Das Herbstforum für Promovierende richtete sich auch in diesem Jahr an die im Oktober aufgenommenen Promovierenden. Die neuen Stipendiat_innen stellten ihre Projekte vor, lernten die Referentinnen der ELES-Geschäftsstelle kennen und knüpften erste Kontakte untereinander. Tagungsort war Schwanenwerder, eine Insel in der Havel bei Berlin, die perfekte Bedingungen für dieses erste Kennenlernen bot.

Unterstützt wurde die Veranstaltung zudem durch Vertreterinnen der Promovierendeninitiative (PI), die sich und ihre Arbeit vorstellten und für Fragen zur Verfügung standen. Außerdem berichteten zwei ELES-Alumnae in einem anschaulichen Podiumsgespräch Von der Lust und Last des Promovierens. Sie lieferten den Stipendiat_innen das nötige mentale Rüstzeug, um alle Phasen des Promovierens erfolgreich zu überstehen.

In dieser Reihe werden Stipendiat_innen vorgestellt, die mit der Unterstützung von ELES im Ausland forsch(t)en. Dora Goldsmith reiste Mithilfe der ELES-Auslandsförderung nach Chicago, USA.

Auf Einladung des Oriental Institute of the University of Chicago hielt ich einen einstündigen Gastvortrag mit dem Titel Smellscapes in Ancient Egypt. Meine Forschung über Gerüche der altägyptischen Stadt basiert hauptsächlich auf schriftlichen Quellen, die ich in den letzten zwei Jahren meines Dissertationsprojektes gesammelt habe. Ziel dieser Recherche ist es, die olfaktorische Welt der hochurbanisierten altägyptischen Gesellschaft in einer Stadt zu rekonstruieren. Welche Gerüche haben die Stadtbewohner umgegeben? Wie haben sich die Gerüche von Stadtteil zu Stadtteil verändert? Wie haben die Tempel, Paläste, Gärten, Bibliotheken, Werkstätten, Privathäuser und Straßen gerochen? Welche Düfte haben die Stadt während Festivitäten dominiert? Wurde die Hauptwindrichtung oder der üble Geruch einiger Berufe (z. B. Schmiede, Köhler, Schuster) bei der Stadtplanung berücksichtig? Wie hat die Nekropole, die Stadt der Verstorbenen, im Verhältnis zur belebten Stadt gerochen?

Nach dem Vortrag betrieb ich Museumsrecherche im Oriental Institute. Dabei studierte ich jedes für meine Arbeit relevante Objekt des Museums gründlich. Darüber hinaus las ich alle vorhandenen Inschriften der Sammlung, um zu kontrollieren, ob sie für meine Recherche relevant sein könnten.

Das Oriental Institute hat mich gemeinsam mit dem Fach Computer Science der University of Chicago eingeladen, einen Gastvortrag über meine Recherche zu halten. Das Oriental Institute of the University of Chicago ist ein weltführendes Forschungszentrum der Ägyptologie und der Vorderasiatischen Archäologie, welches sich stets für neue und einzigartige Forschungsthemen interessiert und die modernsten Forschungsmethoden anwendet. Da im Fach Computer Science auch olfaktorische Kunst und die digitale Darstellung von Gerüchen erforscht und unterrichtet werden, ist mein Dissertationsthema für dieses Institut von hoher Relevanz. Darüber hinaus verfügt das Museum des Oriental Institute über eine ägyptische Sammlung mit über 30.000 Artefakten, deren Mehrzahl noch unpubliziert ist.

Mein Vortrag in Chicago wurde von Düften und Geruchsproben begleitet. Nachdem ich den Geruch eines Stadtteiles anhand der schriftlichen Belege, Karten und 3D-Modelle der jeweiligen Gebäude veranschaulichte, gab ich dem Publikum eine Probe dieses Geruches zum Riechen. Es war besonders schön zu sehen, dass das Publikum ein großes Vergnügen am olfaktorischen Erlebnis hatte – das alte Ägypten ist durch ihre Nase zum Leben erwacht.

Ich war froh zu entdecken, dass im Oriental Institute einige Israelis forschen. Ich habe sogar eine Bekannte aus meinem Bachelorstudium in Israel wiedergetroffen – eine israelische Frau, die zurzeit eine Postdoc-Stelle im Oriental Institute innehat. Wir haben damals beide im gleichen Archäologischen Institut an der Hebrew University of Jerusalem studiert. Es ist eine kleine Welt.

Copyright aller Fotos: Dora Goldsmith

Am 11. Dezember 2018 stellen der Berliner Senator für Kultur und Europa Klaus Lederer, Rabbiner Walter Homolka, Hannah Peaceman, Tobias Herzberg und Jonas Fegert die Neuerscheinung „Weil ich hier leben will … Jüdische Stimmen zur Zukunft Deutschlands und Europas“ (Verlag Herder) vor und diskutieren mit dem Publikum. Jo Frank, Geschäftsführer von ELES und Mitherausgeber, moderiert die Veranstaltung.

