Gemeinsam mit DAGESH. Jüdische Kunst im Kontext und Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch lädt ELES zu einem Benefizabend für die Ukraine in die Bar ada nach Berlin-Neukölln.

Ein Abend mit Musik, Texten und Performance-Kunst von: Yuriy Gurzhy, Lana Lux, Ganna Grynivna & Atilla Muehl, Yevgeniy Breyger und Pavel Franzusov.

Seit über zwei Monaten ist Krieg in der Ukraine. Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland ist von dem Angriffskrieg ganz besonders betroffen. Etwa 45 Prozent der hier lebenden Jüd*innen kommen aus der Ukraine oder haben Familie dort. DAGESH, ELES und Dialogperspektiven möchten mit einer Benefizveranstaltung Spenden für die Ukraine sammeln. Die Einnahmen des Abends gehen an die Organisation Ukraine TrustChain, die wichtige humanitäre Hilfe in der Ukraine leistet.

Mit:
Yuriy Gurzhy ist gebürtiger Ukrainer und Wahlberliner. Er ist Musiker, DJ, Produzent und Radiomoderator. 2021 erschien „Fokstroty“, Lieder zu den Texten ukrainischer Autoren aus der Zeit der Hingerichteten Renaissance, die Gurzhy zusammen mit Serhij Zhadan eingespielt und eingesungen hat.

Lana Lux ist eine in Berlin lebende Schriftstellerin, Illustratorin und Schauspielerin ukrainisch-jüdischer Herkunft. 2017 erschien ihr vielbeachtetes Debüt „Kukolka“, 2020 ihr Roman „Jägerin und Sammlerin“.

Ganna Grynivna ist Sängerin, Komponistin und Pianistin und lebt in Berlin. In unterschiedlichen Ensembles vereint sie Jazz mit ukrainischer Folklore, klassischer und experimenteller Musik und bringt damit ihre vielfältigen kulturellen Wurzeln zum Ausdruck.

Attila Muehl ist einer der aktivsten Jazzgitarristen Deutschlands. Er gibt weltweit Konzerte, arbeitet als Studiomusiker und hält Vorträge an Musikhochschulen und auf Jazzworkshops.

Yevgeniy Breyger ist ein aus Charkiw stammender Lyriker, Übersetzer und Herausgeber. Seine Gedichtbände „flüchtige monde“ (2016) und „gestohlene luft“ (2020) sind bei kookbooks erschienen. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Pavel Franzusov ist ein aus der Ukraine stammender Filmemacher und Videokünstler, der seit vielen Jahre in Berlin lebt und in seiner Arbeit nach neuen Perspektiven auf gesellschaftliche Problemlagen sucht.

Spendenempfehlung: 8 Euro. Die Einnahmen des Abends gehen ohne Abzüge an Ukraine TrustChain.

Um Anmeldung bis zum 18. Mai 2022 wird gebeten: info (at) dagesh /Punkt) de

Ort: Ada Bar, Sonnenallee 100, 12045 Berlin

Die Tageszeitung DIE WELT hat am Freitag (06.05.2022) in einem Beitrag schwerwiegende Vorwürfe gegen Rabbiner Walter Homolka erhoben. Rabbiner Homolka hat am Freitagnachmittag in einer Stellungnahme mitgeteilt, seine Tätigkeiten in der Jüdischen Gemeinschaft ruhen zu lassen. Dies betrifft auch seine Ämter beim Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e. V. Die stellvertretenden Vorsitzenden, Rechtanwältin Katarina Seidler und Rechtsanwalt und Notar a. D. Benno Bleiberg, übernehmen kommissarisch die Leitung von ELES e.V. Rechtsanwältin Katarina Seidler wird den ELES e.V. nach außen vertreten.

