist in den meisten Ländern ähnlich: Wir wenden Gesetzestexte an, legen diese aus, übertragen sie auf den jeweiligen Fall.

Warum haben Sie sich für die University of Michigan entschieden?

Für mich waren drei Faktoren essentiell: Die Gastuniversität sollte renommiert sein und mich beruflich weiterbringen. Außerdem wollte ich unbedingt in einer jüdischen Umgebung leben und studieren. In Ann Arbor sind etwa 20 % aller Studierenden jüdisch. Und ich wollte voll und ganz in die Welt eines amerikanischen College-Studierenden eintauchen – mit College-Sport, Partys und allem, was dazu gehört. Es gibt in den USA wohl keine andere Hochschule, die diese drei Faktoren vereint: In Michigan erwarteten mich akademische Exzellenz, gelebtes Judentum und ein spannendes Studentenleben.

Welche Relevanz hat der Aufenthalt für Ihr Studium?

Da ich mich in meinem Studium der Rechtswissenschaften an der Bucerius Law School nicht nur auf das erste Staatsexamen vorbereite, sondern zugleich den Bachelor of Laws (LL.B.) erwerbe, ist für mich das Auslandssemester obligatorisch gewesen und wird daher vollumfänglich für meinen Bachelor anerkannt. Ich kann mir auch gut vorstellen, nach der juristischen Ausbildung in Deutschland ein Masterstudium (LL.M.) an einer exzellenten amerikanischen Hochschule anzuschließen und die Monate in Ann Arbor werden mir sicherlich bei der Bewerbung helfen.

Welche Strukturen bietet die University of Michigan jüdischen Studierenden?

Das Angebot an jüdischen Aktivitäten ist riesig und ich kann unmöglich alles aufzählen. Allein das Hillel-Zentrum vereinigt 40 von Studierenden geführte Initiativen! Vom jüdischen Basketballteam bis zum Challa-Backen für Bedürftige ist alles dabei. Für die Shabbat-Feier wechselte ich regelmäßig zwischen drei Organisationen: Hillel, dem Jewish Resource Center und dem lokalen Chabad on Campus. Allein bei diesen Organisationen nahmen durchschnittlich 600 Studierende am Shabbat-Abendessen teil. Täglich gab es direkt auf dem Campus zahlreiche Veranstaltungen. Das Hillel Haus ist 24/7 geöffnet. Studierende können dort lernen und während der Klausurenphase wird man sogar mit koscheren Süßigkeiten versorgt. In der Mensa gibt es neben vegetarischen und veganen selbstverständlich auch koschere Optionen. Auch das gemeinsame Begehen hoher Feiertage ist selbstverständlich und mir wurde mehrmals die Ehre zuteil, zur Thora gerufen zu werden. Ich war bestens in die jüdische Gemeinschaft integriert und bin froh, dort Freundschaften fürs Leben geschlossen zu haben.

Copyright Foto: Samii Stoloff Photography.

Der Wirtschaftsethiker Dr. Nathan Kaplan ist ELES-Alumnus und Gründer des jungen Start-Ups MitzveNow. Das Frankfurter Unternehmen möchte mit „hochwertigen koscheren, zeitgemäß ökologischen und handwerklich außergewöhnlichen Produkten die Schönheit und Freuden der Mitzvot erlebbar machen.“ Anne-Katrin Hochstrat, hr2 kultur, sprach mit Kaplan über Abobox-Modelle für das jüdische Jahr und die Shabbat-Sets von MitzveNow. Der Beitrag wurde am 5. April 2019 in der Sendung „Jüdische Welt“ ausgestrahlt.

ELES kooperiert im Rahmen seines dezentralen Jubiläums-Shabbats am 10. Mai 2019 mit MitzveNow.

Ein ELES-Interview mit Nathan Kaplan hier.

Copyright Foto: FM Fotografie, Rudi Feuser.