Zum Buch:

Soeben ist die zweite Buchpublikation des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks erschienen: „Weil ich hier leben will … Jüdische Stimmen zur Zukunft Deutschlands und Europas“ (Verlag Herder), herausgegeben von Walter Homolka, Jonas Fegert und Jo Frank.

Zwischen Berghain und Club Odessa, zwischen Assimilation und Desintegration, zwischen orthodox, liberal und säkular: Achtzig Jahre nach der Reichspogromnacht zeigt sich das jüdische Leben in Deutschland in einer ungeahnten Vielfalt. Junge Jüdinnen und Juden ergreifen das Wort. Gibt es im 21. Jahrhundert so etwas wie ein „deutsches Judentum“? Wie sinnvoll ist das Reden von einer jüdischen Renaissance, wenn sich Jüdinnen und Juden heute ganz neu und in Abgrenzung zu alten Bildern und Vorstellungen definieren? Was bedeutet es für Deutschland, wenn sich Jüdinnen und Juden mit anderen religiösen, ethnischen und kulturellen Minderheiten solidarisieren und sich nicht gegen sie ausspielen lassen möchten? Und wie ist dem neu erwachenden Antisemitismus zu begegnen?

Ort/Zeit:

Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin. 17 bis 19 Uhr. Der Eintritt zur Buchpräsentation ist frei, um Anmeldung wird gebeten.

Ende November trafen sich 15 Stipendiat_innen von Konrad Adenauer Stiftung und Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk im Forum Humanum der Udo Keller Stiftung in Neversdorf . Thema des Kooperationskollegs: „Die Ränder der Religionen in Krisenzeiten. Abstruse Weltsichten, Verschwörungstheorien und Untergangsängste“.

In Zeiten weltweiter komplexer Krisen und Unruhen gedeihen im religiösen wie politischen Umfeld auch im 21. Jahrhundert abstruse Ideologien und Verschwörungstheorien, die zahlreiche Anhänger und – nicht zuletzt über digitale Medien – weite Verbreitung finden. Die Welt wird von geheimen Mechanismen und religiösen Komplotten, sinistren Machtmenschen und Glaubensführer_innen regiert und manipuliert – Extremist_innen und Populist_innen schüren solche Ängste und Feindbilder und propagieren „alternative Fakten“. Den Einstieg ins Thema lieferte Dr. Alexander Graeff mit einem kenntnisreichen Vortrag zur historischen Genese von Verschwörungsideologien und deren Zusammenhang zum Okkultismus am Beispiel der „Protokolle der Weisen von Zion“.  Nach einer ausführlichen Diskussion wandten sich die Studierenden der von Dr. Dani Kranz entwickelten Theorie des Alloismus zu und den identititätsstiftenden Elementen von Verschwörungsideologien und den diesen immanenten Konstruktionen der „Anderen“. Anschließend wurden die Teilnehmenden, angeleitet von Florian Eisheuer, Referent bei der Amadeu Antonio Stiftung, selbst zu „Erweckten“: Sie entwickelten eigene, sehr kreative Verschwörungsideologien und verteidigten diese gegen kritische Nachfragen. Aus dem Zustand der „Schlafschafe“ befreit, überzeugt von der „Pasta-Verschwörung“ und aufgeklärt über die „wahren Ursachen“ der Verspätungen bei der Deutschen Bahn, analysierte die Gruppe am letzten Tag des Kollegs die „Dramaturgie der Intrige“ in Alfred Hitchcocks Film „Vertigo“. Der Vortrag von Prof. Dr. Michael Braun bereicherte das Kolleg um den literarischen und filmischen Blickwinkel und eröffnete zum Abschluss neue Perspektiven auf die Eingangsfragen des Kollegs.

„Jung und selbstbewusst“ – Levent Aktoprak, WDR3, sprach mit Olga Osadtschy und Jo Frank über „‚Weil ich hier leben will …‘ Jüdische Stimmen zur Zukunft Deutschlands und Europas“ (Verlag Herder). Der Beitrag wurde im Rahmen der Sendung „Jüdisches Leben“ ausgestrahlt.

Paul Bentin bespricht in der Jüdischen Allgemeinen (Nr. 47/2018) „Weil ich hier leben will … Jüdische Stimmen zur Zukunft Deutschlands und Europas“ (Verlag Herder). Sein Fazit: „Wer sich einen Eindruck über das neue Selbstbewusstsein von Juden in Deutschland machen möchte, der kommt um dieses Buch nicht herum.“

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk sucht für seine Geschäftsstelle in Berlin zum 01.02.2019 eine

Mitarbeiter_in in der Finanzabteilung

(50%, TVöD E08, zunächst befristet auf 1 Jahr mit der Option auf Verlängerung).