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk versteht sich als Ort, an dem Belästigung, Grenzüberschreitungen, Diskriminierung, Machtmissbrauch oder sexualisierte Gewalt nicht toleriert und mit Entschiedenheit verurteilt werden. Gleichzeitig weiß ELES, dass solche Bekundungen allein nicht ausreichen. ELES hat daher bereits vor Jahren Kommunikations- und Verhaltensstandards formuliert und Strukturen entwickelt, die es den Stipendiat*innen und Ehemaligen erleichtern sollen, sich mit Erfahrungen bzw. Kritik an das Studienwerk zu wenden sowie Unterstützung zu erhalten. Diese Strukturen werden laufend aktualisiert. Stipendiat*innen und Ehemalige, die im Kontext von ELES Erfahrungen machen oder gemacht haben, die einem professionellen Umgang widersprechen oder diesen behindern, können sich direkt an das ELES-Team oder die zuständige Ombudsperson wenden. Die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme finden Stipendiat*innen und Ehemalige im Intranet von ELES (ELES/Net). ELES wird seine Strukturen des Safeguardings in den kommenden Wochen prüfen und ggf. überarbeiten.

„Es ist für mich und das ELES-Team von größter Bedeutung, dass ELES für seine Stipendiat*innen ein sicherer Ort ist. Wir wissen um unsere Verantwortung, Machtmissbrauch und sexualisierte Übergriffe zu verhindern und zu ahnden und nehmen diese Verantwortung sehr ernst. Wir sind seit Freitag mit den Stipendiat*innen, Ehemaligen, Beiratsvorsitzenden, Vertrauensdozent*innen, Vereinsmitgliedern und den Mitarbeiter*innen von ELES im engen Austausch über die aktuellen Ereignisse. Stipendiat*innen und Ehemalige, die im Kontext von ELES unangemessenes Verhalten erlebt haben, bitten wir, sich zu melden“, erklärt Jo Frank, Geschäftsführer von ELES.

„Mit Irritation, Bestürzung und Verärgerung haben wir den Artikel in DIE WELT zur Kenntnis genommen. Es werden Vorwürfe gegenüber Rabbiner Walter Homolka formuliert, die einer ernsthaften Prüfung bedürfen. Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk nimmt den Kampf gegen sexualisierte Übergriffe und Machtmissbrauch in akademischen und künstlerischen Organisationen außerordentlich ernst. Wir als Beirat sind der Auffassung ausdrücklich und nachhaltig verpflichtet, dass entsprechende Vorfälle grundsätzlich ernst zu nehmen und umgehend aufzuklären sowie strukturell zu bekämpfen sind“, so Dr. Michal Or-Guil, Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky und Prof. Dr. Frederek Musall, Vorsitzende des ELES-Beirats.

Aktualisierung (10.05.2022)

Seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe haben mehrere Institutionen wie auch das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland intensive Gespräche darüber geführt, wie Fälle sexualisierter Belästigung und Machtmissbrauch institutionsübergreifend untersucht und ausgeschlossen werden können. In Abstimmung und mit ausdrücklicher Unterstützung der Institutionen wird der Zentralrat zeitnah eine Anwaltskanzlei beauftragen, eine umfassende Prüfung der Vorwürfe durchzuführen.

 

Aktualisierung (19.5.2022)

Die Kölner Rechtsanwaltskanzlei Wollschläger wird im Auftrag des Zentralrats der Juden in Deutschland die im Raum stehenden Vorwürfe der sexualisierten Belästigung und des Machtmissbrauchs am Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam untersuchen. Darüber hinaus werden die Gutachter auch in folgenden Institutionen tätig werden: der Leo Baeck Stiftung, dem Zacharias Frankel Kolleg, dem Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk, der Union Progressiver Juden und der Allgemeinen Rabbiner Konferenz. Die genannten Institutionen haben der Untersuchung ausdrücklich zugestimmt.

 

Die Kanzlei wird sowohl Verantwortungsträger, Mitarbeiter wie auch potenzielle Opfer oder andere Betroffene befragen. Die Anonymität der Aussagen bleibt gewahrt, wenn dies im Gespräch vereinbart wurde. Betroffene oder Zeugen können sich direkt bei der Kanzlei melden:

 

Tel.: 0152 / 59 63 90 83 (wochentags von 8 – 18 Uhr)

Mail: untersuchung@gw-strafrecht.de

 

 

Am 16. Mai 2022, 19 Uhr, diskutieren Erica Zingher (Journalistin), Lena Gorelik (Autorin) und Marlene Schönberger (MdB Bündnis90/DIE GRÜNEN) mit Dr. Maja Vataman (ELES) im Münchner Künstlerhaus (Lenbachplatz 8, 80333 München) über „Antislawismus, Antisemitismus und die Gegenwart des Krieges“. Das Gespräch wird zeitgleich auf der Facebookseite von ELES gestreamt. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist weder für die Präsenzveranstaltung noch für den Livestream nötig.

