Der Thinktank Karov-Qareeb ist eines der innovativsten jüdisch-muslimischen Dialogformate. 2019 vom jüdischen Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk und dem muslimischen Avicenna-Studienwerk initiiert, treffen sich junge Jüd*innen und Muslim*innen bei Karov-Qareeb zu Austausch, hitziger Debatte und Zusammenarbeit.

Mit der Neuerscheinung „‚Und endlich konnten wir reden …‘ Eine Handreichung zu jüdisch-muslimischem Dialog in der Praxis“ (Herder Verlag) ist jetzt ein wichtiges Ergebnis der zweijährigen Zusammenarbeit erschienen. Der Band veranschaulicht, wie Dialog gestaltet und Dissens produktiv genutzt werden kann.

Die Buchpräsentation findet am 4. Februar 2021 (18 bis 19 Uhr) als interaktives Live-Gespräch auf der Facebookseite der Dialogperspektiven statt. Dr. Klaus Lederer (DIE LINKE), Berliner Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa, spricht mit den Herausgeberinnen Sonya Ouertani und Rachel de Boor sowie Gil Shohat, einem der Autor*innen. Welche Grundüberzeugungen prägen das Buch? Welche Konflikte und Sollbruchstellen werden sichtbar, wenn Jüd*innen und Muslim*innen zusammenkommen? Wie kann der Dialog über die eigene Gemeinschaft hinaus die Selbstermächtigung als gesellschaftliche Minderheit stärken? Welchen Unterschied macht es, wenn der performative Druck auf jüdisch-muslimische Initiativen umgekehrt und die Öffentlichkeit erst dann einbezogen wird, wenn diese für die eigene Arbeit produktiv gemacht werden kann?

Begrüßung: Jo Frank, Projektleiter der Dialogperspektiven und Geschäftsführer von ELES.

Eine Veranstaltung von Dialogperspektiven und Karov-Qareeb in Kooperation mit der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

Das Campus Magazin des BR porträtiert Studierende, die sich engagieren. Im Beitrag „Jüdische Studierende machen sich stark für Andere“ werden drei ELES-Stipendiat*innen vorgestellt, die sich u. a. für jüdische Gemeinden, das ELES-Aktionsprogramm „Nie wieder!?“, die Initiative Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch oder Keshet e.V. einsetzen. Hier der Link zum Beitrag.

Über „Neue Rechte“ und Antisemitismus“ diskutieren am Mittwoch, 27. Januar 2021, Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung und Volker Weiß, Historiker und Experte für die „Neue Rechte“ und Jo Frank, Geschäftsführer des Ernst Ludwig Ehlich Studienwerks.

Das einstündige Gespräch wird ab 18 Uhr live auf der ELES-Facebook gestreamt, für die Veranstaltung ist keine Anmeldung notwendig. Der Live-Talk ist eine Veranstaltung im Rahmen des ELES-Aktionsprogramms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“, das sich an Stipendiat*innen aller 13 Begabtenförderungswerke und die interessierte Öffentlichkeit richtet. Das Programm steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Zur Veranstaltung:
Die „Neue Rechte“, ein Netzwerk aus Stiftungen, Vereinen, Verlagen und Medien, hat den intellektuellen Diskurs zu ihrem wesentlichen politischen Handlungsfeld gemacht. Bemüht, sich als rechtskonservative Intellektuelle zu inszenieren, mobilisieren ihre Akteur*innen zur „Rettung der deutschen Kultur“ und fordern den „geistigen Wandel der Nation“.

Mit der Wahl der AfD in den Bundestag und ihrem Einzug in die Landesparlamente der 16 deutschen Länder fanden Akteur*innen und Inhalte des rechtsradikalen und rechtsextremen Netzwerkes endgültig ihren Weg in die parlamentarische und tagespolitische Auseinandersetzung. Versuche, ideologische Kontinuitäten zum Nationalsozialismus zu verwischen, täuschen nicht über den völkischen Nationalismus, über Antisemitismus, Rassismus und Misogynie der „Neuen Rechten“ hinweg. Ihre Vertreter*innen lehnen eine kritische Aufarbeitung der deutschen Geschichte ab. Schlagworte wie „Ethnopluralismus“, „Abendland“ oder „Globalisten“ sollen antisemitische und rassistische Mythen verschleiern.

Was ist die „Neue Rechte“ und wie verbreitet sind ihre Ideologien? Welche neuen Argumentationsmuster bemühen ihre Akteur*innen und wie kann man diesen begegnen? Welche Verbindungen bestehen zwischen der „Neuen Rechten“, der Querdenker-Bewegung oder QAnon? Und wie sind israelsolidarische Bekundungen von Vertreter*innen der Neuen Rechten einzuordnen?

Über diese Fragen diskutieren wir mit Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung und Volker Weiß, Historiker und Experte für die „Neue Rechte“.