Doron Rabinovici und Lana Lux im Gespräch mit Jo Frank

Berlin ist in den letzten Jahren zur „jüdischen Hauptstadt“ Europas geworden. Für deutsche und europäische Autor_innen ist die Stadt ein wichtiges Zentrum jüdischen Schreibens und als literarisches Sujet selbst allgegenwärtig – ob die Autor_innen nun aus Deutschland kommen, der ehemaligen Sowjetunion, Israel oder den USA. Auch ihre jüdische Identität hat sich verändert, ebenso wie die Themen ihrer Literatur. Gibt es überhaupt Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen? Welche Themen, Ästhetiken oder Perspektiven teilen die jüdische Debütantin, die Jugendbuchautorin oder der Lyriker? Und wie verstehen sie sich selbst? 
Zum Auftakt der Reihe sprechen Doron Rabinovici und Lana Lux mit Jo Frank, dem Verleger, Autor und Geschäftsführer des jüdischen Studienwerks ELES über Identitäten im Schreiben und Schreiben über Identitäten.

Eine Kooperation von ELES,  Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V. und Literaturhaus Berlin.

Ort: Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23; 10719 Berlin

Zeit: 29. April 2019; 19:30 Uhr

Eintritt: 7 € / erm. 4 €

Copyright Autorinnenfoto: Kat Kaufmann.

Stipendiatinnen und Stipendiaten von Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk und Avicenna-Studienwerk arbeiteten vom 12. bis zum 14. März 2019 im Rahmen des Kooperationskollegs miteinander zum Thema „Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus. Verflechtungen, Konkurrenzen, Solidaritäten“ und begaben sich in den so spannenden wie wichtigen jüdisch-muslimischen Dialog. Der Austausch untereinander war intensiv, die gemeinsame Arbeit von Offenheit und Respekt geprägt. Die Gruppe erhielt Unterstützung u. a. von Yasemin Shooman und Max Czollek, die in ihren Inputvorträgen jeweils eine wissenschaftliche Perspektive auf die Frage „Worüber reden wir eigentlich?“ warfen. Diese Frage spielte auch in den anschließenden Gesprächen und Übungen zum Thema „Rassismus im Alltag und in den eigenen Communities“ eine Rolle, die zugleich von allen Beteiligten Mut zur Offenheit und zur Selbstreflexion erforderten.

Zivilgesellschaftliches Engagement und Empowerment standen am dritten Tag des Kollegs im Mittelpunkt: Mit Vivien Laumann, Mai Zeidani Yufani und Seda Colak saßen drei Vertreterinnen der Antidiskriminierungsarbeit beider Religionen auf dem Podium, die von ihrer Tätigkeit berichteten und mit den Stipendiat_innen Strategien für einen erfolgreichen interreligiösen Dialog erörterten.

Wir danken unseren Kooperationspartnern, der W. Blumenthal Akademie des Jüdischen Museum Berlin und dem Studienwerk Avicenna, für ein überaus lehrreiches und konstruktives Kolleg, das bei allen Beteiligten das Bewusstsein für die Bedeutung des jüdisch-muslimischen Austauschs geschärft und neue Freundschaften hervorgebracht hat.

Wir gratulieren Yevgeniy Breyger, ELES- und DAGESH-Alumnus, der mit dem dotierten Leonce-und-Lena-Preis 2019 ausgezeichnet wurde! Aus der Begründung der Jury: „Der Leonce-und-Lena-Preis 2019 der Stadt Darmstadt wird vergeben für einen kunstvoll komponierten Gedichtzyklus, dem es gelingt, mit den Mitteln der Poesie – Rhythmisierung, Gegenstandserfindung, Befragung des Versprachlichungsprozesses selbst – die Reichweite und den Schrecken intergenerationeller Traumatisierung darzustellen. Die insistierende Zartheit der Bewegung, Anspielungen auf die literarische Tradition sowie die Souveränität der Bildführung erzeugen einen sich im Lesen vertiefenden Raum von großer Intensität, in dem sich das Ich als eine in die Kreisbewegung der Zeit gestellte Figur erfährt. Der Leonce-und-Lena-Preis 2019 der Stadt Darmstadt geht an Yevgeniy Breyger, den Dichter der Königreiche und des Tages 8.“

Yevgeniy Breyger studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Curatorial Studies an der Städelschule in Frankfurt am Main. Er war Herausgeber der Tippgemeinschaft, der Jahresanthologie der Studierenden des Deutschen Literaturinstituts, sowie der Anthologie Ansicht der leuchtenden Wurzeln von unten – Lyrik aus den deutschsprachigen Literaturinstituten Biel, Hildesheim, Leipzig.
2016 erschien sein Debütband flüchtige monde bei kookbooks. Der Band wurde unter die Gedichtbände des Jahres im Literaturhaus Berlin und unter die besten Lyrikdebüts des Jahres im Haus für Poesie ausgewählt.