INFOS ZUR VERANSTALTUNG:

Seit über zwei Monaten führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Millionen von Menschen sind auf der Flucht, Hunderttausende suchen in der Bundesrepublik Schutz. Sie kommen in ein Land, in dem der Blick auf Osteuropäer*innen von Vorurteilen geprägt ist und eine Aufarbeitung von antiosteuropäischem und antislawischem Rassismus kaum stattgefunden hat.

Der Krieg hält auch den jüdischen Gemeinden in Deutschland schonungslos einen Spiegel vor. Wurde jahrzehntelang nur von „den Russen“ als monolithischem Block gesprochen und der Auseinandersetzung mit der Diversität jüdischer Gemeinden ausgewichen, muss jetzt auf die Spannungen und Spaltungen in den Gemeinden reagiert werden. Auch in jüdischen Institutionen wurde versäumt, postsowjetische Stimmen anzuerkennen, ihre Marginalisierung zu bekämpfen und Differenzen zu akzeptieren. In diesen Auseinandersetzungen spiegelt sich der Antislawismus der Gesamtgesellschaft. Kann jetzt eine ernsthafte Auseinandersetzung mit antislawischem Rassismus gelingen? Wie kann verhindert werden dass die unbürokratische Gestaltung der Zuwanderung von Juden*Jüdinnen aus der Ukraine und die Aufnahme vieler Frauen und Kinder als Wiedergutmachung empfunden wird, die eine ernste Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Rassismus im Land erschwert?

Unsere Gäste:
Erica Zingher hat Europäische Ethnologie und Gender Studies in Berlin sowie Osteuropastudien in Hamburg studiert. Thematisch beschäftigt sie sich insbesondere mit Demokratie und Zivilgesellschaft in Russland und Osteuropa. Journalistische Stationen unter anderem bei Spiegel Online und ZEIT Online. Heute arbeitet sie als Redakteurin für Gesellschaft und Medien bei der taz und als freie Podcasterin.

Lena Gorelik, geboren in Sankt Petersburg, kam 1992 mit ihrer russisch-jüdischen Familie als „Kontingentflüchtling“ nach Deutschland. Gorelik hat nach ihrer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München Osteuropastudien studiert. Die Autorin und Essayistin wurde u. a. mit dem Bayerischen Kunstförderpreis, dem Ernst-Hoferichter-Preis und dem Förderpreis Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Gorelik schreibt Essays und Reportagen u. a. für DIE ZEIT und die Süddeutsche Zeitung. Ihr jüngster Roman „Wer wir sind“ erschien 2021 im Rowohlt Verlag.

Marlene Schönberger ist seit 2010 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. 2018 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bayerischen Landtag, von 2019 bis 2021 Vorsitzende des Vereins Queer in Niederbayern. Seit 2021 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestags. Ihre Themenschwerpunkte sind u. a. Verschwörungstheorien, Populismus, Antisemitismus und LGBTIQ+-Rechte.

Moderation:
Dr. Maja Vataman studierte Soziologie an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg und Public Policy an der Hertie School of Governance. Im Rahmen Ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit Identitätskonstruktionen von aus der ehemaligen Sowjetunion stammenden jüdischen Jugendlichen. Seit 2021 leitet sie das Programm „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“. Das Programm des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES) fördert den gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus und für eine offene und plurale Gesellschaft.

 

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk e.V. sucht für seine Geschäftsstelle mit Sitz in Berlin zum 01. Juli 2022 eine*n

Mitarbeiter*in (w/m/d) (Teilzeit 75%, TVöD Bund E10)

für die Veranstaltungsorganisation und Gremienarbeit.

Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist eines der 13 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Begabtenförderungswerke. Seit seiner Gründung 2009 steht ELES für ein traditionsbewusstes, pluralistisches, weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Im Studienwerk treffen sich akademische Exzellenz und Engagement für die jüdische Gemeinschaft und die Gesamtgesellschaft. Mit der gezielten Förderung begabter jüdischer Studierender und Promovierender leistet das Studienwerk zudem einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen jüdischen Intellektualität.