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist eines der 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Begabtenförderungswerke. Seit seiner Gründung 2009 steht ELES für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Im Studienwerk treffen sich akademische Exzellenz und Engagement für die jüdische Gemeinschaft und die Gesamtgesellschaft. Mit der gezielten Förderung begabter jüdischer Studierender und Promovierender leistet das Studienwerk zudem einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen jüdischen Intellektualität.

Zur Unterstützung unseres Teams suchen wir für die Rechnungsbearbeitung (Prüfung, Digitalisierung, Erfassung, Buchung und Zahlung von eingehenden Rechnungen) und Buchhaltung (Kontenverwaltung, Belegeverwaltung, Unterstützung bei Verwendungsnachweisen für Drittmittelgeber) eine/n engagierte/n und zuverlässige/n Mitarbeiter_in. Wir erwarten eine kaufmännische Ausbildung und einschlägige Berufserfahrung im Bereich Verwaltung und Finanzen; einen versierten Umgang mit gängigen Computerprogrammen und die Bereitschaft, sich weitere Kenntnisse anzueignen; organisatorisches Geschick sowie ausgeprägte Teamfähigkeit. Erwünscht sind weiterhin Kenntnisse des Bundesreisekostengesetzes sowie des Zuwendungsrechts und Vergaberechts aus öffentlichen Mitteln.

Bitte bewerben Sie sich bis zum 17.12.2018 (Datum des Poststempels) schriftlich mit Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen und Referenzen beim:

Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V.

Postfach 21 03 20

10503 Berlin

Eine Rücksendung der Bewerbungsunterlagen kann nur erfolgen, wenn ein ausreichend frankierter Rückumschlag beigefügt ist.

Bei Rückfragen können Sie sich an Annett Peschel wenden: peschel@eles-studienwerk.de

Anita Pollak bespricht „Weil ich hier leben will. Jüdische Stimmen zur Zukunft Deutschlands und Europas“ (Verlag Herder) im jüdischen Stadtmagazin WINA. Der von Walter Homolka, Jonas Fegert und Jo Frank herausgegebene Band enthält Beiträge von Dr. Sandra Anusiewicz-Baer, Benjamin Fischer, Dr. Max Czollek, Cecilia und Yair Haendler, Tobias Herzberg, Dr. Klaus Lederer, Igor Mitchnik, Prof. Dr. Frederek Musall, Olga Osadtschy, Hannah Peaceman, Carmen Reichert, Meytal Rozental, Yan Wissmann, Greta Zelener. Anita Pollak: „Divers, vielfältig und kontroversiell wie ihre Biografien fallen auch die individuellen Zukunftsvisionen aus.“

Am 11. Dezember 2018 stellen der Berliner Senator für Kultur und Europa Klaus Lederer, Rabbiner Walter Homolka, Hannah Peaceman, Tobias Herzberg, Jonas Fegert und Olga Osadtschy die Neuerscheinung „Weil ich hier leben will … Jüdische Stimmen zur Zukunft Deutschlands und Europas“ (Verlag Herder) vor und diskutieren mit dem Publikum. Jo Frank, Geschäftsführer von ELES und Mitherausgeber, moderiert die Veranstaltung.

Zum Buch:

Soeben ist die zweite Buchpublikation des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks erschienen: „Weil ich hier leben will … Jüdische Stimmen zur Zukunft Deutschlands und Europas“ (Verlag Herder), herausgegeben von Walter Homolka, Jonas Fegert und Jo Frank.

Zwischen Berghain und Club Odessa, zwischen Assimilation und Desintegration, zwischen orthodox, liberal und säkular: Achtzig Jahre nach der Reichspogromnacht zeigt sich das jüdische Leben in Deutschland in einer ungeahnten Vielfalt. Junge Jüdinnen und Juden ergreifen das Wort. Gibt es im 21. Jahrhundert so etwas wie ein „deutsches Judentum“? Wie sinnvoll ist das Reden von einer jüdischen Renaissance, wenn sich Jüdinnen und Juden heute ganz neu und in Abgrenzung zu alten Bildern und Vorstellungen definieren? Was bedeutet es für Deutschland, wenn sich Jüdinnen und Juden mit anderen religiösen, ethnischen und kulturellen Minderheiten solidarisieren und sich nicht gegen sie ausspielen lassen möchten? Und wie ist dem neu erwachenden Antisemitismus zu begegnen?

Ort/Zeit:

Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin. 17 bis 19 Uhr. Der Eintritt zur Buchpräsentation ist frei, um Anmeldung wird gebeten.

 

 

Die Monatszeitschrift chrismon stellt „fünf Beispiele gelungener Kooperation“ von Jüd_innen, Christ_innen und Muslim_innen vor, darunter auch das von ELES initiierte Projekt Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauuungen im Gespräch.

Die Dialogperspektiven sind ein Programm zur Etablierung innovativer Formen des interreligiösen und weltanschaulichen Dialogs. Es richtet sich an Stipendiat_innen aller 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Begabtenförderungswerke, die als zukünftige Verantwortungsträger_innen zu Expert_innen des interreligiösen Dialogs ausgebildet werden.

 

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