Weitere Informationen zum Autor hier.

Masel tov, Yevgeniy!

 

Ab sofort sind wieder Bewerbungen um ein Studienstipendium möglich (Aufnahme zum Wintersemester 2019/2020). Bitte bewerben Sie sich ausschließlich über unser Online-Bewerbungstool.

Formale Voraussetzungen:

  • Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft oder Studium im Bereich der Jüdischen Studien.
  • Deutsche Staatsangehörigkeit, Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslandes oder der Status einer/ eines Bildungsinländer_in im Sinne des BAföG §8.
  • Immatrikulation an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Universität, Technischen Universität, Pädagogischen Hochschule, Fachhochschule, Kunstakademie, Kunsthochschule oder Musikschule in Deutschland, in einem EU-Mitgliedsland oder in der Schweiz. Abiturient_innen können sich ebenfalls bewerben.
  • Zum Zeitpunkt der Bewerbung müssen Bewerber_innen noch mindestens 5 Semester Regelstudienzeit bis zum Erreichen der Förderungshöchstdauer nach BAföG, die der Regelstudienzeit entspricht, vor sich haben. Für Studierende in einem Bachelorstudiengang wird in diese Regelstudienzeit auch die sich an den Bachelor anschließende viersemestrige Masterphase eingerechnet.
  • Möglich sind Bewerbungen vor Beginn eines Master-Studiums. ELES fördert nur viersemestrige Master. Bewerbungen für ein Masterstudium im Nicht EU-Ausland sind im Motivationsschreiben gesondert zu begründen.
  • ELES bietet keine Abschlussförderung.

Weitere Informationen hier.

Looking back – Thinking Ahead

Neue Positionen zeitgenössischer jüdischer Künstler_innen in Berlin

Am Mittwoch, 3. April 2019, 19 Uhr, wird die Ausstellung Looking Back – Thinking Ahead im FREIRAUM in der Box, Berlin-Friedrichshain, eröffnet. Gezeigt werden neue Positionen von 14 zeitgenössischen jüdischen Künstler_innen, die größtenteils in Berlin leben.  

Mit Werken von Keren Cytter, Evgenia Gostrer, Olga Grigorjewa, Leon Kahane, Sonia Knop, Ofri Lapid & Ben Osborn, Atalya Laufer, Benyamin Reich, Ariel Reichman, Alona Rodeh, Anna Schapiro und Tehnica Schweiz (Gergely László & Péter Rákosi).

Kuratiert von Daniel Laufer und Stephan Koal.

Neue Positionen zeitgenössischer jüdischer Künstler_innen stehen im Zentrum der intermedialen Ausstellung Looking Back – Thinking Ahead. Was passiert – ästhetisch, politisch, künstlerisch – wenn Akkulturation auf Desintegration treffen, Weißensee auf Bezalel, postsowjetische auf israelische Künstler_innen? Und das heute, mitten in Berlin?

Looking Back – Thinking Ahead wird von drei Kooperationspartnern ausgerichtet: DAGESH. KunstLAB ELES, dem Ausstellungs- und Veranstaltungsort FREIRAUM in der Box sowie der internationalen Kunstorganisation Asylum Arts. A global network for Jewish culture. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Hier die Einladung zur Ausstellungseröffnung.

Foto: Leon Kahane, Ausstellungsansicht „Reports of my assimilation are greatly exaggerated“, Scrap Metal, Toronto, 2017.

Tikkun Olam, Tzedakah, Chinuch oder Kaschrut und ein jüdisches Startup – Fünf Fragen an Dr. Nathan Kaplan, ELES-Alumnus und Gründer von MitzveNow

Dr. Kaplan, Sie haben in London, New York City, Jerusalem und Heidelberg studiert und international als Unternehmensberater und COO gearbeitet. 2018 haben Sie in Frankfurt am Main das Startup MitzveNow gegründet. Warum?