Wissenschaftler*innen der Ruhr-Universität Bochum, Universität Osnabrück, Ludwig-Maximilians-Universität München und Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg kooperieren mit ELES und dem Avicenna-Studienwerk: Gemeinsam starten sie das Graduiertenkolleg „Jüdische und muslimische Religionsgemeinschaften aus sozialwissenschaftlicher Perspektive“ (JMR). Im Rahmen des Kollegs vergeben Avicenna und ELES insgesamt zehn Promotionsstipendien. Die Jüdische Allgemeine, das Domradio und IslamiQ berichten über das Vorhaben.

Bewerbungen für die Stipendien sind noch bis zum 15. Februar 2021 möglich. Weitere Infos zur Ausschreibung hier.

Wissenschaftler*innen der Ruhr-Universität Bochum, Universität Osnabrück, Ludwig-Maximilians-Universität München und Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg kooperieren mit dem muslimischen Avicenna-Studienwerk und dem jüdischen Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk: Gemeinsam starten sie das Graduiertenkolleg „Jüdische und muslimische Religionsgemeinschaften aus sozialwissenschaftlicher Perspektive“. Im Rahmen des Kollegs vergeben die beiden Begabtenförderungswerke insgesamt zehn Promotionsstipendien.

Das Graduiertenkolleg wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. „Das Kolleg nimmt ein gesellschaftlich wichtiges Thema in den Blick. Die Veränderungsprozesse in den vielfältigen jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften sind von großer Aktualität und Relevanz für die Gemeinschaften und die Gesamtgesellschaft. Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem neuen, hochschulübergreifenden Kolleg den jüdisch-muslimischen Dialog stärken und die Zusammenarbeit des jüdischen und des muslimischen Begabtenförderungswerkes ausbauen“, erklärt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Im Rahmen des Kollegs werden Veränderungsdynamiken, Inklusions- sowie Exklusionsmechanismen in und von Moschee- und Synagogengemeinden untersucht. Die Einflüsse gesellschaftlicher Liberalisierungs-, Pluralisierungs- und Säkularisierungsprozesse auf die Religionsgemeinden sollen ebenso berücksichtigt werden wie Wandlungsprozesse der Gemeinden aufgrund von Migration. Im Kolleg werden sowohl gesamtgesellschaftliche als auch migrationsbezogene Aspekte analysiert.

Die zehn Promovierenden werden in die ideelle und materielle Förderung von Avicenna-Studienwerk und Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk aufgenommen. Sie können sich zudem im Programm Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch der Leo Baeck Foundation oder im Programm ParticiPate des Avicenna-Studienwerks zu engagieren. Die Promovierenden werden Teil des jüdisch-muslimischen Thinktanks Karov-Qareeb der Dialogperspektiven.

Das Graduiertenkolleg wird geleitet von Prof. Dr. Dr. Rauf Ceylan (Institut für islamische Theologie & IMIS, Universität Osnabrück), Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (Institut für Erziehungswissenschaft & IMIS, Universität Osnabrück), Prof. Dr. Karim Fereidooni (Fakultät für Sozialwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum), Prof. Dr. Frederek Musall (Stellvertretender Rektor & Lehrstuhl für Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte, Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg) und Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky (Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München). Sprecher des Graduiertenkollegs ist Prof. Dr. Karim Fereidooni (Karim.Fereidooni@rub.de).

Das Graduiertenkolleg ist sozialwissenschaftlich ausgerichtet. Es besteht die Möglichkeit zur Promotion am Fachbereich Kultur- und Erziehungswissenschaften (Dr. phil.) in Osnabrück, an der Fakultät für Sozialwissenschaft (Dr. rer. soc.) in Bochum, an der Fakultät für Sozialwissenschaft (Dr. rer. soc.) in München sowie an der Hochschule für Jüdische Studien (Dr. phil.) in Heidelberg.

Bewerbungen für die Stipendien können bis zum 15.02.2021 eingereicht werden. Das Kolleg beginnt seine Arbeit am 01.06.2021.

Informationen zur Bewerbung hier:

https://eles-studienwerk.de/wp-content/uploads/2020/12/Ausschreibung-Graduiertenkolleg-oeffentlich-22.12.2020.pdf

Presse-Kontakt:
Stephanie Haerdle | Leo Baeck Foundation
Postfach 120852 |10598 Berlin
Tel.: (030) 31998170-24 |Mail: haerdle@leo-baeck-foundation.de | www.leo-baeck-foundation.org

In Folge 13 spricht Jo Frank, Geschäftsführer von ELES, mit Alan Posener. Der Journalist sitzt zwischen allen Stühlen und fühlt sich dort sehr wohl. Er ist Engländer und Deutscher, Sohn eines jüdischen Vaters, Journalist, Autor und Lehrer. Aufgewachsen in London, Kuala Lumpur und Deutschland, erzählt Posener vom „Mangel an klaren Identitäten“, der den Blick schärfen kann, der Begeisterung für multikulturelles Zusammenleben, vom Antisemitismus, Schweigen und Stolz der Nachkriegszeit und Marxismus als Sinnstifter.

