Gedenken anlässlich des 19. Todestages unseres Namensgebers Ernst Ludwig Ehrlich am 21. Oktober
Das 1940 an der Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums unter Leo Baeck begonnene Studium musste er mit der Schließung der Hochschule 1942 abbrechen. Er wurde zur Zwangsarbeit verpflichtet, konnte aber 1943, nachdem er versteckt gelebt hatte, mit einem gefälschten Pass in die Schweiz fliehen.
Mit einem Stipendium versehen, begann er an der Universität Basel Alttestamentliche Wissenschaft, Philosophie und Psychologie zu studieren und promovierte 1950 bei Walter Baumgartner über Der Traum im Alten Testament. Nach der Promotion übernahm er erste Lehraufträge und war ab 1972 als Honorarprofessor für neuere jüdische Geschichte an der theologischen Fakultät der Universität Bern tätig.
Dialogräume schaffen
Im Rahmen unserer ideellen Förderung folgen wir dem geistigen Erbe Ernst Ludwig Ehrlichs und bieten gemeinschaftlich mit den anderen Begabtenförderungswerken Kooperationsseminare und Veranstaltungen an. Im Sinne unseres Namensgebers schaffen wir damit Dialogräume zum Austausch jüdischer, muslimischer und christlicher Studierender und Promovierender. Mehr zu unserem Namensgeber hier.
Nach dem Krieg engagierte er sich im christlich-jüdischen Gespräch und begleitete unter anderem das Zweite Vatikanische Konzil als Berater für die historische Erklärung Nostra Aetate, in der die Haltung der Kirche zu den nicht-christlichen Religionen dargelegt wird.
Ernst Ludwig Ehrlich vertrat die Position, die Pluralität innerhalb der jüdischen Gemeinschaft nicht nur auszuhalten, sondern aktiv zu fordern. Für sein Lebenswerk erhielt er unter anderem den Leo-Baeck-Preis sowie das Bundesverdienstkreuz.
Neben unserem Studienwerk trägt auch der Masterstudiengang für jüdisch-christliche Beziehungen an der Freien Universität Berlin seinen Namen und führt das akademische und interreligiöse Vermächtnis von Ernst Ludwig Ehrlich fort.