Die zunehmende Nachfrage nach sogenannten Abo-Box-Modellen, die diverse Zielgruppen regelmäßig mit kuratierten Produkten online bedienen, hat mich interessiert: Existiert ein solches Angebot auch für den jüdischen Jahres- und Lebenszyklus? Dass dies in Europa noch nicht der Fall war, empfand nicht nur ich als schade. Das bewegte mich zur Gründung.

Was ist die Idee von MitzveNow?

Hochwertige, zeitgemäße, koschere Produktangebote mit spannenden Partner_innen zu entwickeln und diese bundesweit anzubieten, in edlem Design und einem ansprechenden Online-Shop. Und dabei einen Fokus auf soziale und ökologische Verantwortung zu setzen.

Sie sind Wirtschaftsethiker und haben, gefördert von ELES, an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg zu jüdischer Wirtschaftsethik promoviert. Welchen ethischen Werten fühlen Sie sich unternehmerisch verpflichtet und wie haben Sie diese bei MitzveNow umgesetzt?

Während eines educational leaves durfte ich, geördert von ELES, eine talmudische Perspektive auf Managementethik entwickeln. Nun bin ich dankbar für die Chance, Inspirationen und Weisungen wie Tikkun Olam, Tzedakah, Shabbat, Chinuch und Kaschrut im Kontext eines jüdischen Startups aufzunehmen. Umgesetzt bedeutet dies zum Beispiel: Bio-Challah und Shabbat-Bienenwachskerzen von MitzveNow, in Kooperation mit der Zentralwohlfahrtsstelle für Juden in Deutschland (ZWST) das erste bundesweit verfügbare Shabbat-Set, Produkte entwickelt mit Werkstätten für behinderte Menschen wie der Wachsmanufaktur Mainz und festliche Sets verpackt im Atelier Eastend. Wenn einmal finanzieller Gewinn erwirtschaftet wird, Spenden von mindestens 10% für Arme, Umwelt und Tora, Kooperationen mit regionalen Künstler_innen, Unterstützung von Israel, durch u. a. den Verkauf von leckeren Teperberg- und Recanati-Weinen sowie durch die Zusammenarbeit mit World International Zionist Organization (WIZO) an einer Chanukka-Box.

ELES feiert 2019 seinen 10. Geburtstag. Im Jubiläumsjahr interessiert uns natürlich ganz besonders, was die Ehemaligen über ihre Jahre „mit ELES“ erzählen. Die ideelle Förderung von ELES zielt u. a. auf die Stärkung jüdischer Identität und die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung ab. Wie hat das Studienwerk Sie geprägt?

Mazal tov, ELES! Dialogfähigkeit und Erkennen möglicher und notwendiger Brücken in der Gesellschaft sind Kompetenzen, bei deren Entwicklung die Förderung durch ELES mir sehr geholfen hat. Die ideellen Veranstaltungen und deren Dozent_innen, der Austausch mit Stipendiat_innen und dem ELES-Team waren inspirierend und haben auch viel Spaß gemacht. Mein Vertrauensdozent Prof. Dr. Micha Brumlik hat mich sehr darin unterstützt, über jüdische Wirtschaftsethik in der Öffentlichkeit zu publizieren und zu sprechen. Die Geburt von ELES, als ich gerade mit meinem M.A., begann war für mich ein großes Glück.

Am 10. Mai 2019 feiern ELES-Stipendiat_innen im Berliner ELES-Haus einen Jubiläums-Shabbat. Damit Stipendiat_innen in ganz Deutschland partizipieren können, kooperieren wir mit MitzveNow. Alle, die an diesem Tag mit uns feiern möchten, erhalten ein Shabbat-Set. Was bedeutet Ihnen dieser dezentrale Jubiläums-Shabbat?

Als Stipendiat hätte ich mich über das Mitfeiern an einer solch schönen Aktion sehr gefreut! Es ist wirklich eine geniale Idee und große Geste der ELES-Geschäftsführung, zur gemeinsamen Shabbat-Feier auf diesem innovativen und verbindenden Weg einzuladen. Ich danke für das Vertrauen in das noch junge Startup MitzveNow, diesen Jubiläums-Shabbat begleiten zu dürfen und freue mich sehr über die positive Resonanz der Stipendiat_innen.
Shabbat Shalom und viel Freude beim Jubiläums-Shabbat, lechaim!

Foto: FM Fotografie, Rudi Feuser.

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