Chag Pessach kasher we’sameach!
Pessach erinnert an den Auszug aus der Enge – an die Erfahrung von Befreiung und an die Verantwortung, die aus ihr erwächst. Diese Erzählung ist nicht nur Teil jüdischer Tradition, sondern auch ein Ausgangspunkt für Fragen, die uns bis heute begleiten: nach Freiheit, nach Sicherheit und nach der Verantwortung, die aus beidem folgt.
Unsere Gegenwart ist von tiefen Verunsicherungen geprägt, die jüdisches Leben in besonderer Weise betreffen, einhergehend mit einem Anstieg antisemitischer Einstellungen und Vorfälle, die auch in den akademischen Raum hineinwirken. Hochschulen stehen vor der Herausforderung, Orte der differenzierten Analyse, der offenen Debatte und der intellektuellen Redlichkeit zu bleiben. Diskriminierende Positionen und Verkürzungen stellen Wissenschaft und Lehre vor zusätzliche Herausforderungen.
Für uns als Gemeinschaft bedeutet das, Bildung und Wissenschaft als individuelle Chance zu begreifen und zugleich als gemeinsame Verantwortung. Unser Wissen zu vertiefen, unsere Perspektiven zu schärfen, komplexe Entwicklungen einzuordnen und ihnen fundiert zu begegnen.
Pessach ist damit auch eine Einladung zur Vergewisserung: über die eigene Geschichte, über die Grundlagen unseres Denkens und über unsere damit verbundene Verantwortung.
Chag sameach!
Möge Freiheit sich unter dem Volke Israel sowie der ganzen Welt walten lassen.

