Das vergangene Jahr scheint zu einem anderen Zeitalter zu gehören, der Vor-Corona-Ära. Dabei ist 2019 besonders wichtig für uns gewesen: ELES feierte seinen 10. Geburtstag. Im Jüdischen Museum Berlin konnten wir stolz und dankbar auf die Erfolge unserer Arbeit zurückblicken.

Eine Zusammenfassung unserer Arbeit 2019, unserer Projekte und Veranstaltungen, finden Sie im neuen Jahresbericht. Hier der Link zum Online-Blättern.

Wir gratulieren der Regisseurin Sharon Ryba-Kahn! „Displaced“, der Dokumentarfilm der ELES-Alumna, ist für einen FIRST STEPS Award 2020 nominiert. Damit ist ihr Film, ausgewählt aus 203 Filmeinreichungen, einer der Kandidaten für die begehrten Nachwuchs-Auszeichnungen im Bereich Dokumentarfilmpreis, der mit 12.000 Euro dotiert ist. Die Jury begründet ihre Entscheidung: „Auf eine persönliche Reise begibt sich Sharon Ryba-Kahn in ihrem Film „Displaced“, der seine Stärke in einer dringlichen, obgleich unbehaglichen Konfrontation mit der Vergangenheit und den aktuellen und persönlichen Auswirkungen der Schoah findet.“

Die Nachwuchspreise werden am 14. September 2020 erstmals online in Form eines Livestreams verliehen.

Rabbiner Prof. Walter Homolka, Direktor von ELES und Rektor des Abraham Geiger Kollegs, sprach mit Marcel Laskus, DIE ZEIT, über „die Folgen von Halle und christlichen Antisemitismus.“

Beck Berlin ist ein neues Stipendienprogramm von ELES und der Beck’schen Stiftung. Beck Berlin fördert israelische Studierende und Promovierende, die an einer Berliner Hochschule studieren und promovieren wollen und unterstützt diese ideell und materiell. Die ersten Stipendiat*innen werden zum 1. Oktober 2020 in die Förderung aufgenommen.

Die Jüdische Allgemeine berichtete über das neue Stipendienprogramm und sprach mit Jo Frank, Geschäftsführer von ELES.

Die Preisträger*innen des Deutschen Studienpreis 2020 stehen fest. Ausgezeichnet wird auch Vanessa Rau. Wir gratulieren der ELES-Alumna sehr herzlich!
 
Mit dem Deutschen Studienpreis zeichnet die Körber-Stiftung exzellente Dissertationen aus, die eine besonders hohe gesellschaftliche Relevanz haben. Die prämierte und von ELES geförderte Dissertation der Sozialwissenschaftlerin beschäftigt sich mit „Judentum Berlin-style – Israelische Migration und neue jüdische Szenen in Berlin.“
 
Aus dem Abstract: Was zieht jüdische Israelis nach Berlin und wie gestaltet sich ihr Leben in der deutschen Hauptstadt? Was bedeutet Jüdisch-Sein in Berlin heute? „Israelis in Berlin“ bezeichnet ein Phänomen, das auf einen Wandel der jüdischen Bevölkerung in Deutschland deutet. Meine Dissertation analysiert diese neuen „Communities“ in Berlin. Anhand von Biographien beschreibt sie eine urbane Szene, die aus jüdischen und hebräischen Events und Gruppen besteht und eine Vielfalt unterschiedlicher Akteur*innen und Narrative vereint. Damit kann die Dissertation die Komplexität jüdischer Zugehörigkeiten veranschaulichen und erklären, wie sie in Berlin zusammenfinden.
 
Foto: David Ausserhofer

Nach dem fulminanten Abschluss des fünften Programmjahres Ende Juni, können sich europäische Studierende und Promovierende ab sofort für die Teilnahme am neuen Programmjahr der Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch bewerben. Erstmals können bis zu 60 Teilnehmer*innen aufgenommen werden. Im Programmjahr 2020/21 fokussieren die Dialogperspektiven neben Deutschland in erster Linie auf die Zielländer des letzten Jahres (Frankreich, Großbritannien, Schweden, Ungarn, Polen und Luxemburg). Bewerbungen aus anderen Ländern der EU sind ebenfalls möglich.

Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme am Programm endet am 15. August 2020. Infos zum Programm und zur Bewerbung auf Deutsch oder Englisch auf der Seite der Dialogperspektiven.

Seit 2019 werden die Dialogperspektiven mit Unterstützung des Auswärtigen Amts als europäische Plattform ausgebaut. Ziel ist es, einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Verständigung und Zusammenarbeit, zur Stärkung und Verteidigung der europäischen Zivilgesellschaft und zur Gestaltung eines pluralen, demokratischen und solidarischen Europas zu leisten.

Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch ist ein Programm der Leo Baeck Foundation zur Entwicklung und Etablierung neuer und innovativer Formen des interreligiös-weltanschaulichen Dialogs. Seit 2015 kamen im Rahmen des Programms über 200 Studierende und Promovierende unterschiedlichster religiöser und weltanschaulicher Orientierungen zusammen.

Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Jütte wird mit der Otto-Hirsch-Auszeichnung geehrt. Diese wird jährlich gemeinsam von der Stadt Stuttgart, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Stuttgart verliehen. Das Kuratorium zeichnet Prof. Jütte für „seine national wie international außerordentlich geschätzten journalistischen und wissenschaftlichen Leistungen in Hinblick auf das Judentum und für sein herausragendes Eintreten für die christlich-jüdische Zusammenarbeit sowie für ein gegenseitiges Verständnis der Kulturen und Religionen im Geiste gesellschaftlicher wie religiöser Toleranz“ aus. Aufgrund der aktuellen Situation wird Prof. Jütte die Otto-Hirsch-Auszeichnung im Rahmen eines feierlichen Festakts am 30. März 2021 überreicht.