Ihre Bewerbungsmappe mit den üblichen Unterlagen in einer Datei im pdf-Format (Einzeldateien und andere Dateiformate können leider nicht akzeptiert werden) senden Sie bitte per E-Mail bis zum 22. Mai 2022 an: jobs at eles-studienwerk punkt de

Die Vorstellungsgespräche finden voraussichtlich zwischen dem 13.-16.06.2022 statt.

Kontakt für Nachfragen: Annett Peschel, Leitung Verwaltung & Finanzen, peschel at eles-studienwerk punkt de.

Ausschreibung zum Download (pdf-Datei) hier.

Am 1. April 2022 hat ELES die 1000 Stipendiatin in die Förderung aufgenommen. rbbKultur hat das Jubiläum zum Anlass genommen, mit Jo Frank, Geschäftsführer von ELES, sowie den ehemaligen Stipendiat*innen Dr. Anastassia Pletoukhina und Jonas Fegert zu sprechen und das Begabtenförderungswerk vorzustellen:
 
„Obwohl eigentlich noch jung, ist ELES schon heute ein wichtiger Diskursraum und ein Netzwerk für junge jüdische Akademiker*innen mit ganz verschiedenen Profilen. (…) Jüdischkeit in aller Vielfalt zu fördern, dieses Konzept geht offensichtlich auf.“
 
Hier der Link zum Hören (ab Minute 4:41) des Beitrages von Kirsten Dietrich.
 
 

Die neue Spezial-Ausgabe der Zeitschrift HERDER Korrespondenz (April 2022) beschäftigt sich mit dem Thema „Die Kirche und ihre Caritas“. ELES-Rabbiner Maximilian Feldhake schreibt in einem Gastbeitrag über Tikkun Olam und Zedaka und erzählt, was jüdische Organisationen wie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland oder auch ELES in diesen Monaten tun, um vom Krieg betroffenenen Ukrainer*innen zu helfen und ihr Leid zu lindern: „Die Beiträge dieser Organisationen werden den Krieg nicht beenden können – aber sie können für die Betroffenen lebensentscheidend sein. Jeder Akt der Menschlichkeit zählt, jede Geste der Gastfreundschaft kann ein Leben retten. Alles, was wir jetzt tun – egal wie umfangreich – ist ein Ausdruck der tiefsten Zedaka.“

Den Artikel hier lesen.

Rabbiner Maximilian Feldhake ist Absolvent des Abraham Geiger Kolleg und Alumnus des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES). Der gebürtige Amerikaner ist 2012 nach Deutschland gekommen, um sich zum Rabbiner ausbilden zu lassen. Seit Anfang 2021 arbeitet er als Projektleiter des Jewish Future Forum von ELES. Seit Dezember 2020 ist Feldhake der neue Gemeinderabbiner in der jüdischen Gemeinde Celle.

Im Rahmen des ELES-Programms „Nie wieder!? Gemeinsam gegen Antisemitismus & für eine plurale Gesellschaft“ fand unter dem Titel „Die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und Europa“ das erste Netzwerktreffen gegen Antisemitismus und für eine offene Gesellschaft statt. Ziel des Zusammenkommens war es, ein plurales Netzwerk zum Austausch über unsere gemeinsame Gegenwart und Zukunft zu bilden. Dabei stand der Austausch zwischen Stipendiat*innen und Ehemaligen von ELES sowie politischen Entscheidungsträger*innen im Vordergrund.

Das Netzwerktreffen, an dem jüdische Aktivist*innen, Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Institutionen und Initiativen sowie Mitglieder des Bundestages teilnahmen, ermöglichte intensive Gespräche um vielfältigste jüdische Perspektiven. Der ungewöhnliche Veranstaltungsort, die Ada Bar in Berlin-Neukölln, bot ein Setting jenseits gewohnter Formate, das Offenheit, Vertrauen und Gestaltungswillen bei den Gästen mit ermöglichte. Den Einstieg bot die von ELES-Geschäftsführer Jo Frank moderierte Paneldiskussion mit ELES-Alumnus Benjamin Fischer (Alfred Landecker Foundation) und ELES-Stipendiatin sowie Vizepräsidentin der JSUD Hanna Veiler.

