Gedenken anlässlich des 19. Todestages unseres Namensgebers Ernst Ludwig Ehrlich am 21. Oktober

Wir erinnern an Ernst Ludwig Ehrlich, den bedeutenden deutsch-schweizerischen Judaisten und Historiker und einen der maßgeblichen Wegbereiter des jüdisch-christlichen Dialogs in der Nachkriegszeit (geboren am 27. März 1921 in Berlin, gestorben am 21. Oktober 2007 in Riehen/Schweiz). 
Sein Wirken war vielfältig:

Das 1940 an der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums unter Leo Baeck begonnene Studium musste er mit der Schließung der Hochschule 1942 abbrechen. Er wurde zur Zwangsarbeit verpflichtet, konnte aber 1943, nachdem er versteckt gelebt hatte, mit einem gefälschten Pass in die Schweiz fliehen.

Mit einem Stipendium versehen, begann er an der Universität Basel Alttestamentliche Wissenschaft, Philosophie und Psychologie  zu studieren und promovierte 1950 bei Walter Baumgartner über Der Traum im Alten Testament. Nach der Promotion übernahm er erste Lehraufträge und war ab 1972  als Honorarprofessor für neuere jüdische Geschichte an der theologischen Fakultät der Universität Bern tätig.

Dialogräume schaffen

Im Rahmen unserer ideellen Förderung folgen wir dem geistigen Erbe Ernst Ludwig Ehrlichs und bieten gemeinschaftlich mit den anderen Begabtenförderungswerken Kooperationsseminare und Veranstaltungen an. Im Sinne unseres Namensgebers schaffen wir damit Dialogräume zum Austausch jüdischer, muslimischer und christlicher Studierender und Promovierender. Mehr zu unserem Namensgeber hier.

Nach dem Krieg engagierte er sich im christlich-jüdischen Gespräch und begleitete unter anderem das Zweite Vatikanische Konzil als Berater für die historische Erklärung Nostra Aetate, in der die Haltung der Kirche zu den nicht-christlichen Religionen dargelegt wird.

Ernst Ludwig Ehrlich vertrat die Position, die Pluralität innerhalb der jüdischen Gemeinschaft nicht nur auszuhalten, sondern aktiv zu fordern. Für sein Lebenswerk erhielt er unter anderem den Leo-Baeck-Preis sowie das Bundesverdienstkreuz. 

Neben unserem Studienwerk trägt auch der Masterstudiengang für jüdisch-christliche Beziehungen an der Freien Universität Berlin seinen Namen und führt das akademische und interreligiöse Vermächtnis von Ernst Ludwig Ehrlich fort.

ÜBER ELES

Die im ELES gelebte Vielfalt bildet die heutige jüdische Gemeinschaft ab und ist somit für die Zukunft jüdischen Lebens in Europa wegweisend. Das Studienwerk ist ein Segen für die Bundesrepublik Deutschland.

Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Schirmherrin