Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk gründet Dr. Kalinski-Stipendienprogramm– Start der Förderung von jüdischen Medizin-Doktorand*innen

Zum Herbst 2026 vergibt das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) erstmalig Stipendien an promovierende Humanmediziner*innen im Rahmen des neu geschaffenen „Dr. Kalinski-Stipendienprogramms“. Das aus Mitteln des Nachlasses von Dr. Siegmund Kalinski finanzierte private Stipendienprogramm soll es jüdischen Medizindoktorand*innen ermöglichen, sich während ihrer Promotion uneingeschränkt der wissenschaftlichen Arbeit zu widmen. ELES komplettiert mit dem neu eingerichteten Programm das Spektrum der Begabtenstipendien für junge jüdische Humanmediziner*innen. Bewerbungen können erstmals ab 1. September 2026 eingereicht werden.

Förderung der Akademischen Entwicklung von jüdischen Nachwuchsmediziner*innen

Wissenschaftlich ambitionierten jungen jüdischen Ärzt*innen und Ärzten soll so der Einstieg in die Forschung leichter gelingen. Zugleich fördert das neue Stipendienprogramm damit innovative medizinische Projekte, die langfristig zum Fortschritt in der Humanmedizin beitragen können.

Neue Gruppe von Stipendiat*innen kann gefördert werden

Medizinische Promotionen sind im Rahmen der Begabtenförderung nur eingeschränkt möglich. Dadurch entsteht für viele Promovierende der Medizin eine finanzielle Lücke zwischen Studienabschluss und Berufseinstieg. Das ändert sich mit der Einführung des privat finanzierten „Dr. Kalinski Stipendienprogramms“ nun.

Nach dem erfolgreich absolvierten 3. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (Staatsexamen) zum Abschluss des humanmedizinischen Studiums beginnen einige Absolvent*innen ihre meist 6- bis 12-monatige medizinische Doktorarbeit. Diese Forschungsarbeiten leisten einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Wissenschaft. Zugleich sind sie jedoch häufig erheblich zeitaufwändig, so dass Promovierende kaum parallel berufstätig sein können.

Dr. Michal Or, ELES-Geschäftsführerin: „Mit dem neu geschaffenen Stipendienprogramm vervollständigt ELES die Förderung für unseren Humanmedizin-Nachwuchs mit Promotions-Vorhaben. Junge Mediziner*innen, die sich vor Eintritt in ihre ärztliche Berufspraxis einem Forschungsvorhaben widmen möchten, werden dazu ermutigt. Sie tragen neue Impulse zum Wissensfortschritt und zur Innovation in der Medizin bei.“

Über den Stifter

Siegmund Kalinski (1927-2015) wurde in Krakau als Kind einer jüdischen Familie geboren und verlor seine Eltern im Holocaust. Er selbst erlitt Deportation, Internierung in Konzentrationslagern und den Todesmarsch von Auschwitz, bevor ihm 1945 die Flucht gelang. Nach dem Krieg kehrte er nach Krakau zurück – er hatte fast seine gesamte Familie verloren. Dennoch bestand er 1947 das Abitur und finanzierte sein humanmedizinisches Studium als freier Journalist. 1965 ließ er sich als Praktischer Arzt in Frankfurt am Main nieder. Dort war er auch als Lehrbeauftragter an der Universität Frankfurt am Main tätig, habilitierte und engagierte sich stark in der ärztlichen Berufspolitik der Landesärztekammer. Dr. Kalinski war Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Eckpunkte des „Dr. Kalinski Stipendienprogramms“

  • Formal förderfähig sind jüdische Studierende der Humanmedizin an einer deutschen Hochschule oder jüdische deutsche Staatsangehörige, die im EU-Ausland Medizin studieren nach bestandenem 3. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.
  • Die Förderung umfasst im Kern über die Dauer von 12 Monaten ein Stipendium in Höhe von 1.300 Euro monatlich sowie die Möglichkeit der stipendiatischen Vernetzung.
  • Bewerbungen sind ganzjährig möglich. Die Stipendien werden laufend vergeben.

Ausführliche Auflistung aller Programmdetails

Alle Informationen finden Sie hier auf der Webseite des Studienwerks

Weitere Stimmen zum Start des neuen Programms

Dr. h. c. mult. Charlotte Knobloch, Schirmherrin des Studienwerks und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern: „Als Schirmherrin von ELES freue ich mich in doppelter Hinsicht sehr über dieses neue Stipendienprogramm für promovierende Humanmediziner: zum einen für die angehenden Ärztinnen und Ärzte, und zum andern, dass auf diese noble Weise das Andenken an den großen Mediziner und Menschen Dr. Siegmund Kalinski sel. A. lebendig bleibt und sein Vermächtnis an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird.“

Dr. med. David Frumkin, Deutsches Herzzentrum der Charité, Facharzt und Antisemitismusbeauftragter: „Als ELES-Alumnus und ELES-Mentor unterstütze ich die Gründung des neuen Stipendiums. Junge Mediziner*innen sind unser Innovationsmotor und bleiben als praktizierende Ärzte weiterhin wissenschaftlich aufgeschlossen, wenn sie selbst zur Forschung beigetragen haben.“

ÜBER das Dr. Kalinski-Stipendienprogramm

Als Schirmherrin von ELES freue ich mich in doppelter Hinsicht sehr über dieses neue Stipendienprogramm für promovierende Humanmediziner: zum einen für die angehenden Ärztinnen und Ärzte, und zum andern, dass auf diese noble Weise das Andenken an den großen Mediziner und Menschen Dr. Siegmund Kalinski sel. A. lebendig bleibt und sein Vermächtnis an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird.

Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Schirmherrin