Foto: Olena Krasnokutska.

Zum Nahostkonflikt haben fast alle eine Meinung, doch nur die Wenigsten fundiertes Wissen. Interessierte Stipendiat*innen konnten sich im Rahmen eines Seminars intensiv mit dem Nahostkonflikt auseinandersetzen und sich an drei Tagen fundierte Kenntnisse aneignen. Ausgehend von der Entstehung Israels über den Sechs-Tage-Krieg 1967 bis hin zur Gegenwart wurde anhand zentraler historischer Ereignisse die Geschichte des Konflikts analysiert.

Ziel des Kollegs war es einerseits, historisches Faktenwissen zu vermitteln und andererseits die Komplexität des Konflikts schlaglichtartig zu beleuchten. Auf diesem Weg sollten die Teilnehmenden befähigt werden, die hiesige Berichterstattung und die unterschiedlichen politischen Positionen zum Konflikt besser einordnen zu können. Denn so komplex die Auseinandersetzung auch ist, in Deutschland lebende Jüdinnen*Juden werden regelmäßig für Entscheidungen der israelischen Regierung verantwortlich gemacht.

Der letzte Workshop des Kollegs widmete sich deshalb auch israelbezogenem Antisemitismus. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmenden wurde das Thema auf einer praxisbezogenen wie auch theoretischen Ebene diskutiert, sowie über mögliche Handlungsoptionen bei Antisemitismuserfahrungen gesprochen. Ein großer Dank gilt Marina Chernivsky und Johanna Voß vom Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der ZWST, die den Workshop leiteten.

Das Kolleg war geprägt durch eine sehr angenehme und produktive Diskussionsatmosphäre, die sich durch eine große Offenheit und Neugier gegenüber anderen inhaltlichen Positionen auszeichnete – bei diesem Thema leider keine Selbstverständlichkeit. ELES-Rabbiner Shaul Friberg trug mit seinem Shiur zu „Streitkultur im Judentum“ zur respektvollen und wertschätzenden Stimmung zusätzlich bei.

Wir danken Adi Livny (Hebrew University), Lutz Fiedler (Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam) und Oz Aruch (Heinrich-Böll-Stiftung, Tel Aviv) für die Workshopleitung und allen Teilnehmenden für das gelungene Kolleg!

(C) Foto: Bastian Kaiser

„Jetzt kann ich mich als Rabbiner bewähren“ – Alexander Kovtun ist ELES-Stipendiat und Rabbinatsstudent am Abraham Geiger Kolleg in Potsdam. Seit Kriegsbeginn unterstützt er jüdische wie nichtjüdische Menschen, die aus der Ukraine fliehen. Er übersetzt, organisiert Unterkünfte, koordiniert Ankunft oder Weiterreise, leistet Seelsorge. DIE ZEIT (24. März 2022) berichtete ganzseitig über Alexander Kovtuns Engagement. Hier lesen.

Ab sofort und bis zum 30. April 2022 können sich jüdische Abiturient*innen, Studierende und Studieninteressierte für die Studienförderung bei ELES bewerben.

Formale Voraussetzungen (Auswahl):

• Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft.
• Überdurchschnittliche Schul- und Studienleistungen.
• Abiturient*innen können sich bewerben.
• Gesellschaftliches Engagement (z. B. in jüdischen Gemeinden, im sozialen Bereich, in der Jugendarbeit, in studentischen Organisationen).
• Deutsche Staatsangehörigkeit, Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedslandes oder der Status einer*eines Bildungsinländer*in im Sinne des BAföG §8.
• Immatrikulation an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Universität, Technischen Universität, Pädagogischen Hochschule, Fachhochschule, Kunstakademie, Kunsthochschule oder Musikschule in Deutschland, in einem EU-Mitgliedsland oder in der Schweiz.
• Zum Zeitpunkt der Bewerbung noch mindestens 5 Semester Regelstudienzeit bis zum Erreichen der Förderungshöchstdauer.
• Möglich sind Bewerbungen vor Beginn eines Master-Studiums.
• Bewerbungen für ein Masterstudium im Nicht EU-Ausland sind gesondert zu begründen.

Weitere Informationen hier auf der ELES-Webseite.

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