Sie finden den Podcast auf den üblichen Podcast-Plattformen, u. a. hier bei Buzzsprout. Der zweite Teil des Gesprächs folgt in Kürze.

Beck Berlin fördert israelische Studierende und Promovierende, die an einer Berliner Hochschule studieren und promovieren wollen und unterstützt diese ideell und materiell. Das Stipendium von ELES und der Beck’schen Stiftung ermöglicht den intensiven akademischen, kulturellen und religiösen Austausch innerhalb der ELES-Stipendiat*innenschaft und bietet den Zugang zu einem Netzwerk renommierter jüdischer Wissenschaftler*innen und Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens.

Bewerbungen zum Sommersemester 2021 sind ab sofort und bis zum 15. Februar 2021 ausschließlich über unser Online-Bewerbungsportal möglich. Link zum Online-Bewerbungsportal hier.

Die Stipendien werden zunächst für 12 Monate vergeben. Eine Verlängerung ist möglich. Die Stipendiat*innen leben in Berlin und können Deutschland und seine lebendige und vielseitige Hauptstadt kennenlernen. Alle Stipendiat*innen erhalten die Möglichkeit, nach Stipendienbeginn einen studienbegleitenden Deutschkurs in Berlin zu absolvieren. Alle Geförderten erhalten eine individuelle Beratung und Betreuung durch eine*n erfahrene*n ELES-Referent*in. Darüber hinaus stehen die ELES-Vertrauens-dozent*innen bei Fragen und Problemen zu Verfügung. Weitere Informationen zum Programm hier.

2020 war ein schwieriges Jahr. Einiges war aber auch überraschend und begeisternd. So zum Beispiel der Austausch und der Zusammenhalt im Virtuellen, die Lockdown und Confinement, Sorge und Langeweile leichter gemacht haben. Vom ersten „Abwarten & Tee trinken“ am 19. März 2020 bis zum letzten Live-Talk am 16. Dezember 2020 sind wir auf Facebook über 30 Mal live gewesen. Mit aktuellen und ehemaligen Stipendiat*innen, Mitgliedern der ELES-Familie und vielen weiteren Gästen.
ELES-Alumnus Gal Yaron Mayersohn hat uns als Filmeditor bei den Online-Live-Talks im Rahmen des Aktionsprogramms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ und den virtuellen ELES-Salons Machloket & Mischpoke unterstützt. Und er hat einen Rückblick der Gespräche und Debatten gemixt und geschnitten, den Sie ab sofort auf YouTube ansehen können. Hier der Link. Viel Vergnügen mit der Reise durchs digitale 2020.

Das Avicenna-Studienwerk und das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk schreiben gemeinsam zehn Promotionsstipendien für das neugegründete Graduiertenkolleg Jüdische und muslimische Religionsgemeinschaften aus sozialwissenschaftlicher Perspektive aus. Weitere Informationen finden Sie im Ausschreibungstext. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung bis zum 15. Februar 2021!

Mehr zu der Auschreibung hier: Ausschreibung Graduiertenkolleg

Im Rahmen unseres Aktionsprogramms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ diskutierten wir am 16. Dezember 2020 mit Saba Nur Cheema, Ferda Ataman und Düzen Tekkal über „Muslimische Communities & Antisemitismus“.

10 bis 20 Prozent der Bevölkerung vertreten offen antisemitische Einstellungen. Diese sind in allen Schichten und in fast allen Bevölkerungsgruppen in Deutschland anzutreffen, auch unter Muslim*innen. Anders als häufig wahrgenommen, spielt die Religionszugehörigkeit für das Ausmaß antisemitischer Einstellungen allerdings nur eine geringe Rolle. Im öffentlichen Diskurs über Antisemitismus wird der Blick trotzdem auf Muslime gerichtet. Diese Verschiebung des Antisemitismusvorwurfs auf Muslim*innen wird oft als Entlastung instrumentalisiert.

Wie verbreitet ist Antisemitismus in den muslimischen Communities? Wie wird Antisemitismus als „Problem von Muslim*innen“ konstruiert? Wie können Jüdinnen und Juden über auf sie zielende Gewalt sprechen, ohne Verbündete im Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus zu verlieren? Und wie sieht der gemeinsame jüdisch-muslimische Kampf gegen Antisemitismus aus?

Das Gespräch mit Saba Nur Cheema, Ferda Ataman und Düzen Tekkal moderierten Jo Frank, Geschäftsführer von ELES und Hakan Tosuner, Geschäftsführer des Avicenna-Studienwerks.

Das Live-Gespräch kann jetzt auf YouTube angesehen werden.

 

 

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