Geboren 1954 in Warstein/Westfalen, absolvierte Prof. Jütte ein Studium der Geschichte und Germanistik an den Universitäten Marburg/Lahn, London und in Münster/Westfalen, wo er auch promovierte. 1989 habilitierte sich Prof. Jütte in Bielefeld. Von 1983 bis 1989 war er Dozent und später Professor für deutsche Geschichte an der Universität Haifa. Seit 1990 ist er Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung und Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Juden in der Medizin, Jiddisch und Rotwelsch, die Geschichte der Emigration sowie jüdische Historiker.

Wir gratulieren unserem Beiratsmitglied sehr herzlich! Masel tov!

Am 16. Juni 2020 fand der zweite ELES-Salon Machloket & Mischpoke statt. Rebecca Ajnwojner, Atina Grossmann, Whitney Nosakhare und Jo Frank diskutierten über Black Jew*esses, Jew*esses of Colour, die Geschichte der Schwarz-Jüdischen-Beziehungen sowie Intersektionalität und Allianzen. Ursula Rüssmann, Frankfurter Rundschau, berichtet heute ausführlich über die Online-Diskussion: „Die Betroffenen treiben den Wandel selbst voran. Postmigrantische Selbstorganisationen, PoC und Schwarze Deutsche, Institutionen wie das jüdische Förderungswerk ELES und andere prägen die aktuellen Debatten und Proteste wesentlich mit und vernetzen sich zunehmend, auch wenn das nicht ohne schwierige Aushandlungsprozesse und Konflikte geht. Vor allem aber drängt ihre Klientel immer mehr in die Institutionen. Zwar sind es bei weitem noch nicht genug, aber sie werden dort bleiben und Wirkung entfalten, wenn die Solidaritätswellen abgeebbt sind.“

Der Artikel kann hier nachgelesen werden. Und wer’s verpasst hat: Die Diskussion haben wir auch auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht.

Unterstützt mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie weiterer staatlicher und nicht-staatlicher Träger fördern in Deutschland 13 Begabtenförderungswerke besonders talentierte und engagierte Studierende und Promovierende finanziell und ideell. Die Werke spiegeln dabei den Pluralismus und die gesellschaftliche Diversität der Bundesrepublik Deutschland wider. Sie alle bekennen sich zu den Prinzipien der liberalen Demokratie und des freiheitlichen Rechtsstaates. (…)

Dass gesellschaftliche Verantwortungsträger*innen zur Zeit des Nationalsozialismus zu willigen Akteur*innen des nationalsozialistischen Regimes wurden, prägt den Auftrag und das Selbstverständnis der Begabtenförderungswerke bis heute: Vor diesem Hintergrund hat die Bundesrepublik Deutschland ein international einzigartiges, öffentlich finanziertes und gleichzeitig von staatlich unabhängigen Trägerorga-nisationen gestaltetes System der pluralen und wertegebundenen Begabtenförderung etabliert.

In Anbetracht der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung in Deutschland und Europa sehen die Be-gabtenförderungswerke eine ihrer zentralen Aufgaben darin, mit ihren Stipendiat*innen und Ehemaligen sowie ihren internationalen Netzwerken dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Mit ihrer Arbeit treten sie gemeinsam ein für respektvolles Miteinander, gegen nationalistische Denkmuster, populistische Vereinfachungen, Wissenschaftsfeindlichkeit, Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Rassismus sowie jegliche weitere Art von Diskriminierung aus Gründen der Religion oder Weltanschauung, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. (…)

Das Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft der Begabtenförderwerke finden Sie hier.

Avicenna-Studienwerk, Cusanuswerk – Bischöfliche Studienförderung, Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk, Evangelisches Studienwerk Villigst, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Hanns-Seidel-Stiftung, Hans-Böckler-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Stiftung der Deutschen Wirtschaft, Studienstiftung des deutschen Volkes.

In diesem Frühjahr startete ELES das Aktionsprogramm „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“. Zum Auftakt diskutierten am 15. Mai 2020 Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Saba-Nur Cheema, pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank und der Soziologe und ELES-Beirat Prof. Dr. Natan Sznaider über Corona als Katalysator antisemitischer Verschwörungsmythen. Moderation: Jo Frank, Geschäftsführer von ELES.

Am 18. Juni 2020 folgte der zweite Live-Talk. Julia Bernstein, Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Dr. Doron Kiesel, wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung im Zentralrat der Juden und Jo Frank sprachen über Möglichkeiten und Grenzen der Aufklärung gegen Antisemitismus.

Beide Livestreams können auf dem YouTube-Kanal von ELES angesehen werden.

„Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ richtet sich an Stipendiat*innen aller 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützten Begabtenförderungswerke und die interessierte Öffentlichkeit. Zwischen 2020 und 2022 organisiert ELES  zehn Veranstaltungen im ganzen Bundesgebiet. Im Rahmen von Seminaren und öffentlichen Abendveranstaltungen möchte das Begabtenförderungswerk sensibilisieren, Antisemitismus zu erkennen, einzuordnen und ihn zu bekämpfen. Dabei setzt ELES auch auf die wissenschaftliche Auseinandersetzung, auf den öffentlichen Austausch und die Vernetzung. Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, ist Schirmherr des Programms.

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